Endstand
31:27
3:7 , 0:14 , 3:0 , 25:6
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85-jähriges Warten zu Ende! Bears schaffen Mega-Comeback

Die Chicago Bears stehen in der Divisional Round der NFL-Playoffs - dabei liegen sie in der zweiten Hälfte zwischenzeitlich 18 Punkte zurück gegen die Green Bay Packers.

85-jähriges Warten zu Ende! Bears schaffen Mega-Comeback Foto: © GETTY

Die Chicago Bears stehen in der Divisional Round der NFL-Playoffs!

Die Bears (#2) verschlafen die erste Halbzeit, liegen zur Pause 3:21 zurück, legen jedoch ein riesiges Comeback hin und besiegen die Green Bay Packers nach einem spektakulären Finish mit 31:27.

Für die Chicago Bears ist es das größte Comeback ihrer Playoff-Geschichte, zudem ist es der erste Playoff-Sieg für die Bears seit 15 Jahren.

Noch dazu gegen ihre erbitterten Rivalen aus Green Bay. Tatsächlich war es Chicagos erste Playoff-Sieg gegen die Green Bay Packers seit 1941.

SO LIEF DAS SPIEL:

Die Bears nehmen in ihrem ersten Drive des Spiels gleich mal mächtig Zeit von der Uhr. Beinahe acht Minuten verbraucht man, am Ende muss man sich jedoch mit einem Field Goal und der 3:0-Führung zufriedengeben.

Auf der anderen Seite zeigt die Packers-Offense gleich im ersten Drive, wie gefährlich sie mit Jordan Love sein kann. Der Quarterback, der das Finish der Regular Season wegen einer Gehirnerschütterung verpasst hatte, führt seine Mannschaft innerhalb von neun Plays zum Touchdown: Vollendet mit einem 7-Yard-Pass zu Christian Watson.

Im nächsten Drive hat es Caleb Williams mit seinen Bears bereits in die gegnerische Hälfte geschafft (zuvor wird unter anderem auch ein vierter Versuch erfolgreich ausgespielt), ehe ein misslungener Pass in den Händen von Packers-Cornerback Carrington Valentine landet.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, verliert Chicago kurz darauf auch noch Linebacker T.J. Edwards, der sich offenbar einen schwere Fußverletzung zuzieht und vom Feld abtransportiert werden muss.

Ungeachtet davon lassen die Packers auch in ihrem zweiten Drive einen Touchdown folgen. Dieses Mal findet Love seinen Receiver Jayden Reed für 18 Yards - 14:3 für Green Bay.

Chicago versucht, mit seinem Divisionsrivalen mitzuhalten und geht auch im folgenden Drive volles Risiko. Nachdem ein vermeintlicher Catch und Fumble von Cole Kmet, der im Anschluss von den Bears aufgegabelt worden wäre, doch als imcomplete gewertet wird, blickt Chicago erneut einem vierten Versuch entgegen.

Obwohl man an der eigenen 32-Yard-Linie ist, entscheidet sich Bears-Head-Coach Ben Johnson dazu, den Versuch auszuspielen - allerdings hat Williams bereits beim Snap Probleme und vergeigt auch beim Pass kläglich.

Green Bay nützt das kurze Feld in weiterer Folge erfolgreich aus. Zwar erzwingt Chicagos Defense knapp außerhalb der Redzone einen vierten Versuch, doch auch Packers-Head-Coach Matt LaFleur zeigt sich aggressiv und spielt den Versuch aus:

Der Pass von Love findet Watson, der Tempo aufnimmt, auf die Endzone zusteuert und abhebt, den Ball jedoch kurz vor der Goal-Line verliert. Watson hat jedoch Glück, dass der Ball von seinem Teamkollegen recovert wird.

An der Goal-Line sieht es abermals so aus, als würde es die Bears-Defense schaffen, zumindest ein Field Goal zu erzwingen - wieder entscheidet sich LaFleur jedoch dafür, den vierten Versuch auszuspielen. Erneut bleibt Love cool, und erneut wirft er einen Touchdown-Pass. Dieses Mal zu Romeo Doubs.

21:3 für Green Bay mit 1:56 noch zu spielenden Minuten im zweiten Viertel.

Auch der nächste Bears-Drive endet mit einem Turnover on Downs. 32 Sekunden sind noch in der ersten Halbzeit auf der Uhr, als der nächste Williams-Pass bei viertem Versuch nicht sein Ziel findet.

Somit übernimmt Green Bay an der eigenen 37-Yard-Linie den Ball und marschiert bei herunterlaufender Uhr noch in Field-Goal-Range. Brandon McManus hat die Gelegenheit, die Packers-Führung mit einem 55-Yard-Field-Goal auf 21 Punkte auszubauen, setzt seinen Schuss jedoch knapp vorbei.

Halbzeitstand: 21:3 für Green Bay.

Die zweite Halbzeit beginnt gleich mit zwei schnellen "Three and Outs" der Green Bay Packers, was den Bears die Möglichkeit eröffnet, Boden gutzumachen.

Zunächst gelingt das auch ein bisschen. Chicagos erster Drive des dritten Viertels führt bis an die 16-Yard-Linie der Packers, wo man sich dann jedoch dafür entscheidet, das Field Goal zu kicken und auf 6:21 zu verkürzen.

Auch im nächsten Drive findet sich Chicago schnell in der gegnerischen Redzone wieder. Dort sieht man sich abermals mit Fourth Down konfrontiert, abermals versucht man diesen auszuspielen, abermals misslingt das Vorhaben. Williams ist schnell unter Druck und wirft den Ball einfach in die Luft. Ty'Ron Hopper sagt "Danke" und interceptet den Ball kurz vor der Endzone.

Was folgt, ist eines der kuriosesten Plays, das man wohl je in den Playoffs gesehen hat. Jordan Love wirft den Ball in der eigenen Endzone stehend zu seinem Offensive Lineman Darian Kinnard.

Der Offensive Tackle fängt den Ball und macht sich auf den Weg, Raum zu gewinnen. Während er unterwegs ist, verliert er jedoch den Ball. Chicago vergeigt allerdings die Möglichkeit, den Fumble kurz vor der gegnerischen Endzone zu recovern. Gervon Dexter schmeißt sich im Vollspeed auf den Ball drauf, pusht ihn dabei jedoch über die Seitenauslinie, womit Green Bay im Ballbesitz bleibt.

Lange bleibt Green Bay allerdings nicht im Ballbesitz. Chicagos Defense setzt die Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit fort und erzwingt kurz darauf den nächsten Punt.

Dank des starken Returns von Devin Duvernay, der den Ball bis an die gegnerische 35-Yard-Linie trägt, sind die Bears auf Anhieb in Field-Goal-Range.

Dort angekommen, läuft jedoch nicht viel zusammen. Williams fumblet den Ball sogar, allerdings wird das Spielgerät von einem Teamkollegen recovert. Chicago muss sich mit einem Field Goal zufriedengeben. Cairo Santos' 51-Yard-Kick ist gut - 9:21 aus Chicago-Sicht.

Nachdem aber auch Green Bays nächster Drive in einem Punt endet, hat Williams gleich wieder die nächste Chance, endlich den ersten Bears-Touchdown-Drive des Spiels zu fabrizieren - dieses Mal gelingt es auch. Nach einigen wichtigen Completions zu Colston Loveland ist es De'Andre Swift, der den Ball per Rushing-Touchdown über die Linie bugsiert.

Die Bears verkürzen damit auf 16:21 - 10:08 Minuten im letzten Viertel noch zu spielen.

Dass die zweite Halbzeit bislang absolut nicht nach Green Bays Wunsch verläuft, zeigt auch, dass Josh Jacobs den folgenden Kick-Return erst bis an die Mittellinie läuft, dann jedoch den Ball fumblet. Allerdings hat er Glück, dass sein Mitspieler den Fumble recovert.

Das weckt auch Jordan Love auf, der den ersten brauchbaren Packers-Drive in der zweiten Halbzeit orchestriert - der letztlich sogar in einem Touchdown endet. Rookie Matthew Golden fängt einen Swing-Pass von Love, bleibt dann mit etwas Glück auf den Beinen, lässt einige Bears-Verteidiger stehen und läuft bis in die Endzone.

Da McManus den folgenden Extrapunkt verschießt, steht es 27:16 für Green Bay - 6:36 Minuten noch auf der Uhr.

Chicago scheint zu dem Zeitpunkt aber endlich auch auf Offense-Seite voll in Schwung gekommen zu sein. Zwar wird man knapp vor der Mittellinie ein weiteres Mal in einen vierten Versuch gedrängt, dieses Mal findet Caleb Williams jedoch Rome Odunze für einen 27-Yard-Pass.

Fünf Plays später und der Ball ist in der Endzone: Olamide Zaccheaus fängt einen 8-Yard-Pass von Williams und verkürzt die Partie auf 22:27.

Auch die folgende Two-Point-Conversion von Williams zu Loveland sitzt - Chicago ist mit 4:18 Minuten auf der Uhr nur mehr 24:27 zurück.

Green Bay antwortet allerdings mit einem richtig guten Drive. Love bringt mehrere starke Pässe an den Mann und führt seine Packers nahe an die Redzone - dort ist jedoch Endstation.

Brandon McManus wird aufs Feld geholt, um die Führung mit einem Field Goal auszubauen, der routinierte Kicker setzt allerdings auch diesen 44-Yard-Versuch vorbei - womit der Spielstand 27:24 bleibt - 2:56 Minuten noch zu spielen.

Caleb Williams hat damit abermals - wie so oft in dieser Saison - die Chance, Chicago zu einem Comeback-Sieg zu hieven. Und liefert.

Die Bears benötigen nur 1:13 Minuten, um über das gesamte Feld zu marschieren. Abgeschlossen wird der Drive von einem wundervollen 25-Yard-Touchdown-Pass zu D.J. Moore.

31:27 für Chicago.

Allerdings haben die Green Bay Packers nach Chicagos Touchdown noch 1:43 Minuten Zeit, sowie ein Timeout, um das Spiel mit einem Touchdown ihrerseits zu drehen.

Love behält früh im Drive die Nerven und komplettiert einen 4th-&-7-Versuch zu Matthew Golden in der eigenen Spielhälfte.

Bitter für Green Bay: Nach einem Big Play von Love zu Jayden Reed verletzt sich Center Sean Rhyan, weshalb (da die Packers keine Timeouts mehr haben) zehn zusätzliche Sekunden von der Uhr genommen werden.

Der letzte Passversuch von Love findet keinen Mitspieler, womit der Sieg an Chicago geht.

DAS BEDEUTET ES FÜR BEIDE TEAMS:

Wie bereits eingangs erwähnt, hat dieser Playoff-Sieg eine enorme Bedeutung für die Chicago Bears. Erstmals seit 15 Jahren hat man wieder ein Postseason-Spiel gewonnen - dazu auch noch gegen die Green Bay Packers. Es war erst das dritte Playoff-Aufeinandertreffen der längsten Rivalität der NFL-Geschichte. Für die Bears ist es nun der zweite Playoff-Sieg gegen Green Bay, der erste seit 1941.

Somit setzt sich auch die Traum-Saison der Bears fort. Head Coach Ben Johnson hat in seinem ersten Jahr in Amt nicht nur die NFC North gewonnen, sondern auch gleich sein erstes Playoff-Spiel - und hat Caleb Williams und die Bears-Offense mit seinem Playcalling auf ein neues Level gehoben.

Wer der Gegner in der Divisional Round sein wird, wird sich erst am Sonntag entscheiden. Gewinnen die Philadelphia Eagles (#3) gegen die San Francisco 49ers (#6), dann empfängt man kommendes Wochenende Philadelphia. Setzt sich San Francisco gegen die Eagles durch, dann bekommen es die Bears mit den Los Angeles Rams (#5) zu tun.

Für die Green Bay Packers endet am Samstag hingegen eine Saison, die bereits vor mehreren Wochen mit der Verletzung von Micah Parsons einen großen Dämpfer bekam. Seitdem haben die Packers nur mehr verloren. Tatsächlich beendete man die Regular Season mit vier Niederlagen in Folge - die Niederlage gegen Chicago markiert bereits die fünfte Pleite am Stück.

Die aktuelle Saison mag zwar mies zu Ende gegangen sein, Green Bay verfügt jedoch über ein gutes, junges Team, mit dem wohl auch in den kommenden Jahren zu rechnen sein wird. Die größte Schwierigkeit könnte die NFC North sein - wo mit Chicago, Detroit und Minnesota mehrere Teams mit großem Potenzial zuhause sind.

Zu beobachten wird auch sein, wie es mit der Personalie Matt LaFleur weitergeht. Bereits im Laufe der Saison gab es das eine oder andere Abgangsgerücht um den Packers-Head-Coach - gut möglich, dass diese Diskussionen nach dem enttäuschenden Saison-Endspurt nochmal Fahrt aufnehmen.

CHICAGO BEARS:

Name

Passing Yards

Rushing Yards

Receiving Yards

Caleb Williams

361 (2 TDs, 2 INT)

20

D'Andre Swift

54 (1 TD)

38

Kyle Monangai

27

22

Cole Kmet

1

Luther Burden

-4

42

D.J. Moore

-5

64 (1 TD)

Colston Loveland

137

Rome Odunze

44

Olamide Zaccheaus

8 (1 TD)

Durham Smythe

6

GREEN BAY PACKERS:

Name

Passing Yards

Rushing Yards

Receiving Yards

Jordan Love

323 (4 TDs)

11

Josh Jacobs

55

3

Chris Brooks

16

11

Jayden Reed

14

43 (1 TD)

Emanuel Wilson

3

Romeo Doubs

124 (1 TD)

Matthew Golden

84 (1 TD)

Christin Watson

36 (1 TD)

Luke Musgrave

9

Josh Whyle

7

Darian Kinnard

6


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