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ÖHB-Männer ohne Sieg zur EM
Das Männer-Handball-Nationalteam schont im letzten Spiel seinen Kapitän Bilyk. Kreisläufer Herburger ist überzeugt: "Wir können mehr."
Österreichs Handball-Männer fahren ohne Erfolgserlebnis zur Europameisterschaft.
Vier Tage vor dem EM-Auftaktspiel gegen Deutschland musste sich Rot-Weiß-Rot am Sonntag zum Abschluss des stark besetzten Viernationen-Turniers in Paris Slowenien mit 31:36 (15:20) geschlagen geben und verlor damit auch das dritte Spiel der EM-Vorbereitung.
Neo-Teamchef Iker Romero, der nach vier Partien ebenfalls noch auf einen Sieg wartet, schonte aber u.a. Kapitän Mykola Bilyk über 60 Minuten.
Rot-Weiß-Rot hielt das "Vorspiel" des Finales zwischen Frankreich und Island in den ersten 20 Minuten völlig offen, dann zogen die ebenfalls für die EM in Dänemark/Norwegen/Schweden qualifizierten Slowenen aber von 12:13 (20.) auf 12:17 (26.) davon und sorgten damit für eine kleine Vorentscheidung.
Zwar konnte Österreich nach Wiederbeginn noch einmal auf 22:25 (41.) nahekommen, leistete sich aber insgesamt zu viele technische Fehler und auch Fehlwürfe, um die Partie noch einmal spannend zu machen.
Drei Spiele, drei Niederlagen
Nach dem 29:30 gegen Tschechien am Dienstag in Wien und dem 29:34 am Freitag gegen Turnier-Gastgeber und EM-Titelverteidiger Frankreich war es die dritte Niederlage im dritten Test der unmittelbaren Vorbereitung auf die Endrunde.
Sorgen machte sich Romero danach aber nicht zuletzt um die Angeschlagenen. Elias Kofler saß nach seiner gegen Les Bleus erlittenen Blessur so wie Bilyk nur auf der Bank, mit Michael Miskovez musste ein weiterer Defensivspezialist in der Anfangsphase der Slowenien-Partie mit einer Oberkörper-Blessur vom Feld. Eine Diagnose steht noch aus.
"Nicht bei 100 Prozent"
"Ich hoffe, dass wir alle Spieler fit bekommen", betonte Romero. "Slowenien war in allen Bereichen besser", musste der Spanier gestehen, der freie Tag am Montag komme genau richtig. "Das ist ganz, ganz wichtig, auch für mich."
Kreisläufer Lukas Herburger schmerzte die neuerliche Niederlage. "Es ist schon lange her, dass wir ein Spiel gewonnen haben", meinte der Berlin-Legionär im Rückblick auf das 34:33 über die Schweiz in der EM-Quali am 11. Mai des Vorjahres.
"Wir haben viel Hundertprozentige liegen lassen, auch viele technische Fehler. Das bricht uns gegen Topgegner das Genick", erklärte Herburger weiter.
"Wir sind nicht bei 100 Prozent, können mehr. Wir überlegen ein bissl zu viel, anstatt, dass wir einfach machen. Auch die Fehler müssen wir ansprechen, ehrlich zueinander sein. Dann bin ich überzeugt, dass es gegen Deutschland anders werden wird."
Am Donnerstag (20.30 Uhr/live ORF eins, Live Ticker>>>) steigt im dänischen Herning die EM-Auftaktpartie gegen die DHB-Auswahl. Weitere Gegner in Gruppe A sind am Samstag Spanien und zwei Tage danach Serbien. Zumindest Platz zwei ist zum Weiterkommen in die Hauptrunde nötig.