Mehrkampf-Meeting in Götzis auch heuer stark besetzt
Aktuelle Weltmeister Leo Neugebauer (Deutschland) und Anna Hall-Slayton (USA) führen Teilnehmerfelder an. Österreich durch Ivona Glavas-Dadic und Chiara Schuler vertreten.
Das Leichtathletik-Mehrkampfmeeting in Götzis erfüllt seinen Ruf als Mehrkampf-Mekka auch bei seiner 51. Auflage am 30./31. Mai.
Im Zehnkampf der Männer starten sechs der aktuellen Top-Ten-Athleten, im Frauen-Siebenkampf messen sich sieben der derzeit besten zehn Mehrkämpferinnen.
Angeführt werden die Teilnehmerfelder von den aktuellen Weltmeistern Leo Neugebauer (Deutschland) und Anna Hall-Slayton (USA). Österreichs Farben vertreten Ivona Glavas-Dadic und Chiara Schuler.
Götzis soll "bestes Mehrkampf-Meeting der Welt sein"
Das Götzner Mehrkampfmeeting lag 2025 in der Bewertung der erzielten Leistungen vor der Weltmeisterschaft in Tokio und möchte laut dem Sportlichen Leiter Walter Weber auch in diesem Jahr wieder "das beste Mehrkampf-Meeting der Welt sein".
Weber sprach am Donnerstag bei einem Pressetermin in Bregenz von einem "interessanten, hoch qualifizierten Starterfeld", das aktuell aus 33 Männern und 35 Frauen besteht.
13. Start von Damian Warner
So steht neben Neugebauer (Bestleistung: 8.961) mit Landsmann Niklaus Klaus (8.691) auch der Weltmeister von 2019 am Start. Aus Kanada reisen Olympiasieger Damian Warner (9.018) und Pierce LePage (8.909), Weltmeister 2023, nach Vorarlberg.
Warner - er ist so etwas wie das "Gesicht" des Meetings - startet zum 13. Mal in Götzis, acht Mal lag er bisher ganz vorne. Ebenfalls um den Sieg mitkämpfen wollen Vize-Weltmeister Ayden Owens-Delerme (Puerto Rico, 8.784) oder der Olympia-Dritte Lindon Victor (Grenada, 8.756).
Weber bedauerte, dass Vorjahressieger Sander Skotheim (Norwegen, 8.909) wegen einer Knöchelverletzung noch nicht einsatzfähig ist. "Er wird immer nach Götzis kommen, wenn es möglich ist", erklärte Weber.
Schweizer Rekordhalter: "Meine Bilanz ist nicht so gut"
Ein weiterer Favorit, der Schweizer Rekordhalter Simon Ehammer (8.575), gab vor den Medien persönlich Auskunft. "Meine Bilanz in Götzis ist nicht so gut", sagte er mit einem Lachen.
Entweder sei er jeweils mit einem Schweizer Rekord oder mit einem "Nuller" aus dem Wettkampf gegangen. Ende März stellte Ehammer in Polen einen neuen Hallen-Weltrekord im Siebenkampf der Männer auf, seither habe man das Wurftraining intensiviert - vor allem der Diskuswurf hat Ehammer in manchen Wettkämpfen der vergangenen Jahre zurückgebunden.
Er sah sich gut auf Götzis vorbereitet und hofft auf "bessere Ergebnisse als im letzten Jahr".
Hall-Slayton die Gejagte
Im Teilnahmefeld der Siebenkämpferinnen sticht der Name von Hall-Slayton heraus, die im Vorjahr in Götzis mit 7.032 Punkten erstmals die 7.000 Punkte-Marke übertraf und sich auf Platz zwei der ewigen Bestenliste setzte. 7.000 Punkte-Resultate wurden bisher nur von Hall-Slayton und vier weiteren Athletinnen erreicht.
Starke Konkurrenz erwächst ihr mit Taliyah Brooks (6.581) aus dem eigenen Lager, aber auch die zweifache Hallenweltmeisterin und Olympia-Dritte 2024, Noor Vidts (Belgien, 6.707), die aktuelle Hallenweltmeisterin Sofie Dokter (Niederlande, 6.576) oder auch ihre Landsfrau und Olympia-Dritte 2021 Emma Oosterwegel (6.590) werden Hall-Slayton herauszufordern wissen.
Keine ÖLV-Männer am Start
Während im Männer-Zehnkampf österreichische Athleten fehlen, treten im Siebenkampf Glavas-Dadic und Schuler an. Glavas-Dadic (6.552) ist die Europameisterschaftsdritte von 2016, in Götzis trat die 32-Jährige 2024 zum bisher letzten Mal an.
Für die Vorarlbergerin Schuler (5.916) ist es das fünfte Antreten in der Heimat, nach wie vor peilt sie die 6.000-Punkte-Marke an. Sie fühlte sich am Donnerstag gut auf das Mehrkampf-Meeting vorbereitet und wollte bis dahin noch ein paar Einzel-Wettkämpfe bestreiten. Für Vorjahres-Teilnehmer Matthias Lasch (7.986) kommt der Götzis-Termin verletzungsbedingt zu früh, für Verena Preiner (6.591) gilt Ähnliches.
Rücklagen-Auflösung zur Finanzierung
Das Meeting-Budget beläuft sich heuer auf rund 823.000 Euro (2025: ca. 800.000 Euro). Nach dem Abgang von zwei Sponsoren müssen knapp 55.000 Euro aus Rücklagen entnommen werden, um das Meeting dieses Jahr ausfinanzieren zu können.
Weber zeigte sich optimistisch, den Verlust der Sponsoren "wieder wettmachen zu können". Alexandra Giesinger als Präsidentin des Organisationskomitees zeigte sich stolz darauf, dass die traditionsreiche Mehrkampf-Veranstaltung nach wie vor "zu 100 Prozent ehrenamtlich organisiert wird". Mehr als 500 Helfer investieren über 26.000 Stunden ihrer Freizeit, um das sportliche Highlight zu ermöglichen.