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Parasport-Vertreter befürworten zeitigere Winterspiele

Athletensprecher Markus Salcher ist jedoch wichtig, dass der Abstand zwischen Olympia und den Paralympics nicht sehr groß ist.

Parasport-Vertreter befürworten zeitigere Winterspiele Foto: © GEPA

Überlegungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Winterspiele künftig früher stattfinden zu lassen, stoßen bei paralympischen Vertretern auf viel Gegenliebe.

"Also das würden wir sofort machen. Das wäre zu begrüßen", sagte Para-Alpinskifahrer und Athletensprecher Markus Salcher bei den Paralympics in Cortina d'Ampezzo. Auch ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat würde Para-Winterspiele im Februar statt im März begrüßen.

Anfang Februar war die Diskussion über eine Vorverlegung der Winterspiele in mittlerer Zukunft durch eine IOC-Arbeitsgruppe unter Leitung von Ex-ÖOC-Chef Karl Stoss angestoßen worden. Als Gründe waren damals der Klimawandel und bessere Schneeverhältnisse genannt worden.

Stoss sprach von Jänner als olympischen Austragungszeitpunkt, von dem die Paralympics profitieren könnten. Rauch-Kallat befürwortete in Cortina ein solches Vorhaben. "Schon seit drei Winterspielen denke ich jedes Mal, könnte das Ganze nicht ein Stück nach vorn verlegt werden?"

Schwierige Bedingungen in jüngerer Vergangenheit

Die Präsidentin des Österreichischen Paralympischen Committees (ÖPC) erinnerte an die schwierigen Bedingungen seit den Para-Spielen 2014. "Sotschi war schon extrem schwierig. Es war ja wirklich alles braun. In Pyeongchang war es besser als in Sotschi, aber Peking war die größte Katastrophe. Nur braun. Vereister Kunstschnee, es war wie eine Betonpiste, haben die Athleten damals gesagt. Also wirklich ganz, ganz verheerende Verhältnisse."

Die Spiele 2022 in China waren die ersten, bei denen fast ausschließlich Kunstschnee zum Einsatz gekommen war.

Auch die derzeitigen Paralympics in Mailand/Cortina haben mit frühlingshaftem Wetter und Mittagstemperaturen jenseits der zehn Grad Celsius zu kämpfen und dadurch mit entsprechend patzigem Schnee.

Salcher, der in Italien seine fünften und letzten Para-Spiele bestreitet, bezweifelt allerdings, ob es wirklich zu einer nennenswerten Vorverlegung kommt. Wichtig sei ihm aber, dass Olympia und Paralympics eng beieinander blieben.

"Ich bin froh, dass wir so zusammenhängen, weil wir natürlich extrem profitieren von den Olympischen Spielen, dass die vor uns stattfinden. Der Vorteil bei uns ist schon, dass oft dann die Infrastruktur, die während den Olympischen noch nicht fertig ist, bei uns meist fertig ist", sagte der Kärntner. Zudem sind für die Paralympics oft zusätzliche Arbeiten und Adaptionen notwendig.

Olympia soll vor Paralympics bleiben

Insofern sei es auch gut, wenn die Para-Winterspiele nicht vor Olympia gelegt würden, auch wenn dies seinen Reiz hätte. "Das könnte man durchaus diskutieren. Ich glaube nicht, dass wir da auf Abneigung stoßen im paralympischen Lager. Jedoch ist es so, dass wenn Olympia anfängt, dann gibt es einen Hype. Da ist eine Vollgas-Medienberichterstattung, die Eröffnungsfeier und so weiter. Wenn die Paralympischen die Eröffnungsfeier vor den Olympischen haben, glaube ich nicht, dass das so ist", gibt Salcher zu bedenken.

Auch Rauch-Kallat hält eine geänderte Abfolge der Winterspiele nicht unbedingt für zielführend. "Ich glaube, es ist schon gut so, wie es ist. Wir sind ja - bei allem Ehrgeiz um Gleichstellung - viel weniger."

Das Thema wird aber aktuell bleiben. Laut einer IOC-Studie werden aufgrund des Klimawandels im Jahr 2040 nur noch zehn Nationen in der Lage sein, die Schneesportwettbewerbe der Olympischen und Paralympischen Winterspiele auszurichten.

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