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Ab heute ist der Frauensport in Österreich unsichtbar

Fast 80 Prozent der Sportberichterstattung wird den Männern gewidmet. Weibliche Vorbilder sind gefragt, um dem Nachwuchs Mut zu machen.

Ab heute ist der Frauensport in Österreich unsichtbar Foto: © win2day

Ab dem 18. März ist der Frauensport in Österreich unsichtbar - zumindest rein rechnerisch gesehen. Dies belegt eine Studie von Media Affairs.

Ausgewertet wurden dafür rund 13.000 Bilder aus den reichweitenstärksten Printmedien des Landes sowie 1.550 Stunden Sportübertragungen im TV.

Im Vorjahr lag der Equal Play Day noch am 20. Februar – es ist also ein leichter positiver Trend erkennbar. Dennoch muss man am Boden der Tatsachen bleiben: Schließlich haben wir erst rund ein Quartal dieses Jahres hinter uns.

Win2day rief mit der Equal Play Initiative 2024 eine Bewegung für mehr Sichtbarkeit im Frauensport ins Leben. Auch der Behindertensport profitiert von der Initiative, die sowohl die mediale Präsenz steigern als auch die Professionalisierung fördern soll.

Es braucht Vorbilder

Weitere Zahlen aus der Studie sind durchaus erschreckend: Rund 79 Prozent der Sportberichterstattung in Österreich entfällt auf Männer, während Frauen lediglich auf 21 Prozent kommen.

Die Bewegung von win2day setzt sich dafür ein, dass Sportlerinnen und Sportler die gleiche Bühne erhalten. Das ist essenziell, um auch Nachwuchssportlerinnen sowie junge Menschen mit Behinderung für den Sport zu begeistern. Es braucht Vorbilder.

Die Initiative wird vor allem von bekannten Gesichtern aus dem rot-weiß-roten Frauensport getragen. 2026 zählen dazu: Jasmin Pal (Fußball), Selma Luggin (Eishockey), Sina Höllerl (Basketball), Emma Felbermayr (Motorsport) sowie Lia Berger und Lilli Hohenauer (Beachvolleyball).

Behindertensport so gut wie unsichtbar

Ein genauerer Blick auf die Studie offenbart weitere, beinahe absurde Zahlen: Der Anteil von Sportlerinnen an der Bildpräsenz liegt bei lediglich 18 Prozent.

Noch deutlich schlechter schneidet der Behindertensport ab: Nur 0,8 Prozent der Bilder in der Sportberichterstattung zeigen Behindertensportlerinnen und -sportler. Wenn dies geschieht, dann meist im Rahmen der Paralympics.

Die mangelnde Sichtbarkeit wirkt sich in vielerlei Hinsicht negativ aus. Der Bekanntheitsgrad ist nur ein Aspekt – es geht vor allem auch um finanzielle Unterstützung und das Bewusstsein dafür, wie viel mehr eingeschränkte Sportlerinnen und Sportler für ihre Erfolge leisten müssen.

Darüber ist sich nur ein Bruchteil unserer Gesellschaft bewusst. Mehr mediale Präsenz könnte genau dieses Bewusstsein stärken – und jungen Sportlerinnen sowie Behindertensportlerinnen und -sportlern in ganz Österreich Mut machen, ihre Träume und Ziele zu verfolgen.

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