Letzter fehlender Klassiker: Pogacar will Sieg bei Paris-Roubaix
Für den Slowenen geht es in seinem letzten fehlenden Monument erneut gegen Van der Poel.
Superstar Tadej Pogacar will am Sonntag mit Paris-Roubaix seine Radsport-Monumentesammlung vervollständigen. Der flache 260-km-Ritt über die Kopfsteinpflaster ist jener Klassiker, der den Qualitäten des Slowenen am wenigsten entgegenkommt.
Von nicht idealen Vorzeichen hat er sich unlängst aber auch bei Mailand-Sanremo nicht vom Premierensieg abhalten lassen. Nach seinem darauffolgenden Triumph bei der Flandern-Rundfahrt vor einer Woche soll nun auch die letzte Bastion fallen.
Van der Poel mit drei Siegen in Serie
Verhindern kann das wohl nur Mathieu van der Poel, ein Sturz wie im Vorjahr oder ein Defekt auf einem der 30 Pave-Sektoren mit insgesamt 55 Kilometern Länge.
Van der Poel war bei der "Königin der Klassiker" in Frankreich in den vergangenen Jahren mit drei Siegen in Serie eine Macht.
Im Vorjahr triumphierte der Niederländer vor Pogacar, der sich bei seinem Debüt lang auf Augenhöhe zeigte, dann aber durch einen selbst verschuldeten Crash 38 km vor dem Ziel die Chance auf den möglichen Sieg vergab.
Pogacar auf fünften großen Klassikersieg in Serie aus
Seit damals hat Pogacar noch einmal zugelegt. Der 27-Jährige gewann im Vorjahr nicht nur zum vierten Mal die Tour de France und zum zweiten Mal den WM-Titel, sondern auch Lüttich-Bastogne-Lüttich und Lombardei-Rundfahrt sowie heuer in San Remo und in Flandern als erster Profi der Geschichte vier Monumente in Serie.
Fehlt also nur noch der Sieg in der "Hölle des Nordens" zur Perfektion. "Es ist kein Geheimnis, dass Paris-Roubaix eines der großen Ziele in dieser Saisonphase ist. Die wenigen Rennen, die ich bisher gefahren bin, liefen perfekt, daher ist die Motivation hoch, der Druck aber gering. Ich werde es genießen, egal wie das Ergebnis ausfällt, und freue mich auf ein gutes Rennwochenende", sagte Pogacar.
Nur noch Merckx vor Pogacar
Mit bereits zwölf Erfolgen bei den fünf großen Eintagesrennen hat der 27-Jährige nur noch Eddy Merckx vor sich, der in den 1960er- und 1970er-Jahren 19 Monumente-Siege einheimste, in seiner Laufbahn aber dreimal positive Dopingtests ablieferte.
Pogacar ist hingegen unbescholten, kritischen Fragen nach den Gründen seiner anhaltenden Dominanz und jener seiner UAE-Mannschaft mit 97 Siegen im Vorjahr muss er sich aber regelmäßig stellen.
Kleiner Kreis von Sieganwärtern
Dem übermächtigen Slowenen und dem besonders bei Eintagesrennen seit Jahren ebenso fulminanten Van der Poel etwas entgegensetzen können am Sonntag nur einige wenige.
Zu ihnen gehören Wout van Aert, Mads Pedersen und Van der Poels Alpecin-Teamkollege Jasper Philipsen. Remco Evenepoel tritt nach seinem gelungenen Flandern-Debüt als Dritter nicht an.
Haller will Top Ten
Von einem Top-Ten-Platz träumen darf bei seiner bereits 13. Teilnahme Marco Haller. Der Kärntner hat im Tudor-Team nach dem Sturz-Aus seines Kapitäns Matteo Trentin in Flandern alle Freiheiten.
Im Vorjahr gelang Haller mit Platz zwölf sein bestes Roubaix-Ergebnis. Für viele andere geht es hingegen um das schlichte Durchkommen. Regen und damit noch verschärfte Bedingungen dürfte den Profis diesmal erspart bleiben.