Antonelli vom Auto im Stich gelassen: "Das darf nicht brechen"
Einmal mehr hat Mercedes mit der Zuverlässigkeit zu kämpfen. Toto Wolff hofft, dass Antonellis Kampfesgeist am Ende der Saison ein ikonischer Moment wird.
Andrea Kimi Antonelli geht beim Grand Prix von Großbritannien zum zweiten Mal in dieser Saison leer aus – einmal mehr wird der WM-Leader von seinem Auto im Stich gelassen.
Im Gegensatz zu Barcelona, wo er sein Auto nach einer "elektrischen Abschaltung" stehen geblieben war, brach beim italienischen Teenager im Copse Corner die Radaufhängung.
Zwei Boxenstopps später versuchte Antonelli, seinen Wagen ins Ziel zu schleppen – eine Strafe wegen der Tracklimits ließ den Sprint-Sieger und Polesetter in Silverstone jedoch endgültig aus den Punkterängen fallen.
"Ich hatte eine echte Chance, das Rennen zu gewinnen", war der Führende in der WM-Wertung geknickt. Er habe nach dem Stopp schnell auf Leclerc aufgeholt, ehe ihn der Defekt zurückwarf.
Nach dem zweiten außerplanmäßigen Stopp habe sich das Auto wieder in Ordnung angefühlt. Eine Punkteplatzierung ging aber durch die bereits ausgesprochene Fünf-Sekunden-Strafe verloren: Mit beschädigter Aufhängung verließ der Italiener die Strecke einfach zu oft.
Im Nachhinein vielleicht ein beachtlicher Moment
Nicht nur der 19-Jährige ärgerte sich maßlos über die verpasste Gelegenheit. Trotz Führung in der Konstrukteurs-WM und Doppelführung in der Fahrer-WM gingen Mercedes in dieser Saison schon einige "Big Points" durch die Technik verloren.
"Der Curb ist unheimlich hoch und er hat richtig hingepusht. Aber das darf einfach nicht brechen", grummelte Toto Wolff im "ORF".
Der Teamchef hätte Antonelli wegen Sicherheitsbedenken "schon zehn Runden früher reingeholt", aber der WM-Führende wollte es nicht wahrhaben und fuhr einfach weiter.
"Ich hoffe, dass man am Jahresende, wenn alles gut gelaufen ist, diese Szene wieder spielt und sagt 'schau, wie er hingehalten hat'. Aber im Moment tut es total weh."
Nur noch 25 Punkte Vorsprung
Der Vorsprung des fünffachen Saisonsiegers schmilzt nun dahin: Durch George Russells zweiten Platz beträgt der Vorsprung des 18-Jährigen auf seinen Teamkollegen nur noch 25 Zähler.
Doch auch der Brite kam nicht ohne Sorgen durch das Rennen: Der erste Antonelli-Verfolger fiel durch einen schleichenden Plattfuß und anschließenden zweiten Boxenstopp zurück und begrub damit vermeintlich seine Podiums-Ambitionen.
Russell erbt P2 in später Safety-Car-Phase
Doch am Rennende kommt das Glück zu Russell zurück: Während Max Verstappen seinen Red Bull in der Stowe-Kurve verlor und ausschied, holte Ferrari seine beiden Piloten in der anschließenden Safety-Car-Phase noch einmal an die Box.
Mercedes ließ seinen Fahrer draußen, Hamilton kommt zwei Zehntel hinter seinem ehemaligen Teamkollegen wieder auf die Strecke. Da das Rennen danach nicht mehr aufgenommen wird, fährt Russell bei seinem Heimrennen seinen ersten Podiumsplatz ein.
"Gratulation an Charles. Es ist mein erstes Podest in Silverstone. Es war ein unglückliches Rennen für mich mit dem Platten. Am Ende war das Safety Car gut für mich. Schade für die Fans, aber gut für mich. Ferrari war an diesem Wochenende sehr schnell", sagte der Zweitplatzierte im Interview nach Rennende.