NEWS

Wiesberger vor Kitzbühel hochmotiviert, Spitz jubelt über Platz 4

Österreichs Golf-Asse im Schatten von Sepp Straka zeigen am Wochenende gehörig auf. Überstrahlt werden die Erfolge dabei von einem "neuen Wiesberger".

Wiesberger vor Kitzbühel hochmotiviert, Spitz jubelt über Platz 4 Foto: © GETTY

Der "Golf-Kaiser von China" kann sein Glück kaum fassen.

Der kurze Putt zum Sieg auf der 18 ist für den 40-Jährigen kein Problem. Auch an den Besenstiel-Putter (=Bromstick-Putter) des Burgenländers haben sich die Fans bereits gewöhnt.

Hochkonzentriert bringt Bernd Wiesberger seinen neunter Sieg auf der DP World Tour ins Trockene. Es dauert ein wenig, ehe er dann den Emotionen freien Lauf lässt. Sektdusche und Tränen beim Siegerinterview inklusive.

Wen wundert's. Knapp 1.800 Tage musste der Oberwarter nach seinem zwölftem Profisieg auf den 13. Titel als Professional warten.

Asien und April - eine gewinnbringende Kombination

Und wieder einmal setzte Wiesberger Ende April und in Asien einen Meilenstein in seiner Karriere.

test
Wiesberger, der "Golf-Kaiser" von China
Foto: ©GETTY

Vor 14 Jahren - am 29. April 2012 - sicherte sich der aufstrebende Jung-Pro bei der Ballantine's Championship in der Nähe des Flughafens von Seoul in Südkorea seinen allerersten Titel auf der European Tour.

Drei Monate später folgte der viel umjubelte Heim-Triumph bei der Lyoness Open in Atzenbrugg im Tullnerfeld.

Am 23. April 2017 holte Wiesberger dann mit dem Playoff-Erfolg gegen den Engländer Tommy Fleetwood bei der Shenzhen International seinen ersten Titel in China - sein 4. Sieg auf der höchst dotierten europäischen Tour.

Am Sonntag folgte nun mit dem Sieg bei der Volvo China Open sein 9. Tour-Titel.

23 Birdies bei nur vier Schlagverlusten

Der Triumph im Enhance Anting GC von Shanghai kam für viele Experten unerwartet und war höchst beeindruckend.

Wiesberger blieb zum Auftakt und in der Finalrunde ohne Schlagverlust. Er musste auf dem anspruchsvollen Kurs bei vier Umläufen und insgesamt 72 Spielbahnen nur vier Bogeys (jeweils zwei am Freitag und Samstag) notieren.

23 Birdies unterstreichen die Präzision und Spiellaune des Routiniers.

Der Spaß am Spiel war dem sehr fit wirkenden Oberwarter förmlich anzusehen.

Nr. 214 der Welt und Nr. 16 der DP World Tour

Mit seinem Sieg erobert Wiesberger neben den 400.172 Euro Preisgeld auch 585 Punkte für die Jahreswertung "Race to Dubai".

Damit springt Wiesberger im Ranking um 54 Ränge nach oben und liegt aktuell auf dem 16. Platz. Die Top-10 der Jahreswertung verdienen sich am Ende der Saison einen Platz auf der US PGA Tour.

In der Weltrangliste ist Wiesberger wieder die Nummer 2 unter Österreichs Profis. Sepp Straka behauptet in der 17. Woche seinen 13. Rang im Official World Golf Ranking. Wiesberger zieht an Maximilian Steinlechner (259.) vorbei und rangiert aktuell an der 214. Stelle.

Im freien Fall befindet sich Österreichs ehemalige Nummer 2. Der 31-jährige Schladminger Matthias Schwab rutscht erstmals seit langer Zeit aus den Top 1000 und wird auf Rang 1007 der Weltrangliste geführt.

Wiesberger traut sich auch Titel in Tirol zu

Zurück zu Wiesberger: LAOLA1 hatte zuletzt in seinem neuen Wohnort Bad Tatzmannsdorf vor dem Abflug des Burgenländers nach China die Gelegenheit mit dem Routinier zu sprechen.

Wiesberger gab sich sehr selbstbewusst und locker. Er war bestens gelaunt und wesentlich gesprächiger als noch in den letzten Jahren.

Die Vorfreude auf Shanghai sowie der Blick auf das Heim-Event in Kitzbühel - Austrian Alpine Open 26 vom 28. bis 31. Mai - war förmlich spürbar. Sein Umfeld berichtet, dass der Burgenländer alle seine Schwierigkeiten nach der Rückkehr von der LIV Tour auf die DP World Tour hinter sich gelassen hat.

Neuer Mentalcoach und neuer Caddie wirken sich wohl ebenfalls positiv auf das Auftreten aus.

Wiesberger jedenfalls wirkt hungrig, arbeitet auf der Driving Range im Reiters Golf & Country Club Bad Tatzmannsdorf intensiv an seinen Schlägen. Dabei wirkt er ausgeglichen und entspannt wie selten. Und er freut sich riesig auf das Heim-Turnier in Kitzbühel, wo er dann in einem Monat auch auf Österreichs Nummer 1, Sepp Straka, treffen wird.

Emma Spitz ist wieder da

Richtig stark präsentierte sich in Kapstadt auch Emma Spitz.

Österreichs Nummer 1 bei den Proetten schaffte mit Rang vier bei der Südafrika Women's Open im Royal Cape Golf Club von Kapstadt ein absolutes Top-Resultat.

Die 26-jährige Niederösterreicherin musste sich nach vier Runden (66-71-73-73) mit dem Gesamtscore von 283 Schlägen (-9) beim Event der Ladies European Tour nur den Engländerinnen Esme Hamilton (-15) und Cara Gainer (-13) sowie Pia Babnik (SLO/-12) geschlagen geben.

Nach zuletzt einigen Problemen fühlt sich Spitz wieder fit und verbessert sich in der Jahreswertung der Tour auf den 23. Rang.

Spitz erklärt via Instagram: "Endlich konnte ich mich auf dem Kurs wieder richtig wohlfühlen. Es war ein bisschen schwer in den letzten Monaten, Turniere zu spielen, wenn man sich nicht 100 Prozewnt sicher ist. Dann ist es ziemlich schwierig, aber diese Woche konnte ich mich wirklich auf die meisten meiner Schüsse verlassen und ich bin so froh, dass das Ergebnis es gezeigt hat."

Kommentare