Ein NASCAR für den Comeback-Sieg

Ein NASCAR für den Comeback-Sieg Foto: © getty
 

182 Rennsiege standen in der McLaren-Historie zu Buche. Eine stolze Zahl - die seit November 2012 allerdings unverändert blieb.

Fast neun lange Jahre des Wartens, in denen sich das Team mehrmals neu aufstellte und zur Mitte des letzten Jahrzehnts auch ganz ans Ende des Feldes rutschte, endeten in Monza standesgemäß: Der Grand Prix von Italien endete gleich mit einem Doppelsieg.

Aber die Rückkehr des Teams auf das oberste Podest war nicht das einzige Comeback. Auch Daniel Ricciardos achter GP-Sieg ließ drei Jahre auf sich warten. Drei Jahre, die dem Australier nach dem Abgang von Red Bull analog zur jüngeren Vergangenheit seines Teams auch Tiefen erleben ließ.

Die Liebe zum Sport kehrt zurück

Das Kapitel Renault blieb für den "Honey Badger" bis auf wenige Momente ein wenig erfolgreiches, auch der Einstand bei McLaren lief gar nicht nach Wunsch. Spätestens jetzt ist der Australier aber angekommen. Und mit ihm das wahrscheinlich sympathischste Gesicht des ganzen F1-Zirkus zurück ganz vorne.

"Das bedeutet alles. Ich versuche, das Glück in meinem Leben nicht nur vom Sport abhängig zu machen. Immerhin waren es dreieinhalb Jahre seit meinem letzten Sieg, also hätte es mir häufig schlecht gehen müssen", war Ricciardo immer um Fassung bemüht.

"Aber tief in mir habe ich den Glauben nie verloren. Und ich denke, ich habe einen Schritt zurück und etwas Zeit abseits gebraucht, die hatte ich im August und das hat geholfen."

Der Sieg fühle sich für ihn nun wie eine Bestätigung an. "Manchmal ist es schwer, Antworten zu finden. Aber du musst deinem Weg treu bleiben. Ich hatte frustrierende Momente im Kopf, aber ich habe immer versucht, sie nicht lange bleiben zu lassen."

Momente wie dieser würden ihm die zwischenzeitlich verlorene Liebe mit dem Sport zurückschenken: "Du merkst in den schlechten Momenten, wie sehr du es doch willst. Das war die größte Sache an diesem Wochenende: Dass ich wieder wusste, um ein Podium kämpfen zu können, und in so einem Moment wieder voll da zu sein."

Ein "Shoey" für den Chef

Nicht nur für Ricciardo war es ein Jubeltag. Mit Lando Norris als Zweitem - für ihn das beste Resultat seiner jungen Karriere - wurde von McLaren das Maximum am Sonntag herausgeholt. Der erste Doppelsieg seit 2010 ist das erste große Highlight des stolzen Rennstalls auf dem Weg zurück.

"Das Team macht eine sensationelle Arbeit und hat einen sensationellen Spirit, und es ist großartig zu sehen, dass sich das Schritt für Schritt auszahlt. Gleichzeitig ist es wichtig, nicht abzuschweifen: Vor einer Woche in Zandvoort wurden wir zerstört. Wir haben noch eine Menge Arbeit, aber die Richtung stimmt", war Teamchef Andreas Seidl um Nüchternheit bemüht.

Was aber nicht gegen eine große Party in Monza spricht. Die begann Ricciardo schon am Podest mit seinem berühmten "Shoey" - in dessen Genuss auch Norris und McLaren-CEO Zak Brown kamen.

Der seinerseits jetzt auch ein Versprechen einzulösen hat: Eine Fahrt im NASCAR von Dale Earnhardt, dem Idol Ricciardos. Das Auto befindet sich in Browns Besitz und hielt schon bei "Dienstantritt" als Versprechen für den Australier her, sollte er ein Podest einfahren.

Seinen Part der Abmachung hat Ricciardo übererfüllt.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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