User Endzone: Ein Sieg und doch ein Loser

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Da sind wir wieder!

Auch nach Week 15 in der NFL gibt es viel zu besprechen. Gut also, dass es ab dieser Saison die "User Endzone" gibt - das NFL-Format von EUCH für EUCH.

Zwei User geben in verschiedenen Kategorien ihre Expertisen, Meinungen und Ansichten zum besten.

Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen und gerne auch Anregungen, schließlich will auch dieses Format weiterentwickelt werden.

Die Hosts in Week 15: "Neo" und das Debüt von "TheLuky".

USER NEO:

Gleich Vorweg: Leider ging Herrn Altmanns Herzenswunsch, ich möge in der „Touchdown Tuesday Memorial“ Fantasy-League verlieren, ging nicht in Erfüllung. Leider habe ich mich knapp gegen Ex-Redakteur Kastler durchgesetzt. In diesem Sinne hoffe ich, Herr Altmann drückt nächste Woche in der zweiten Playoff-Woche meinem Konkurrenten „Dellionaires“ die Daumen – das scheint mir Glück zu bringen ;-)

Ansonsten ein wirklich kurzes Fazit zur Lions-Saison: Patricia ist weg und das ist gut so. Das ist das einzige Positive, das ich aus dieser Saison mitnehme. Ich hoffe, in der Offseason wird ein Umbruch eingeleitet und ein junges, talentiertes Team mit einem innovativen HC aufgebaut. Interims HC Bevell scheint jedenfalls auch nicht die Lösung zu sein, auch wenn es offensiv etwas besser läuft. Wobei diese Defense ein einziger Sauhaufen ist – was Ex HC Patricia da angerichtet hat, kann wohl nicht mal ein Harry Potter korrigieren.

Wie immer bleibt nur die Hoffnung auf Besserung für 2021, ich hoffe das Tal ist schon durchschritten. Mehr will und kann ich dazu nicht mehr schreiben, zumal es genug andere Storylines in der aktuellen Saison gibt, über die geschrieben werden muss:

Dallas Cowboys (5-9) vs. San Francisco 49ers (5-9) 41:33

In dieser Kategorie könnten einige Spiele stehen. ZB Chiefs vs. Saints oder Seahawks vs. Washington oder aber auch die Überraschung des Spieltags, der Sieg der Bengals gegen die Steelers.

Aber ich habe mich für Cowboys vs. 49ers entschieden, ein recht unterhaltsames Spiel, in dem es für beide Mannschaften eigentlich um nichts mehr ging. Eigentlich. Denn auf Grund der Niederlage von Washington an diesem Wochenende sind die Cowboys – trotz des katastrophalen 5-9 Records – in der NFC (L)east noch im Playoffrennen.

Allerdings reicht ein Sieg für das Football Team aus der Hauptstadt gegen die Eagles oder die Panthers, um diese Träumereien endgültig zu beenden und die Cowboys müssten beide verbliebenen Spiele gegen die Giants und die Eagles gewinnen. Aber wer weiß, in dieser Saison scheint in dieser Division alles Unmögliche möglich zu sein, selbst die Eagles haben noch Chancen, ihre ebenfalls traurige Saison noch mit Playoff-Football zu retten.

Aber zurück zum Spiel. In dieser Seuchensaison der Cowboys, welche mit der Never-Ending-Vertragsverlängerungs-Story um QB Dak Prescott begann und dann in seiner Verletzung gipfelte, war das Spiel gegen San Francisco echt ein Lichtblick. Klar, die auf Grund von Verletzungen bunt zusammengewürfelte O-Line von „Americas Team“ erinnert immer noch mehr an einen ungeordneten Hühnerhaufen und Backup QB Andy Dalton musste wieder einmal einige Hits & Sacks einstecken.

Auch Starting RB Pollard für den eigentlichen Starter und diesjährigen „Fumble-Maschine“ RB Elliott einsprang, schaffte bis zu seinem TD in diesem Spiel nur 2 Yards per carry. Aber: Die Defense produzierte im 4. Quarter zwei Interceptions und obwohl San Francisco auch auf 33 Punkte kam, waren das wichtige „Big Plays“, welche das Match zu Gunsten der Cowboys entschied.

Da kann man sich auch beim Backup QB Mullens der 49ers bedanken (QB Garoppolo ist ja ebenfalls verletzt), der eben diese zwei Interceptions servierte und auch noch einen Fumble hatte. Die Offense um einen trotz Pressure gut aufgelegten „Red Rifle“ machte den Rest klar.

Ich verfolge ja die 49ers nicht so intensiv, aber die Defense der 49ers – immerhin letztes Jahr noch das Prunkstück um DL Buckner und Armstead – agiert sehr weit vom Vorjahres-Niveau entfernt. Vor allem Buckner fehlt meiner Meinung nach an allen Ecken und Enden und Rookie Kinlaw – der freilich gute Vorrausetzungen hat – spielt noch sehr grün hinter den Ohren und hat noch einiges zu lernen.

Letztes Jahr hätten jedenfalls 33 Punkte der eigenen Offense gegen einen angeschlagenen Gegner – und das sind die Cowboys – definitiv für einen Sieg gereicht.

Indianapolis Colts (10-4 - 27:20 gegen die Houston Texans)

Eigentlich kämen in dieser Kategorie zahlreiche Teams in Frage: Die bärenstarken Bills, die Packers, die Seahawks, die Ravens, die Bucs und nicht zuletzt die Chiefs mit ihrem Sieg über die starken Saints haben alle Argumente geliefert, um hier aufzuscheinen.

Da über die Colts in den vergangenen Wochen nicht so viel geschrieben wurde, habe ich mich für sie entschieden. Indianapolis hat 10 der letzten 13 Spiele gewonnen und auch beim Spiel gegen QB Watson und seine Texans wurde eines deutlich: Der Supporting Cast auf den Skill Positionen bei den Texans ist einfach zu schwach, um starke Teams wie die Colts ernsthaft zu gefährden. Zwar tut Watson wirklich alles in seiner Macht Stehende, doch ein dominanter und sicherer Receiver, der auch gute Routen läuft (wie zB. Hopkins), fehlt einfach an allen Ecken und Enden.

Die Colts hingegen stehen gut da:

Die O-Line gibt QB Rivers genügend Zeit zum Werfen und er findet nun nach einem holprigen Start auch konstant seine Receiver. Dabei hilft, dass T.Y. Hilton spät aber doch in den letzten Spielen aus seinem Tiefschlaf erwacht ist. Auch RB Taylor hatte in dieser Saison schon Höhen und Tiefen erlebt, zuletzt zeigte seine Formkurve wieder steil bergauf und er spielt phasenweise echt sensationellen Football, wobei da sicherlich die starke O-Line einen großen Anteil daran hat.

Auch die Verpflichtung von DL Buckner in der Offseason (der 49ers Leid, der Colts Freud) hat sich bisher als Goldgriff erwiesen, er strahlt wirklich über das ganze Spiel Gefahr auf den gegnerischen QB aus. Nur die Zone Coverage im Backfield der Colts schaut manchmal etwas unbeholfen aus. Gegen einen QB, der mehr Zeit zum Werfen bekommt sowie Receiver, welcher diese Schnitzer auch ausnützen können (beides hat Houston leider derzeit nicht), kann das auch gehörig ins Auge gehen.

Einziger Wehrmutstropfen aus Colts-Sicht: Die Playoffs sind trotz 10-4-Record alles andere als safe, wenn es blöd hergeht, könnte „Indy“ mit einem 11-5-Record die Playoffs verpassen. Nächste Woche geht es gegen die Steelers, die nach der überraschenden Niederlage gegen die Bengals viel gut zu machen haben. Das dürfte ein extrem spannendes Spiel werden, wobei es für beide Teams um viel geht.

In Week 17 gegen die Jaguars sollten die Colts jedoch keine Probleme haben – es bleibt jedenfalls extrem spannend im Kampf um die Playoffs in der AFC.

Justin Herbert (QB - Los Angeles Chargers - 22/32, 314 YDS, 2 TDs/0 INTs, 1 Rush-TD)

Ich geb‘s zu: Ich bin ein riesiger Fan von Herbert und für mich ist er ganz klar Offensive Rookie of the Year.

Doch Herbert, der seit seinem Debüt, bei dem er aufgrund einer Verletzung vom eigentlichen Starting QB, Tyrod Taylor, ins kalte Wasser geschmissen wurde, abliefert, ist einfach eine Augenweide. Unbekümmert, mit spektakulären Big-Plays am laufenden Band, verzeiht man ihm auch die ein oder andere Ungenauigkeit im Kurzpassspiel.

Er hält jetzt heuer schon bei 7 Spielen mit mehr als 300 Passing Yards und das ist einsamer Rookie-Rekord (und die Saison hat ja noch zwei Spiele). Gegen die Raiders hat Herbert auch gezeigt, dass er sein Team in engen Situationen jederzeit zum TD führen kann, um das Spiel zu gewinnen – eine Eigenschaft, welche die Chargers dringend benötigen.

Und um ehrlich zu sein: Herbert ist der erfreuliche Hauptgrund, warum die Chargers heuer höchstwahrscheinlich außerhalb der Top 10 im Draft ziehen werden.

Warum die Chargers bei einem 5-9 Record halten, verstehe ich ohnehin nicht. Das Team hat eigentlich alles, um ein Playoff-Team zu sein. Einen spektakulären QB, solide Receiver und eine Defense, die alle Teams vor Probleme stellen kann. Nur schaffen es die Chargers immer wieder, auf unerklärliche Weise enge Spiele äußerst unglücklich zu verlieren.

Doch wenn diese "Schwäche" mal überwunden werden kann und man auch mal "dreckig" gewinnt – wie es die Top-Teams tun – sehe ich wirklich keinen Grund, warum die Chargers 2021 nicht vorne mitspielen. Vielleicht war das Raiders-Spiel diesbezüglich ein Anfang.

Das ist wirklich ein attraktives, junges Team, und ich werde mir auch nächstes Jahr einige Spiele der Chargers reinziehen – für Aktion ist da jedenfalls immer reichlich gesorgt. An alle Chargers Fans möchte ich noch ausrichten: Wenn man es in der Offseason nicht verbockt, kommen mit diesem Team rosige Zeiten auf euch zu – mark my words!

New England Patriots

Nun ist es also passiert: Das erste Mal seit 2008 haben die New England Patriots die Playoffs verfehlt. Im ersten Jahr der Post-Brady-Ära gibt es einfach zu viele Schwächen im Team von HC Bill Belichick, um mit den stärkeren Teams der Liga mithalten zu können.

Doch fangen wir mit dem Positiven an: An der Defense liegt es nicht, diese agierte heuer durchaus auf starkem Niveau. Belichick hat mit dieser Unit wieder gezaubert, trotz schmerzhafter Verluste (COVID-19 holdout) bzw. Abgänge. Der Hund liegt deutlich in der Offense begraben und damit müssen wir wohl auch über QB Cam Newton sprechen.

Der ehemalige MVP ist aus meiner Sicht noch nicht wirklich in Foxboro angekommen und zeigte zwar auch einige gute Plays, aber auch sehr viel Schatten. Er ist nach seinen Verletzungen in den Vorjahren einfach (noch?) nicht der Alte. Leider muss man aber auch sagen, dass sein Supporting Cast auf den Skill Positionen (WR, TE) in New England auch nicht gerade überdurchschnittlich gut besetzt ist.

Das spiegelt sich auch in den Team Statistiken wieder: Während das Laufspiel das sechstbeste der Liga ist, liegt man bei den Receiving-Yards per Game auf dem drittletzten Platz. Das ist einfach zu wenig, vor allem wenn der eigene QB nicht Lamar Jackson heißt.

Es stellt sich nun die Frage: Gibt es einen radikalen Umbruch in New England oder versucht man es 2021 nochmal mit Cam Newton? Ich persönlich würde gerne einen Umbruch in New England sehen – das Team hat in den letzten 20 Jahren für meinen Geschmack einfach zu viel gewonnen. Aber ich sehe gleichzeitig auch eine Defense, die trotz personellen Aderlasses gut performt hat.

Deswegen glaube ich, HC Belichik wird es nächstes Jahr nochmal mit Newton versuchen und in der Offseason am WR/TE Personal schrauben.

Was WR N’Keal Harry heuer zB gezeigt hat, ist viel zu wenig für einen potenziellen Nummer 1 Receiver und auf TE schaut es ebenfalls nicht wirklich rosig aus. Man darf auch nicht vergessen, dass aufgrund von COVID-19 einige wichtige Spieler der Patriots diese Saison ausgesetzt haben – diese kommen 2021 wieder zurück.

Insgesamt fehlt nicht viel und sollte Cam Newton irgendwann wieder in den MVP-Mode schalten, kann es ganz schnell gehen mit einem tiefen Playoff-Run. Vielleicht schon 2021. Aber dazu braucht er akzeptable Receiver und diese haben sich heuer leider ganz schwach präsentiert, auch wenn ich QB Newton sicher nicht ganz schuldfrei sprechen kann.

Ich glaube jedoch daran, dass Newton noch nicht "done" ist und noch eine gute bis sehr gute Saison im Tank hat, wenn die Umstände – wie damals bei den Panthers – stimmen.


USER THELUKY:

About TheLuky:

Diese Woche hätte ich mich wohl selber als Player of he Week aufgestellt – in zweierlei Hinsicht: Erstens, da ich mich in meinem Fantasy Team für Ryan Tannehill und gegen Justin Herbert (wo ich mich natürlich zwisschendurch geärgert hatte) entscheiden habe, und vor allem zweitens, weil ich natürlich hier bei einer tollen Football-Community meinen Beitrag leisten darf.

Ich bin eigentlich zufällig auf Football im FreeTV gestoßen, mein erstes Match war Super Bowl XLVI mit Giants gegen Patriots. Ich fand sofort Sympathien mit Tom Brady (mir gefällt einfach seine Art, alles dem Erfolg unterzuordnen) und war daher auch Patriots Fan (Rückwirkend würde ich sagen eine gute Entscheidung – denn zum Freuen hatte man ja einiges die letzten Jahre).

Nach dem turbulenten Sommer mit dem Brady Trade bin ich natürlich auch auf den Bandwagon der Tampa Bay Buccaneers aufgesprungen und fiebere nun mit Brady und der Franchise aus Florida mit – vor allem nach der Wiedervereinigung mit Gronk führte daran kein Weg mehr vorbei.

Fun Fact: Vielleicht noch ganz kurz – die (Football)-Welt scheint wirklich klein zu sein. Denn nachdem ich wieder vermehrt meine Kommentare unter der User Endzone abgegeben habe, wurde ich eingeladen als Gastautor zu fungieren. User MatB stellte via Mail Kontakt mit mir her, nur um danach festzustellen, dass wir beide eigentlich aus dem selben Ort (nördliches Waldviertel) kommen.

Minnesota Vikings (6-8) vs Chicago Bears (7-7) 27:33

Fernab der gewohnten Favoriten und Teams mit positivem Record ging es für beide um die letzte Chance auf die Playoffs und es wurde zum offenen Schlagabtausch mit Unterhaltungswert.

Nachdem in den jeweilig ersten Drives der Teams die Defense standhielt, waren es die Bears, die mit einem Touchdown in Führung gingen. Diese währte allerdings nur kurz, da Cousins im darauffolgenden Drive Thielen in der Endzone fand.

Nach einem Field Goal und einem Run-Touchdown von Montgomery (der übrigens mit 162 Yards und 2 Touchdowns auch in der Kategorie Player oft he Week stehen hätte können) gingen die Bears komfortabel in Führung. Noch vor der Pause behielten beide Kicker die Nerven und sorgten somit für den 20-10 Pausenstand (übrigens beide Kicker verwandelten alle Field Goals und Extrapunkte und das in einem Spiel der Vikings ;-) )

Danach kam ein wenig wieder Cook-Magie auf und brachte die Vikings - die als leichter Favorit in diese Partie gingen – wieder ran. Nach einigen Highlight-Plays hüben wie drüben ging es mit dem 10 Punkte Pausenvorsprung ins Schlussviertel.

Dort angelangt verkürzte Cousins auf 27-30 und das Spiel wurde nach der Trubisky-INT in die Endzone nochmals richtig Spannend, denn sie blieb zwar unbestraft, allerdings hielt nach Turnover on Downs die Vikings-Defense die Bears bei einem Field Goal. Somit blieben Cousins und Co. 56 Sekunden an der Uhr, um noch den Ssegbringenden Touchdown zu erzielen – dies blieb aber bei der Hoffnung, denn die Hail Mary von Cousins wurde zwar gefährlich in die Luft gedropt, landete allerdings bei den Bears.

Nachdem die Bears gut in die Saison gestartet sind (zumindest den Ergebnissen nach), fand man sich eigentlich weit von den Playoffs entfernt. Nachdem zwischendurch Foles der neue Starter war, übernahm in den letzten Spielen (aufgrund der Foles-Verletzung) wieder Trubisky, seitdem scheint sich einiges geändert haben – die Bears bekommen immer mehr Identität mit ihrem Rungame und entwickeln dadurch mehr Räume im Passinggame, vielleicht sogar noch rechtzeitig für die Playoffs.

Cleveland Browns (10-4 - 20:6 bei den New York Giants)

Die Auswahl des Teams of the Week gestaltete sich diesmal schwierig, da es einige Kandidaten gegeben hätte wie z.B. die Tampa Bay Buccaneers (aber darunter in den Kommentaren mehr), die durch eine furiose Aufholjagd die Playoffs so gut wie sicher haben oder auch die Bills, die seit 1995 das erste mal wieder die Division gewonnen haben...

Aber meine Auswahl viel auf die Cleveland Browns!

Die mit Abstand am meisten gebeutelte Franchise ist heuer so nah dran wie noch nie seit 2002, wieder in die Playoffs einzuziehen und das hat einige Gründe.

Vorweg sei gesagt, dass die Browns sich bereits in den letzten Jahren ein talentiertes Team zusammengestellt haben (einen Pass-Rusher mit DPOY, einen Nummer 1 Cornerback, eine dominante O-Line, zwei sehr gute Running-Backs und mit Landry & OBJ zwei tolle Receiver), nur um in den letzten Jahren den Hypetrain jedes Jahr wieder gegen die Wand zu fahren.

Dass das Jahr 2020 ein ganz eigenes Jahr ist, bekommt man ja auf der ganzen Welt mit, aber dies scheint sich auch auf die Browns umzulegen. Der neue Head Coach Kevin Stefanski bringt den Browns nun einen klare Identität bei & vor allem hat er es geschafft, neben dem funktionierten Laufspiel auch Baker Mayfield in die Spur zu bringen.

Mit diesem Rezept können sie im Jänner für jedes Team gefährlich werden und endgültig den Sprung von der Loser-Franchise zu einem Playoff-Contender schaffen (außer die Browns machen noch Browns Things).

Ryan Tannehill (QB - Tennessee Titans - 21/27, 273 YDS, 3 TDs/0 INTs, 2 Rush-TDs)

Wie schon oben erwähnt, hätte es auch hier mehrere Kandidaten gegeben wie z.B. Lamar Jackson (über den die letzten Wochen ja heiß diskutiert wurde - und der, als ob er die kritischen Stimmen auf LAOLA1 gelesen hätte, seither eigentlich wieder wie der MVP der Vorsaison spielt), aber ich habe mich für Ryan Tannehill entschieden.

Alleine wenn man seine Stats betrachtet, kommt man nicht daran vorbei, ihn in dieser Kategorie einzubauen – 21/27 Pässe für 273 Yards und 3 Touchdowns an den Mann gebracht, dazu kommen 21 Yards und 2 Rushing Touchdowns. 5 Touchdowns und 46 Punkte den Lions eingeschenkt (und ja diese Defense ist nicht mal Mittelmaß in der Liga), aber diese Leistung sollte trotzdem gewürdigt werden.

Aber Tannehills Wichtigkeit für die Titans geht weit über dieses Spiel hinaus, seit er Anfang letzter Saison von Mariota übernommen hat, läuft es für die Titans grandios. In den Playoffs 19/20 erst vom späteren Super-Bowl-Champion Kansas City Chiefs geschlagen und auch heuer wieder mit 10-4 voll auf Playoff-Kurs – und wie wichtig und vor allem wie gut Tannehill dabei agiert, spiegelt sich auch in seinem QB-Rating wieder 2019: 117,5 (Nr. 1 in der Saison 2019/2020) & 2020: 110,4 (was heuer hinter Rodgers und knapp hinter Mahomes und Watson Rang 4 bedeutet). Mehr ist dazu wohl nicht zu sagen.

New York Jets und Los Angeles Rams

Auch hier hätte es an diesem Spieltag einige Kandidaten gegeben, die Falcons wären so ein Kandidat, da sie wieder mal ein Spiel mit hoher Führung aus der Hand gegeben haben (wo würden die wohl stehen, hätten sie nicht so eine große Phobie vor hohen Führungwn, vermutlich mit einem Super-Bowl-Sieg in der Tasche und heuer mitten im Playoff-Rennen.

ein für mich sind die Loser of the Week die New York Jets, denn sie haben mit diesem eigentlich unnötigen Sieg vorrübergehend den Nr. 1 Pick an die Jacksonville Jaguars verloren. Natürlich will keiner eine 0-16-Saison in seiner Vita haben, aber nun wird es schwierig für die Franchise aus New York Trevor Lawrence zu bekommen...

Und neben den Jets gibt es in diesem Spiel einen weiteren Verlierer - und zwar den Gegner und eigentlichen Verlierer dieses Spiels, die Los Angeles Rams, ganz einfach aus dem Prinzip, weil man sich durch starke Leistungen zum erweiterten Kreis der Titelanwärter zählen durfte und nun gegen ein Team verlor, das nicht nur schlecht gecoacht schien sondern auch einfach nicht gut ist.

Was noch dazukommt, ist die Tatsache, dass sie die besten Bedingungen für einen sehr guten Seed gehabt hätten (z.B. als bester nicht Division Sieger gegen das NFC East Team - das wird jetzt aber voraussichtlich Tampa Bay), nein sondern mit dieser unnötigen Niederlage könnte man auch noch aus den Playoffs fliegen (auch wenn es relativ unwahrscheinlich ist, da hier die Bears die Packers schlagen müssten).


PETER ALTMANN:

SENF DER WOCHE:

1.) Die New England Patriots nicht in den Playoffs. Die New York Jets können gewinnen, die Pittsburgh Steelers nicht mehr - nicht mal gegen Cincinnati. Die NFL-Welt spielt wieder einmal komplett verrückt.

Was liegt also näher, als mit Marcus Mariota zu beginnen? Marcus Wer? Okay, komplett in Vergessenheit geraten war der frühere Nummer-2-Pick hoffentlich noch nicht. Ich fand's jedenfalls lässig, den mittlerweile zum Backup der Las Vegas Raiders abgestiegenen Quarterback wieder einmal im Einsatz zu sehen. Noch dazu gegen Justin Herbert - zwei frühere Spielmacher der Oregon Ducks. Herbert wuchs als Mariota-Fan auf und durfte nun gegen sein Idol ran - schöne Geschichte.

Zwei Gedanken dazu:

Erstens: Um Mariota gab es zwar damals nicht so einen Hype wie aktuell um Trevor Lawrence, aber ich meine in Erinnerung zu haben, dass den schlechten Teams der Saison 2014 schon bewusst war, dass im Draft 2015 ein vermeintlich spezielles Talent wartet. Hat er sich bei den Tennessee Titans so entwickelt wie erhofft? Nein. Ebensowenig wie Jameis Winston, die damalige Nummer 1, bei den Tampa Bay Buccaneers. Talent ist das eine, aber manchmal passen (das oftmals schlechte) Team und Spieler aus welchen Gründen auch immer nicht zusammen.

Zweitens: Man frage nach bei Mariotas Titans-Nachfolger Ryan Tannehill, der als Erstrunder in Miami nie wie erhofft zur Geltung kam, in Nashville jedoch plötzlich aufblühte - und soeben zu einem der User-Endzone-Spieler der Woche gewählt wurde, laut Wikipedia nach der Pro-Bowl-Nominierung 2019 und der Wahl zum Comeback Player of the Year 2019 die drittschönste Auszeichnung seiner Karriere.

Wer weiß, vielleicht besteht so gesehen ja auch Hoffnung, dass wir das Beste von Mariota noch zu sehen bekommen. Ich würd's mir wünschen, weil ich ihn aus einem mir selbst unerfindlichen Grund immer gemocht habe. Genau wie Derek Carr, seinen jetzigen Konkurrenten. Man darf gespannt sein.

2.) Faustregel: Man schreibe NIEMALS die New England Patriots ab, so lange Bill Belichick dort werkt. Kurzzeitige Schadefreude? Ja eh, mehr aber auch nicht. Ich schließe mich da "Neos" Gedanken an, außer in einem entscheidenden Punkt. Ich habe meine Zweifel, dass Cam Newton der QB der Patriots in der kommenden Saison sein wird, ihn werden wir eher woanders sehen - vielleicht bei seinem Ex-Coach in Washington. Mich würd's jedenfalls extrem wundern, wenn Belichick nach dieser bitteren Niederlage im Fernduell mit Tom Brady nicht alle Hebel in Bewegung setzen würde, um den Spieß umzudrehen.

3.) Ich mach mich jetzt mal unbeliebt und behaupte, dass sich der laut Bilanz Mega-Schlager New Orleans gegen Kansas City nicht so richtig wie eine Super-Bowl-Vorschau angefühlt hat. Ja eh, es war nicht unspannend, aber ernsthaft das Gefühl, dass Kansas City verlieren könnte, hatte ich nicht.

Das liegt vermutlich hauptsächlich daran, dass Drew Brees den "Augentest" nicht ganz bestanden hat. 15 Completions bei 34 Passversuchen ist gerade bei ihm eine eher zache Quote. Um das einzuordnen: Der 41-Jährige hatte in seiner kompletten Karriere nur zwei Spiele mit einer schwächeren Completion Percentage - das letzte ist 14 Jahre her.

Aber gut, der Sportsfreund ist auch nicht mehr der Jüngste und hat gerade eine Auszeit aufgrund von elf gebrochenen Rippen hinter sich. Wenn da gegen das beste Team der Liga nicht alles klappt, sei das verziehen. Brees traue ich trotz allem zu, in Fahrt zu kommen. Mir ist es auch lieber er spielt und nicht Taysom Hill.

Fakt ist jedoch: Der Saints-Roster ist auf einem titelfähigen Niveau. Sollte der große Coup gelingen, wäre es auch als lebende Legende keine Schande, sich von anderen zum großen Triumph tragen zu lassen. Man frage nach bei Peyton Manning.

Und ja eh, auch gegen die Chiefs waren ein paar nette Würfe dabei:

4.) Carson Wentz oder Jalen Hurts? Die User-Endzone-Gemeinde ist gespalten. 56 Prozent sehen Hurts kommende Saison als Starting-QB der Philadelphia Eagles, 46 Prozent Carson Wentz.

Es ist auch tatsächlich ein kniffliges Rätsel, das die Eagles da zu lösen haben. Belassen wir es einmal dabei, denn dass in Philly die Hoffnungen für die restliche Saison auf Hurts liegen, ist offenkundig.

5.) Die Jets. Die Jets? Die Jets!

Ja, dass die Bengals Pittsburgh schlagen, ist auch eine Sensation, aber die Steelers sind nicht nur schlecht drauf, sondern haben auch während ihrer Siegesserie schon um Niederlagen gebettelt.

Aber dieser Jets-Sieg bei den Los Angeles Rams ist wohl einer der größten Upsets der NFL-Geschichte - und das sehe nicht nur ich so, sondern rechnen auch Leute vor, die von Wett-Quoten mehr Ahnung haben als ich.

Auf jeden Fall ist es ein Ergebnis, welches das Potenzial hat, den Verlauf der weiteren NFL-Geschichte zu verändern. Ich muss die Sache mit Trevor Lawrence nicht mehr erklären, denke ich.

Ich kenne einige Jets-Fans und deren Gemütshaltung pendelt zwischen "Alles ist besser als 0-16" und tiefer und ehrlich empfundener Frust, dass man damit wohl Lawrence an die Jacksonville Jaguars verschenkt hat.

Ich weiß auch nicht ganz, was ich empfinden soll. Mein erster Gedanke war Freude für diese schwer gebeutelte Franchise - 0-16 wäre wirklich bitter, das will niemand. Aber je länger ich darüber nachdenke, fürchte ich zugegeben ebenfalls, dass dies ein typisches Kapitel der Jets-Historie gewesen sein könnte.

Wenn viele Meinungen zulässig sind, ist es umso schöner, die Frage an euch weiterzureichen und eure Stimmungslage abzufragen.

Eines möchte ich in diesem Zusammenhang jedoch noch festgehalten wissen: Ein großer Verlierer dieses Sieges ist für mich Sam Darnold, dem ich wirklich vergönnt hätte, wenn er bei einem anderen Team einen Neustart hätte hinlegen können. Der ist in meinen Augen nämlich wesentlich besser, als ihn die Jets ausschauen lassen.

Und ja, auch er galt mal als Spielmacher, für den es sich lohnt in der Saison davor oft zu verlieren ;-)

Textquelle: © LAOLA1.at

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