NFL-Playoffs: Nächstes Overtime-Drama an Vikings

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Auch das dritte Spiel der NFL-Playoffs hat am Wild-Card-Wochenende einen echten Thriller zu bieten!

Im ersten Duell der NFC siegen die Minnesota Vikings (6) 26:20 nach Overtime bei den New Orleans Saints (3) und sorgen für die nächste kleine Überraschung.

In der ersten Halbzeit bringen die Gäste ihre Offense im wahrsten Sinne des Wortes besser ins Laufen, 106 Rushing Yards - vorwiegend von Dalvin Cook, der am Ende der Partie 28 Carries für 94 Yards und zwei Touchdowns zu Buche stehen hat - bilden das Rückgrat des NFC-North-Teams, welches mit einer 13:10-Führung in die Pause geht.

Danach finden die Gastgeber aber besser in die Partie, besonders Allzweck-Waffe Taysom Hill kann Highlights verbuchen (50 Yards Rushing, 50-Yard-Pass, 25 Yards plus TD Receiving) und das Team auf 17:20 heranbringen.

Mit auslaufender Uhr sorgt Saints-Kicker Wil Lutz aus 49 Yards zwar für den Ausgleich, Minnesota münzt die erste Possession der Verlängerung durch einen Pass auf Tight End Kyle Rudolph aber zum Touchdown um, der den Sieg bedeutet.

Die Saints, die nach einer Regular Season mit 13 Siegen und nur drei Niederlagen wieder eine Enttäuschung erleben, können sich damit auch nicht für die dramatische Niederlage vor zwei Jahren in Minnesota revanchieren.

Als sechster Seed der NFC treffen die Minnesota Vikings kommendes Wochenende in den Divisionals auswärts auf den Top-Seed, die San Francisco 49ers.

NEW ORLEANS SAINTS (3) - MINNESOTA VIKINGS (6) 20:26 OT

SCORING:

Q1

3:0: Wil Lutz - 29-Yard-Field-Goal (9:52 Minuten)

3:3: Dan Bailey - 43-Yard-Pass von Ryan Tannehill (4:09 Minuten)

Q2

10:3: Alvin Kamara - 4-Yard-Run (9:18 Minuten)

10:6: Dan Bailey - 21-Yard-Field-Goal (2:54 Minuten)

10:13: Dalvin Cook - 5-Yard-Run (0:27 Minuten)

Q3:

10:20: Dalvin Cook - 1-Yard-Run (3:30 Minuten)

Q4:

17:20: Taysom Hill - 20-Yard-Pass von Drew Brees (10:37 Minuten)

20:20: Wil Lutz - 49-Yard-Field-Goal (0:00 Minuten)

OT:

20:26: Kyle Rudolph - 4-Yard-Pass von Kirk Cousins (10:45 Minuten)

Minnesota startet aufgeweckter

Schon in der ersten Hälfte wirken die Minnesota Vikings wie das spritzigere Team - daran ändert auch die Tatsache, dass der Ball nach nur drei Plays durch einen Fumble von Adam Thielen zum Gegner wandert, nichts.

Auch die Defense der Gäste ist hellwach und hält den Schaden mit einem Field Goal in Grenzen.

Der Trumpf der Vikes ist das Laufspiel, welches in der ersten Halbzeit - trotz Star Alvin Kamara auf Seiten der Saints - wesentlich besser funktioniert. Zur Halbzeit hat Minnesota 106 Yards auf dem Boden zu Buche stehen, New Orleans derer nur 31.

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So ist es auch das Laufspiel, das die ersten Auftritte der Vikings-Offense prägt. Die großen Yards fehlen aber, so enden die ersten 15 Minuten mit einem Gleichstand - 3:3.

Brees-Fehler kostet Punkte

Insgesamt plätschert das Spiel in der Anfangsphase ein wenig dahin - erstmals richtig für Aufsehen sorgen die Saints nach knappen fünf Minuten des zweiten Abschnitts: Tausendsassa Taysom Hill geht von der eigenen 46 tief und findet Deonte Harris für einen 50-Yard-Pass an die Minnesota 4, die im nächsten Play von Kamara zum Touchdown verwertet wird - 10:3 für die Saints.

NEW ORLEANS SAINTS:

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
Drew Brees 208 (1 TD, 1 INT) 5
Taysom Hill 50 50 25 (1 TD)
Michael Thomas 70
Alvin Kamara 21 (1 TD) 34
Deonte Harris 50
Latavius Murray 21 4
Ted Ginn 18

Ein Highlight, das auch den Vikings ein wenig als Weckruf dient. Vor allem Dalvin Cook trägt sein Team mit zwei guten Runs an die New Orleans 3, wo aber Endstation ist und Kicker Dan Bailey nur verkürzen kann.

Doch Minnesota profitiert vom Übermut des Drew Brees. Nachdem ihm ein tiefer Pass misslingt, landet der zweite Versuch eines Big Plays beim Gegner - die Interception von Anthony Harris bringt die Vikings knapp zwei Minuten vor der Halbzeit in die gegnerische Hälfte, Cook kann das Spiel erstmals drehen.

Zwar bringen sich die Saints durch einen guten Kickoff-Return noch einmal in Field-Goal-Range, Kicker Wil Lutz verpasst den möglichen Ausgleich aber aus 43 Yards - 10:13 zur Halbzeit.

Hill zeigt auf und verkürzt

Nach der Pause scheinen die offensiven Highlights erst einmal wieder weggepackt. Erst in der Schlussphase des dritten Quarters sorgen die Vikings für das nächste Highlight, als ein tiefer Pass auf Adam Thielen seinem Running Back Cook den nächsten Touchdown vorbereitet.

So gehen die Gäste mit einer Zehn-Punkte-Führung in das letzte Viertel - schon zu diesem Zeitpunkt ein schlechtes Omen für die Saints, denn Drew Brees konnte noch kein Playoff-Spiel mit so einer Ausgangslage noch drehen.

MINNESOTA VIKINGS:

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
Kirk Cousins 242 (1 TD) -1
Dalvin Cook 94 (2 TDs) 36
Adam Thielen 3 129
Kyle Rudolph 31 (1 TD)
Alexander Mattison 20 10
Stefon Diggs 8 19
Bisi Johnson 17
Ameer Abdullah 9

Zumindest liefert ihm seine Offense-Line ab diesem Moment mehr Unterstützung als im vorherigen Spielverlauf, er bedankt sich mit einem beständigen Drive an die Grenze der Redzone und einem 20-Yard-Touchdown auf Taysom Hill zum 17:20.

Ein Weckruf für die Saints-Defense, welche die Vikings sofort stoppen kann. Hill beeindruckt in der Folge auch mit zwei Runs, aber Brees unterläuft an der Minnesota 20 ein schmerzhafter Fehler - sein erster Fumble in der gesamten Saison, der Ball wandert zu den Vikings.

Vikings in der Overtime eiskalt

Trotzdem folgt kurzer Jubel der Saints-Fans: Cook unterläuft ein Fumble, der zum Touchdown retourniert wird - die Wiederholung offenbart, dass der Vikings-Runner bereits zu Boden gegangen war. Dennoch wird der Drive an der eigenen 30 gestoppt, die Saints bekommen mit 1:55 Minuten auf der Uhr die Chance zur Wende.

Tatsächlich arbeitet sich New Orleans mit fünf Plays an die Minnesota 26, eine Strafe raubt ihnen wichtige Zeit und fünf Yards - so muss Sekunden vor dem Ende das ausgleichende Field Goal herhalten, welches Wil Lutz aus 49 Yards gelingt. Erstmals in der NFL-Geschichte gehen damit zwei Spiele des Wild-Card-Wochenendes in die Overtime.

Im Gegensatz zum Drama bei Houston gegen Buffalo (HIER nachlesen>>>) dauert die Angelegenheit diesmal aber nicht lange: Ein tiefer Pass auf Adam Thielen bringt die Vikings an die 3-Yard-Linie, ein Pass auf Kyle Rudolph und das Spiel ist zu Ende - die Vikings ziehen in die Divisionals ein.

Nach dem Divisionals-Aus in letzter Sekunde vor zwei Jahren ausgerechnet in Minnesota und der umstrittenen Niederlage im Kampf um den NFC-Titel gegen die Los Angeles Rams voriges Jahr enden auch die Playoffs 2020 mit einer tiefen Enttäuschung für Drew Brees, der in zehn Tagen seinen 41. Geburtstag feiert.

Legenden, junge Wilde und einige etablierte Haudegen. Die Playoff-Quarterbacks dieser NFL-Saison bieten ein breites Spektrum. LAOLA1 mit einem Ranking der Spielmacher:

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Eines vorneweg: Der Generations-Wechsel unter den NFL-Quarterbacks ist bekanntlich in vollem Gange. Da die "Jungen Wilden" logischerweise noch nicht über die Lebensläufe eines Brady, Brees oder Rodgers verfügen können, besteht in solch einem Ranking die Gefahr, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Wir legen daher auch diesmal eine Spur mehr Wert auf die Aktualität, ohne aber die gerade in der Postseason so wertvolle Erfahrung außer Acht zu lassen.

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12. JOSH ALLEN (Buffalo Bills)

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Sagen wir so: Wenn Allen in diesem Playoff-Feld Letzter ist, muss es schon schlechtere Quarterback-Jahrgänge in Playoffs gegeben haben. Der Bills-Spielmacher ist keiner, der einen mit seinen Statistiken verzaubert. Seinen Wert sollte man dennoch nicht unterschätzen. Erstens ist er unglaublich gut zu Fuß - 510 Rushing Yards und neun TDs in dieser Saison stechen nur im Lamar-Jackson-Zeitalter nicht heraus. Zweitens bringt er, wenn gefordert, schon auch entscheidende Würfe an. Buffalos Erfolg basiert aber eben nicht hauptsächlich auf der Offense.

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11. RYAN TANNEHILL (Tennessee Titans):

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Der einstige Miami-Flop schreibt in Nashville gerade ein Märchen in eigener Sache. Erst im Laufe der Saison anstelle von Marcus Mariota zum Starter avanciert, legte Tannehill das höchste Passer Rating  (117,5) dieser Saison hin. 22 TD-Pässe und nur 6 Interceptions sind ebenfalls überzeugend. Am überzeugendsten ist jedoch, dass es bei den Titans läuft, seit er das Ruder übernommen hat (7-3-Bilanz). Stellt sich die Frage, ob der frühere Erstrunden-Pick aktuell in Überform agiert oder wirklich so gut ist und die Dolphins ihn verkannt haben? Diese Playoffs werden es weisen...

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10. JIMMY GAROPPOLO (San Francisco 49ers):

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Ist "Jimmy G" der erste Erfolgsgarant, der einem einfällt, wenn es um die Wiederauferstehung der San Francisco 49ers geht? Nicht wirklich. Dafür streute er selbst bei Siegen immer wieder zu durchschnittliche Leistungen ein. Kein heuriger Playoff-QB warf mehr Interceptions als Garoppolo (13). So wenig konstant er in der Comeback-Saison nach seinem Kreuzbandriss bisweilen agierte, so sehr hatte er auch seine Ausreißer nach oben. Man darf gespannt sein, wie sich der 28-Jährige in den Playoffs tut.

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9. CARSON WENTZ (Philadelphia Eagles):

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Wentz wurde einst früh gedraftet, um die Eagles zum Super-Bowl-Sieg zu führen. Der Plan ging weitestgehend auf - mit dem Haken aus persönlicher Sicht, dass sich Wentz kurz vor dem Zielspurt verletzte und Nick Foles den großen Wurf erledigte. Wentz läuft diesem persönlichen Triumph noch hinterher. Im Laufe dieser Saison musste er sich einige Male Kritik gefallen lassen, teilweise auch zurecht. Allerdings: Die Verletzungsserie unter seinen Anspielstationen war phasenweise schon abenteuerlich. Trotzdem spielte der 27-Jährige gerade dann, als es im Dezember drauf ankam, richtig gut. So half er, die Saison zu retten.

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8. KIRK COUSINS (Minnesota Vikings):

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Wenn man vielleicht von den Duellen mit Green Bay absieht, war das nicht so schlecht, was Cousins in dieser Saison abgeliefert hat. Mit einem Rating von 107,4 rangiert er unter den diesjärigen Playoff-QBs auf Platz vier. Was dem 31-Jährigen im Vikings-Trikot vielleicht noch fehlt, ist der eine oder andere Statement-Sieg, der wirklich auf seine Leistung zurückgeführt wird. Diese Gelegenheit sollte sich in den Playoffs ergeben.

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7. DESHAUN WATSON (Houston Texans):

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Watson nur auf Rang 7? Dafür gibt es in der Tat keine allzu gute Begründung, außer dass die sechs Herrschaften vor ihm eben absolute Superstars sind - und der eine oder andere davon zugegeben ein wenig von seinem Namen und seiner Erfahrung lebt. Watson spielte eine gute Saison - warf 26 TD-Pässe und erlief auch deren sieben. Vor allem wie er die Patriots-Defense zerlegte, war durchaus ansehnlich. Sucht man einen Makel, findet man ihn allerdings definitiv bei 12 Interceptions - das ist eine Spur zu viel. Bei ihm wird es nun Zeit, dass er auch in der Postseason Spuren hinterlässt.

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6. AARON RODGERS (Green Bay Packers):

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Diskutiert man die besten Quarterbacks aller Zeiten, fällt der Name Aaron Rodgers zwangsweise. 2019 war, sagen wir mal so, kein statistischer Ego-Trip. 4002 Passing Yards und 26 TD-Pässe sind für seine Ansprüche eher nur solide, das Passer-Rating von 95,4 ist eher naja als spektakulär. Richtig gut sind dafür nur vier Interceptions. Nach Traumsaisonen ist Rodgers mit den Packers in der Postseason bisweilen gescheitert. Dreht er den Spieß nach dieser grundsoliden Saison um?

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5. TOM BRADY (New England Patriots):

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Das ist ein Ranking im Hinblick auf die Playoffs und tiefer kann man mit dem besten Playoff-Quarterback aller Zeiten beim besten Willen nicht gehen. Punkt. Geht man alleine nach den Statistiken in dieser Saison und den nicht immer überzeugenden Leistungen einer personell eher durchschnittlichen Patriots-Offense, müsste man die lebende Legende weiter hinten ansiedeln. Aber zweifelt irgendjemand daran, dass Tom Brady in der Postseason wieder den entscheidenden Wurf auspacken kann, wenn es notwendig ist? Eben.

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4. DREW BREES (New Orleans Saints):

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Verletzungsbedingt war diese Spielzeit für den Altstar eine verkürzte. Ein tolles QB-Rating von 116,3 sowie 27 TD-Pässe bei nur vier Interceptions sprechen dennoch für sich. Besonders stark: 74,3 Prozent seiner Passversuche kamen an den Mann, womit er seinen erst 2018 aufgestellten NFL-Rekord nur um 0,1 Prozent verpasste. Fünf der sechs besten Saisonen in besagter Statistik gehen in der NFL-Geschichte auf das Konto von Drew Brees - die drei besten gelangen 2018, 2019 und 2017. So viel zum Thema altersloser Präzision. Brees feiert am 15. Jänner seinen 41. Geburtstag.

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3. RUSSELL WILSON (Seattle Seahawks):

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Drei Niederlagen in den letzten vier Spielen drohen ein wenig zu verschleiern, wie gut die Saison von Russell Wilson war. Man sollte nicht vergessen, dass er als einer der Topfavoriten auf die Auszeichnung als MVP galt, ehe Lamar Jackson unwiderstehlich an Fahrt aufnahm. 31 TD-Pässe sind stark, ebenso ein QB-Rating von 107,4. Phasenweise hatte man in dieser Saison den Eindruck, als hielte er ein gar nicht mal so bärenstarkes Seahawks-Team im Rennen. Dass er als Super-Bowl-Champion inzwischen auch über jede Menge Playoff-Routine verfügt, muss nicht extra erwähnt werden.

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2. PATRICK MAHOMES (Kansas City Chiefs):

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Nein, es war nicht die Zauber-Saison aus dem Jahr 2018 - das war diesmal wohl alleine schon verletzungsbedingt nicht drinnen. Mahomes verpasste zweieinhalb Spiele und wirkte in einigen anderen etwas limitiert. Trotzdem lieferte er starke Spiele und Statistiken ab. Dass selbige vielleicht als ein wenig durchschnittlich empfunden werden, sprechen vor allem für die Erwartungshaltung an das Wunderkind der Chiefs. Wer ihn nach wie vor als besten QB der Gegenwart einstuft, möge dies ohne schlechtes Gewissen tun. Die Nummer eins geht diesmal jedoch an...

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1. LAMAR JACKSON (Baltimore Ravens):

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Wer sonst? Gefühlt lief Jackson in dieser Saison von New York nach Los Angeles. Angesichts der immensen Laufstärke (NFL-QB-Rekord von 1206 Rushing Yards; 7 TDs) geht fast unter, dass der 22-Jährige auch für die meisten TD-Pässe in dieser Spielzeit zuständig war, nämlich deren 36. Diese Kombination aus Weltklasse am Boden und durch die Luft macht ihn zu einem Phänomen, das kaum zu bändigen ist und die Ravens in eine hervorragende Ausgangslage im Hinblick auf die Super Bowl bringt.

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Textquelle: © LAOLA1.at

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