Ocons große Alonso-Parallele

Ocons große Alonso-Parallele Foto: © getty
 

78 Rennen hat es gedauert - und auch in diesem 78. Antritt hätte wohl kaum jemand Geld darauf gesetzt, dass Esteban Ocon in Ungarn sein erstes Rennen in der Formel 1 gewinnt.

Der Franzose nutzte das Chaos, das den Grand Prix in seiner Anfangsphase prägte, perfekt aus und fuhr fehlerfrei zur Sensation. Nicht nur der erste Sieg für den 24-Jährigen, der es zuvor erst einmal auf ein Podest schaffte, sondern auch der erste für Alpine respektive Renault seit der Rückkehr als Werksteam im Jahr 2016.

Erstmals seit 1983 gab es das "Triple" im Zeichen der Tricolore: Fahrer, Auto und Motor allesamt aus Frankreich. Das war zuletzt durch Alain Prost in Österreich, eben vor 38 Jahren der Fall.

Und es ist die zweite Saison in Folge, in der ein Franzose für einen Sensationssieg sorgt, nachdem die stolze Nation zuvor 24 Jahre warten musste. Pierre Gasly gewann bekanntlich nicht weniger überraschend 2020 den Grand Prix von Italien in Monza.

Der Gipfel einer schwierigen Saison

Ocon kam aus dem Start-Chaos als Zweiter raus, nach dem Restart-Fehler von Lewis Hamilton (HIER nachlesen>>>) übernahm der Franzose die Führung, die er trotz Sebastian Vettel im Nacken nie hergab.

"Dass es ein überwältigender Moment in meiner Karriere ist, ist klar", rang Ocon nach Worten.

Der Rennsieg ist der Lohn geduldiger Arbeit, denn Ocons bisheriger Werdegang - wie auch die jetzige Saison - war bislang nicht nur von Höhen geprägt. Lange als Talent im Mercedes-Kader unterwegs, war er bei Manor und Force India abgestellt, ehe er 2019 mangels eines Platzes vorübergehend ganz aus der Formel 1 rutschte.

Anfang des Jahres trennten sich die Wege mit den "Silberpfeilen" komplett, nachdem Ocon keine Perspektive mehr beschert war. Als Werksfahrer bei Renault bzw. Alpine soll er seinen weiteren Weg machen.

"Wir hatten einige schwierige Momente in diesem Jahr, durch die wir als Team gegangen sind - als wir in Q1 rausgeflogen sind und am Ende auf Rang 17 landeten. In Silverstone hatten wir schon fantastische Pace, und was kann ich nach dem Sieg heute noch sagen? Ich wünschte, es wäre jeder, der daran mitgearbeitet hat, heute hier", freut sich der Franzose auf die Feier im britischen Enstone, wo die Fabrik steht.

Dank für Alonso - und Parallelen

Mit einem konnte Ocon aber sofort feiern: Fernando Alonso.

Der zweifache Weltmeister hatte durchaus seinen Anteil am Sieg seines jungen Teamkollegen, obwohl der Spanier am Ende "nur" auf dem vierten Rang landete - für ihn dennoch das beste Ergebnis seit der Rückkehr Anfang des Jahres.

Der seit kurzem 40-Jährige hielt Lewis Hamilton in der Schlussphase zehn Runden in Schach, dadurch konnte der Brite keinen Angriff mehr starten. Alonso selbst führte nach einem Ocon-Boxenstopp sogar einige Runden, das erste Mal seit sieben Jahren - damit brach der Routinier einen Rekord.

"Ich möchte ihm einen speziellen Dank aussprechen, denn er hat gekämpft wie ein Löwe und es hat dadurch die Lücke gegeben, die es gebraucht hat. Ich habe es schon oft gesagt: Ich habe einige böse Kommentare über Fernando erhalten, bevor er zum Team gekommen ist, aber wir formen ein tolles Duo, bringen das Team in die gleiche Richtung - und hoffentlich können wir uns bald ein Podium teilen", hofft Ocon.

Es gibt sogar eine Parallele zwischen den Beiden: Auch Alonso gewann sein erstes Rennen in Ungarn, vor 18 Jahren.

"Es ist ein Tag, den er nie vergessen wird", freut sich der Altmeister mit seinem jungen Kollegen.

Das wird seine Richtigkeit haben - egal, wie viele Erfolge noch kommen. Mit 24 hat Ocon ja noch genug Zeit, Siege folgen zu lassen. Oder gar weitere Parallelen mit seinem unweigerlichen Vorbild im Team zu ziehen.

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