Wiesberger feiert in China ersten Turniersieg seit fünf Jahren
Der Burgenländer fängt auf der Schlussrunde Adrian Otaegui noch klar ab und jubelt über seinen 13. Sieg als Professional.
Bernd Wiesberger hat am Sonntag die China Open gewonnen.
Der Burgenländer triumphiert bei dem Turnier der World Tour nach einer abschließenden 67er-Runde mit 19 unter Par bzw. drei Schlägen vor dem für die Vereinigten Arabischen Emirate spielenden Adrian Otaegui. Der Spanier hatte im Enhance Anting GC von Shanghai vor der "back nine" schon drei Schläge vor Wiesberger geführt.
Für den 40-Jährigen ist es der neunte Titel auf der DP World Tour (ehemals European Tour) sowie sein 13. Sieg als Professional, der erste nach knapp fünfjähriger Pause.
1.792 Tage Warten
Exakt waren es 1.792 Tage, seit er am 30. Mai 2021 in Farsö in Dänemark eine erfolgreiche Titelverteidigung geschafft hatte.
"Es war eine unglaubliche Woche", sagt Wiesberger im Siegerinterview äußerst emotional. "Heute ist etwas am 10. Loch passiert, das kann man manchmal nicht erklären. Ich könnte nicht glücklicher sein." Er habe die Runde wie geplant aggressiv angelegt, wollte positiv bleiben.
Das mit 2,75 Mio. Dollar dotierte Event in Shanghai beendete Wiesberger vor neun Jahren bereits einmal auf Rang vier. Der Sieger 2026 erhält 467.500 US-Dollar.
Wiesberger: "Super-stolz, dass ich durch harte Zeiten gekommen bin"
Wiesbergers Sieg ist auch eine gute Nachricht für die Austrian Alpine Open Ende Mai in Kitzbühel, Wiesberger ist wie Sepp Straka nun ein heimisches Zugpferd dafür.
Wiesberger hatte in den vergangenen Jahren nicht immer leichte Zeiten zu durchstehen. "Ich bin super-stolz, dass ich durch harte Zeiten gekommen bin."
Er merkt auch an, dass der Erfolg es ihm auch für künftige Aufgaben leichter mache und punkto Turnierteilnahmen quasi schon verschlossene Türen wieder aufgehen. "Das ändert meine nächsten Jahre ein bisschen. Es bringt mich in die Rolex-Series-Events, das ist großartig. Das macht es um einiges leichter. Das bringt mich auch in eine bessere Position, um um Nummer zehn (Turniersieg, Anm.) zu kämpfen."
Wiesberger reißt im Finish Ruder noch herum
Wiesberger reichte seine drittbeste Runde im Turnierverlauf, um ganz oben im Endklassement zu stehen. An den drei Tagen davor hatte er mit 64, 66 und 68 Schlägen abgeschlossen. Das ergab einen Schlag Rückstand auf Otaegui.
Auf seiner vierten Runde blieb der rot-weiß-rote Routinier zwar ohne Bogey, nur ein Birdie auf der "front nine", brachte ihn im Vergleich mit dem da stark spielenden Kontrahenten mit drei Schlägen in Rückstand. Mit Birdies auf der 10, 11 und 13 machte er den Rückstand wett und setzte sich nach Loch 16 mit einem Schlag Vorsprung in Führung.
So ging es in die Entscheidung, wobei Wiesberger auf dem Par-5-Loch 18 mit einer Par-Leistung die Nerven behielt. Im Gegensatz zu Otaegui, ihm passierte sein zweites Doppel-Bogey im Turnierverlauf.
Steinlechner gibt Talentprobe ab
Wiesberger ereilte nach vollbrachter Tat eine von Max Steinlechner verabreichte Sektdusche. Der Tiroler selbst gab am Schlusstag mit einer 67er-Runde eine Talentprobe ab, womit er sich bei gesamt sechs unter Par um 22 Ränge auf Endposition 25 verbesserte.
Es ist im Übrigen der schon zweite österreichische Turniersieg in Shanghai, hatte dort doch der Wiener Markus Brier 2007 dort triumphiert.
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