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Fehler von Mercedes in Australien geklärt

LAOLA1 Foto: ©

Der Ärger bei Mercedes über den verlorenen Sieg beim Formel-1-Auftakt in Australien war groß, nun haben die Silberpfeile geklärt, warum genau es dazu kommen konnte.

War Toto Wolff unmittelbar nach dem Rennen noch der Annahme, dass die Strategie-Software schuld daran war, dass Lewis Hamilton während der Virtuellen-Safety-Car-Phase (VSC) hinter Sebastian Vettel zurückfiel, stellte sich bei der Analyse in Brackley heraus, dass das Problem an einem Offline-Tool lag.

Dieses wird dazu verwendet, um die sogenannten Delta-Zeiten zu berechnen. Diese sollen vorhersagen, welchen Rückstand ein Fahrer haben darf, um bei einem etwaigen Boxenstopp eines in Führung liegenden Gegners während einer VSC-Phase an diesem noch vorbeizukommen.

Das Mercedes-Tool errechnete in Melbourne eine Zeit von 15 Sekunden, daher hatte man beim Stopp von Vettel keine Bedenken. "Tatsächlich lag das Delta aber bei weniger als 13 Sekunden", erklärt Chefingenieur Andrew Shovlin in einem YouTube-Video von Mercedes.

Vettel nützt Reglement clever aus

Wie sich bei der Analyse herausstellte, erwies sich Vettel bei der rennentscheidenden Szene einmal mehr als besonders clever: Bei einer VSC-Phase müssen die Fahrer durch jeden sogenannten "Marshal-Sektor" - davon gibt es etwa 20 auf einer Strecke - in einer vorgegebenen Mindestzeit fahren.

Kommt ein Fahrer während einer VSC-Phase an die Box, wie Vettel, gelten diese Zeiten aber nur bis zur ersten Safety-Car-Linie. Zwischen dieser Linie und der Boxeneinfahrt, ab der ein Tempolimit von 60 km/h gilt, dürfen die Fahrer Vollgas geben.

Genau in diesem Sektor hat der Ferrari-Pilot die entscheidende Zeit herausgeholt, um letztlich vor Hamilton zurück auf die Strecke zu kommen. Die Delta-Zeiten werden üblicherweise im Training von Mechaniker herausgestoppt. "Das ist nie eine ganz genaue Wissenschaft, weil du nicht weißt, wie schnell ein Auto durchfährt und Richtung Boxengasse kommt", meint Shovlin.

Situation hätte sich vermeiden lassen

Vettel war wesentlich schneller, als es Mercedes ihm zugetraut hätte: "Wir dachten, wir hätten ein bisschen Puffer, aber dann sahen wir das Ergebnis. Wir kamen als Zweiter auf die Strecke. Von da an kamen wir nicht mehr durch, weil es sehr schwierig war, jemanden zu überholen."

Das Problem hätte sich aus Sicht der Silberpfeile vermeiden lassen können, wenn man Hamilton nach seinem Boxenstopp wenige Runden vor der Situation dazu aufgefordert hätte, schneller zu fahren.

"Weil wir uns sicher gefühlt haben, haben wir Lewis nicht gesagt, dass er pushen soll. Das ist der größte Frust, den wir aus Melbourne mitnehmen. Wir hatten das Auto, um das Rennen zu gewinnen", ärgert sich Shovlin.

Für künftige Fälle dieser Art ist das Weltmeister-Team, so hofft man, gerüstet: "Wir werden sicherstellen, dass wir mehr Puffer berechnen, alleine schon um außergewöhnlich schnelle Runden von Vettel oder einen außergewöhnlich schnellen Boxenstopp zu covern."


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