User Endzone: Es ist tatsächlich passiert!

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Da sind wir wieder - ein letztes Mal in der Regular Season 2020! Wie die Zeit vergeht...

Auch nach Week 17 in der NFL gibt es viel zu besprechen. Gut also, dass es ab dieser Saison die "User Endzone" gibt - das NFL-Format von EUCH für EUCH.

Zwei User geben in verschiedenen Kategorien ihre Expertisen, Meinungen und Ansichten zum besten.

Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen und gerne auch Anregungen, schließlich will auch dieses Format weiterentwickelt werden.

Die Hosts in Week 17: "MatB" und LAOLA1-Redakteur Peter Altmann.

USER MATB:

Wir schreiben das Ende von Week 17 und somit ist auch eine nicht ganz einfache, durch … beeinträchtigte Saison für alle Teams sehr fair zu Ende gegangen. Wer hätte das vor dieser Saison gedacht - noch dazu, da sich die meisten Favoriten auch durchgesetzt haben.

Vor Week 17 waren ja noch viele Fragen offen. Wer bleibt von den fünf 10-5 Teams in der AFC auf der Strecke? Wer schafft es in der NFC (L)east in die Playoffs? Schaffen es die Cardinals mit Kyler Murray gegen ersatzgeschwächte Rams noch in die Playoffs? All diese Geschichten schrieb Week 17 und noch vieles mehr, aber nun mehr dazu wie die letzten 16 Wochen auch gewohnt.

Es endet, wie es begonnen hat, gemeinsam mit Peter Altmann darf ich euch diese Woche näherbringen:

Houston Texans (4-12) vs. Tennessee Titans (11-5) 38:41

Diese Saison schrieb viele Geschichten, es hätten hier viele Partien stehen können. u.a. Minnesota at Detroit, aber dazu können sicher die User "austriaviking" und "neo" mehr sagen. Ich habe mich für die Titans bei den Texans entschieden, ein Spiel mit playoffentscheidendem Charakter.

Genau so lief das Spiel auch lange Zeit, die Tennessee Titans holten sich nach einer Interception von Watson durch ein Field Goal mit 3:0 die Führung und bauten diese bis 31:15 aus. Da waren bereits 10:31 im 3. Viertel gespielt. Die Titans spielten, was notwendig war, die Defense war stark, die Offense lief wieder mal über RB Derrick Henry, der hier noch extra gewürdigt wird. QB Tannehill managte das Spiel wie gehabt, hatte bis dahin 103 Yards, 1 TD, 10 Rushing Yards mit einem Rushing TD.

Ab diesem Zeitpunkt war Watson-Time, einmal mehr beeindruckend wie er ein so "totes" Team dennoch trägt. Seine Worte nach dem Spiel: "There's no real foundation in view. Everyone sees it. Everyone knows that."

Aber er hat trotzdem noch die Energie, gemeinsam mit Watt die Franchise wieder auf den richtigen Weg zu bringen, was O‘Brien heuer verhunzt hat, wird noch Jahre nachhängen, hoffentlich hat er nicht Watson seine beste Zeit genommen – aber zurück zum Spiel.

Bei 15:31 spielte Watson so richtig "befreit" auf. Bis dahin waren es keine Watson-Zahlen, die er stehen hatte, 140 Yards, 1 TD und 1 Int. Nach 1 Minute und 30 Sekunden und 2 starken Läufen von David Johnson bediente Watson WR Brandin Cooks für 20 Yards in der Endzone. 2 Spielzüge später fumbelte Titans RB-Star Henry, Texas LB Zach Cunningham sicherte den Ball für die Texans an der 28 Yards Line der Titans.

Watson schüttelte einen 27 Yards Pass raus, RB David Johnson besorgte den Rest. Anschließend hielt auch die Defense, die Titans spielten einen 4. Versuch an der 37 aus und Tannehill musste zu Boden. Watson führte "seine" Texans übers Feld. Er brauchte etwas über 6 Minuten, um das Spiel zu drehen - 10 Minuten vor Schluss waren die Texans erstmals in Front.

Die Titans liefen die Zeit von der Uhr, 1:42 vor Ende lief QB Tannehill zum TD und Führung in die Endzone. Wer nun glaubte, das Spiel sei gelaufen, der irrte sich, jetzt wurde es erst so richtig spannend, QB Deshaun Watson stemmte sich nochmals dagegen und kam bis zur 33 Yard Line. 18 Sekunden vor Ende stand es durch ein Field Goal 38:38.

18 Sekunden, da war ja was in Week 16. Titans QB Ryan Tannehill dachte sich, was Fitzmagic kann, kann ich auch, dazu habe ich bessere WR. A.J. Brown fing spektakulär einen 52 Yard Pass von Tannehill und hatte am Ende 10 Receptions für 151 Yards und 1 TD zu Buche stehen.

QB Tannehill war da, als er gebraucht wurde, obwohl ich finde, dass Watsons Leistung das Beste in diesem Spiel war, wenn man bedenkt, was der Rest des Teams hergibt.

Die Titans sicherten sich mit diesem Sieg den Divisiontitel. Ich muss ehrlich sagen, so leid es mir um Watson tut, hoffte ich auf einen Sieg der Titans, da ich die Colts als weit einfacheren Gegner für "meine" Bills halte.

Meine Stars des Spiels:
Natürlich RB Derrick Henry, aber dazu von Peter mehr, ich finde die Leistungen vom Tandem der Texans beeindruckend:

QB Deshaun Watson, 365 Yds, 3 TDs, 1 Int.
WR Brandin Cooks, 11 Receptions, 166 Yds, 2 TDs

Chicago Bears (8-8 - 16:35 gegen die Green Bay Packers)

"Sollte hier nicht ein Sieger stehen?", denken sich viele, aber die Bears sind "irgendwie" ein Gewinner, trotz Niederlage und 8-8 Bilanz schaffen sie es in die Playoffs.

Aber sind sie dadurch automatisch gleich ein Sieger. Ich würde sagen nein. Sie sind zwar ein heimlicher Gewinner durch den Playoff-Einzug, aber ich finde sie trotzdem als Verlierer.

Die starke Defense der Bears hielt den Packers nicht stand. Die Offense ist die letzten Wochen mit QB Mitch Trubisky auch sicherer, da dieser sicherer spielt, dazu hat mich Rookie WR Darnell Mooney in diesem Spiel positiv überrascht. RB David Montgomery ist die letzten Wochen über schon stark drauf.

Was für ein Lob für die Bears, aber am Ende stehen trotzdem nur 16 Punkte, neben einzelnen Ausrufezeichen konnten keine Punkte daraus erzielt werden. Die Defense der Packers war in diesem Spiel viel zu stark für diese Offense.

Genau diese Offense reicht, meiner Meinung nach, einfach nicht für die NFL, vielleicht für den "Bodensatz", wenn es sowas in der NFL gibt, aber sicher nicht für die Saints in den Playoffs.

Für mich sind sie trotzdem einer der Verlierer der Saison. Ich denke nach wie vor, den Bears fehlt ein starker QB und eine stärkere O-Line. Sie holten vor der Saison QB Nick Foles, damit sich die beiden QBs gegenseitig pushen. Das ging ja mal in die Hose, Foles war dazu nicht in der Lage, auch nicht als er Starter war.

Mit Trubinsky schafften sie es in die Playoffs, aber ich denke keiner der beiden QBs ist der Heilsbringer für die Bears.

Star of the Game:
Aaron Rodgers, QB, Green Bay Packers, 19 von 24, 240 Yards, 4 TD
Defense der Packers

Jonathan Taylor (RB - Indianapolis Colts - 253 Rushing Yds, 2 TDs)

Nach seiner Top Performance spricht diese Woche jeder nur von Titans Star-RB Derrick Henry. Ja Henry hat seine Leistung der letzten Saison noch verbessert.

Doch der Rookie-RB der Colts, Jonathan Taylor, stach Derrick Henry noch aus mit seiner Topleistung. 253 Yards und 2 TDs - das muss ihm mal wer nachmachen. Für mich trug Jonathan Taylor bereits die letzten Spieltage die Offense der Colts.

Ich bin nach wie vor nicht von der Leistung von QB Philipp Rivers überzeugt, schon gar nicht wenn man ihn die letzten Wochen gesehen hat, wo Taylor gefühlt von Spiel zu Spiel stärker wurde. Eigentlich sollte er sich mit dem etatmäßigen Starter Marlon Mack die Einsatzzeit teilen und so langsam in die NFL eingeführt werden.

Doch jener RB Marlon Mack riss sich im ersten Spiel die Achillessehne und Jonathan Taylor wurde ins kalte Wasser geworfen. Wer redet heute noch von Marlon Mack?

Es war eine beeindruckende Saison, die Jonathan Taylor spielte, ist er doch der Drittbeste bei den erlaufenen Yards mit 1169 Yards und 11 TDs. Vor ihm nur der bereits mehrmals angesprochene Derrick Henry und Dalvin Cook. Hinter ihm Spieler wie Aaron Jones, Alvin Kamara, Nick Cubb, oder auch Ezekiel Elliott.

Das Spiel in Week 17 war seine "Meisterprüfung" für diese Saison und hoffentlich auch für seine weitere NFL-Karriere.

Tua Tagovailoa und die Miami Dolphins (26:56-Niederlage bei den Buffalo Bils)

Für viele wäre es vor der Saison keine Seltenheit gewesen, wenn die Dolphins hier stehen, keiner hätte gedacht, dass sie eine solche Saison spielen und stark an den Playoffs riechen. Doch in der NFL geht‘s nun mal um Erfolg.

Wenn man es schon mal in der eigenen Hand hat am letzten Spieltag, dann möchte man es auch ins Ziel bringen, auch wenn man bereits als die größte Überraschung der Saison gilt.

Kurz zusammengefasst für alle, die das Spiel nicht gesehen haben: Die Dolphins hatten keine Chance gegen eine, in jedem Mannschaftsteil, überlegene Bills-Mannschaft. Eben jene Bills sehe ich weit vorne, daher auch keine große Überraschung, doch die Art und Weise, wie die Dolphins geschlagen wurden, war mehr als beeindruckend. Sowohl negativ aus Dolphins-Sicht, wie auch positiv aus Bills-Sicht.

Den Dolphins wurden mehr als deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. Vorige Woche holte "Fitzmagic" die Kohlen noch aus dem Feuer. Eben jener "Fitzmagic" konnte diese Woche nicht helfen, für mich wäre es mit ihm enger geworden.

So musste QB Tua Tagovaiola die Dolphins in die Playoffs führen. Ich muss sagen, ich war die ganze Saison schon nicht von Tua überzeugt, für mich sind Herbert und Burrow weit stärker.

Die 361 Yards waren Karrierebestleistung von Tua, doch das wars schon in diesem Spiel - einem TD standen 3 Interceptions gegenüber, 2 davon gehen alleine auf seine Kappe. Die viel gelobten Defense und Specialteams ließen auch aus. Waren es doch die Bills, die heuer erstmalig einen Puntreturn-TD erzielen konnten, dazu kamen noch ein Pick Six aus den 3 Interceptions.

Die Dolphins wurden mit ihren eigenen Mitteln – beeindruckend - in diesem Spiel geschlagen. Josh Allen wurde bereits zur Halbzeit raus genommen und doch wurde das Ergebnis noch deutlicher.

Ich muss ehrlich sagen, es ist nicht alles schlecht, was in Miami heuer passiert ist, doch darauf muss man nun aufbauen. Dazu kommen 4 Draft Picks in den ersten 2 Runden, darunter der #3 Pick von den Houston Texans.

Eigentlich gibt's zwei weiter Loser of the Week. Nämlich in der berühmt berüchtigten Fantasy Football Liga.

Ach wie oft haben wir nicht schon gehört, dass unser allzeit geliebter "Chefredakteur" eine Fantasy Liga gewonnen hat, wie viele Giftpfeile hat‘s immer wieder in Richtung Bernhard Kastler gegeben. Die letzten Jahre ist davon in dieser Liga nichts mehr zu spüren. Doch heuer sollte alles besser werden und wurde es auch - Peter Altmann konnte sich über den "ersten" Platz freuen. Ja richtig gelesen, und warum dann Loser of the Week? Ganz einfach es ist der erste Platz von hinten, er wurde heuer komplett durchgereicht, scheinbar nahm er uns nicht ernst genug ;-)

Richtig ich schrieb von zwei weiteren Losern. Unser Kollege und Freund "neo" dürfte etwas zuviel von Peter angenommen haben, durften wir ja die letzten Wochen immer wieder kleine Giftpfeile lesen, konnte er doch letztes Jahr die Liga Noch gewinnen. Und heuer?

Tja er stand gegen "marver711" im Endspiel, nur um das haushoch zu verlieren, obwohl er Derrick Henry in seinen Reihen hatte - ein Vorzeichen?

Tja lieber neo, lass dir gesagt sein: Hochmut kommt vor dem Fall ;-) Du wirst es uns aber nächstes Jahr wieder zeigen, davon gehe ich aus.

Gratulation auch an dieser Stelle an marver711 zum Sieg und auch neo zum Finaleinzug. Sowie allen anderen Teilnehmern zu ihrem Abschneiden, hat echt Spaß gemacht, dass alle bis auf Peter mit vollem Eifer dabei waren.


PETER ALTMANN:

Wir beenden die Regular Season so, wie wir sie mit der allerersten Ausgabe der User Endzone im September begonnen haben. Damals habe ich "MatB", der in Sachen Koordination und Konzept dieses feinen Formats voranging, bereits versprochen, dass wir die finale Episode gemeinsam machen.

Zwischendurch ist es ganz nett, auch mal Gewinner oder Verlierer zu küren, wobei mir ehrlich gesagt meine Senf-Rolle inzwischen sehr ans Herz gewachsen ist und ich finde, dass unsere User in den vergangenen Monaten einen fantastischen Job gemacht haben! Großartig!

Woche für Woche opfern sie durchaus einiges an Zeit und schreiben auf, was sie und somit auch uns am NFL-Wochenende gefallen oder auch geärgert hat. Und das mit viel Herzblut und gerne auch mal mit viel Solidarität und Spontanität, wenn beispielsweise der geplante Schreiber während des NFL-Sonntags ins Krankenhaus muss. Ist uns passiert, wurde großartig abgefangen.

Deshalb ganz ehrlich: DANKE für die vergangenen Wochen und Monate!

Wobei die Saison ja noch nicht zu Ende ist und das, worum es eigentlich geht, ja noch vor uns liegt. Auch im Jänner wird von unseren Usern zu lesen sein, deshalb soll hier natürlich keine Abschiedsstimmung aufkommen.

Bevor ich loslege, noch ein Wort zu "MatB" Fantasy-Irrungen. Wenn zum Beispiel "neo" in Sachen Fantasy trollt, ist das ja in Ordnung, auch wenn er ein bitteres Wochenende hinter sich hat. Aber "MatB"? Ich sag nur "blindes Huhn". Niemand, wirklich niemand hat in unserer Liga weniger Punkte gesammelt. Das klassiche Jets-Phänomen: Lange Zeit inferior, gegen Ende hin einige unnötige Siege. Schon okay, wenn man jubelt, "King of Consolation" zu sein, aber es hat schon einen Grund, warum in einigen Absätzen voller Schadenfreude die eigene Leistung mit keiner Silbe erwähnt wird ;-)

So, jetzt aber Week 17!

Philadelphia Eagles (4-11-1) vs. Washington Football Team (7-9) 14:20

Win and you're in!

Das Washington Football Team erfüllt seine Pflicht und darf sich als - den Umständen entsprechend verdienter - Gewinner der NFC East auf die Playoffs vorbereiten.

So weit, so einfach - und doch irgendwie nicht.

Als ob der Gewinn der diesjährigen Ausgabe der NFC (L)East nicht ohnehin schon genügend schalen Beigeschmack gehabt hätte, kann man ruhig über die Art und Weise, wie Philadelphia diese Partie angelegt hat, diskutieren.

Week 17 ist oftmals ein kruder Mix aus dem für manche Teams wichtigsten und für manche Teams unwichtigsten Spiel des Jahres. Playoff-Fixstarter wie die Chiefs schonen ihre Stars, andere probieren etwas.

Game 256 - das finale Spiel der regular Season wird von der NFL und TV-Sender NBC logischerweise nicht umsonst für den Sunday Night Termin ausgewählt - war ein Mischung aus beidem. Für Washington ging es um die Playoffs, Philadelphia war das einzige Division-Team ohne Postseason-Chance in Week 17 (und das will was heißen...)

Dennoch bemühte man sich bei Philly spürbar, hielt mit Jalen Hurts als QB die Partie auch offen. Doch dann wollte Head Coach Doug Pederson unbedingt seinen eigentlich dritten Quarterback Nate Sudfeld spielen sehen. Dass man sich einen Spielmacher im "echten" NFL-Leben anschauen und evaluieren möchte, ist ja irgendwie nachvollziehbar.

Aber da Kollege Sudfeld irgendwo zwischen null und gar nichts zusammenbrachte, ist der Frust der New York Giants (siehe Tweets) - bei einem Sieg der Eagles wären sie in die Playoffs gerutscht - schon nachvollziehbar.

Oder auch nicht. Im konkreten Fall. Denn ich sage mal so: Jedes einzelne NFC-East-Team hätte wirklich genügend Gelegenheiten gehabt, die Unzulänglichkeit der Division-internen Konkurrenz früher zu nutzen.

Abgesehen von der QB-Position war Washington das "beste" Team dieser Division - und mit Alex Smith liefert es auch auf der Spielmacher-Position eine Feel-good-Story.

Und hey, Chase Young ist doch wirklich genial! Könnte lustig werden, ihn gegen Tom Brady spielen zu sehen.

Cleveland Browns (24:22 gegen die Pittsburgh Steelers)

Es ist tatsächlich passiert!

"Die Cleveland Browns stehen in den Playoffs." Irgendwie zittern die Hände, wenn man diesen Satz schreibt, also noch mal: "Die Cleveland Browns stehen in den Playoffs."

Strange. Sätze, von denen man nicht geglaubt hätte, dass man sie jemals schreiben wird. Also warum nicht gleich noch mal? "Die Cleveland Browns stehen in den Playoffs."

Ich bin alt, ich kann mich vage daran erinnern, dass die Browns in der Saison 2002 in der Postseason standen und knapp gegen die Pittsburgh Steelers scheiterten (jener Gegner, auf den sie auch diesmal treffen und gegen den sie in Week 17 das Playoff-Ticket lösten).

Es wären nicht die Browns, hätten sie ihre großartige Saison nicht beinahe noch weggeschmissen - vergangene Woche Covid-ersatzgeschwächt gegen Jets, die eigentlich gar nicht gewinnen wollten/sollten und in Week 17 gegen freiwillig ersatzgeschwächte Steelers, die auf Ben Roethlisberger verzichteten.

Aber egal, es ging ja gut und zeugt von zwei Dingen: Erstens: Kevin Stefanski könnte tatsächlich jener Head Coach sein, der aus all dem in den vergangenen Jahren angesammelten Talent ein Sieger-Team formen kann (komischer Gedanken im Zusammenhang mit den notorischen Losern). Zweitens: Irgendwann kann es sich tatsächlich auszahlen, wenn man so viel frühe Draft-Picks hat. Das ist echt kein schlechter Roster!

Tim Couch bestritt als letzter Browns-QB ein Playoff-Spiel. Seither probierte man in Cleveland 27 Starting-Quarterbacks und verschliss elf Head Coaches.

2002 war mit LeBron James der vielleicht wichtigste Ohio-Boy in Sachen Sport noch auf der High School. Niemand ahnte, dass er dieser eigentlich ziemlich enthusiastischen Sport-Stadt einmal das Herz brechen würde. Wenigstens kam er zurück und holte den NBA-Titel in die Stadt.

Jetzt haben die Browns die Chance auf die Super Bowl. Auch so ein Satz, der nur ganz, ganz schwer über die Tastatur gehen will.

Derrick Henry (RB - Tennessee Titans - 250 Rushing Yards, 2 TDs)

Es war schon lustig. Zu Spielbeginn hatte man es ganz weit im Hinterkopf, dass bei einer magischen Leistung die 2000er-Schallmauer möglich ist, aber so richtig glaubte man nicht daran.

Zurecht konzentrierte sich alles darauf, dass die Titans dieses Spiel unbedingt gewinnen müssen, um die AFC South zu sichern (siehe MatB).

Das taten sie auch in einem unglaublichen Spiel - und je länger selbiges dauerte, desto präsenter wurde die 2000er-Sache angesichts einer - jawohl, magischen - Leistung Henrys.

2000? Was, wie, warum?

Es gibt Schallmauern im Sport, die selten durchbrochen werden - 2000 Rushing Yards in einer NFL-Saison sind so eine. Henry ist erst der achte Spieler der NFL-Geschichte, der das geschafft hat - und der erste seit Adrian Peterson 2012.

In einer passlastigen Liga, in der es gerade für Running Backs nicht einfach ist, gesund zu bleiben und lange Karrieren hinzulegen, ist dies schon eine herausragende Leistung. Henry ist der beste reine Läufer der vergangenen zwei Saisonen, also ist es hochverdient. Seinen Platz in der NFL-Geschichte hat er nun endgültig sicher.

Mit 2027 Yards reiht er sich in diesem sehr, sehr exklusiven Klub auf Rang fünf ein. Seine Kollegen:

1.) Eric Dickerson (L.A. Rams 1984) - 2105 Rushing Yards

2.) Adrian Peterson (Minnesota, 2012) - 2097 Rushing Yards

3.) Jamal Lewis (Baltimore, 2003) - 2066 Rushing Yards

4.) Barry Sanders (Detroit, 1997) - 2053 Rushing Yards

5.) Derrick Henry (Tennessee, 2020 - 2027 Rushing Yards)

6.) Terrell Davis (Denver, 1998) - 2008 Rushing Yards

7.) Chris Johnson (Tennessee, 2009 - 2006 Rushing Yards)

8.) O.J. Simpson (Buffalo, 1973 - 2003 Rushing Yards)

Ja genau, der O.J. Simpson...

Arizona Cardinals (8-8, 7:18 bei den Los Angeles Rams)

Ganz ehrlich, dieses Match hat mich ein bisserl grantig gemacht.

Da freut man sich auf einen großartigen Showdown im Kampf um ein Playoff-Ticket und was bekommt man dann zu sehen?

John Wolford vs. Chris Streveler.

Wen und wen? Ich interessiere mich am Rande für diese Liga, aber diese beiden Herren hatte ich auch nicht wirklich auf der Rechnung (wobei sie eigentlich recht spannende Biographien haben, was in sagen wir Week 7 erwähneswerter wäre, aber in Week 17 wenig zur Sache tut).

Wobei man sich bei Streveler schon mal fragen kann, wie es jemand, der die Saison 2019 als Backup der Winnipeg Blue Bombers in der CFL begann und sie mit acht TD-Pässen und 14 (!) Interceptions beendete, vor der Saison zum ersten Backup von Kyler Murray schaffte. Die Cardinals-Coaches werden wissen warum - oder auch nicht.

Denn als sich Murray verletzte, ging in einem Spiel, in dem viel gehen musste, nix mehr. Und das finde ich extrem traurig. Denn in Normalbesetzung stehen die Cardinals der Version 2020 für attraktiven Football, bei dem man gerne zuschaut, auch wenn in der zweiten Saisonhälfte der Faden schon ein wenig riss.

Dennoch hätte ich sie gerne in den Playoffs gesehen. Aber gut, mit Murray als QB sollte dies in den kommenden Jahren ja durchaus gelingen.

In diesem Sinne Kopf hoch "mundafinga"!

UMFRAGE-SENF:

Zum Schluss natürlich noch die Auflösung der letztwöchigen Umfrage. MVP ist für euch ganz klar Aaron Rodgers - und zwar mit 62 Prozent. Das wird wohl auch so kommen...

Und ja, nach Week 17 braucht es die Frage aller Fragen:

Textquelle: © LAOLA1.at

Trainer Christian Ilzer: Das sollte bei Sturm noch besser werden

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