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Antonelli in Miami der Gejagte - F1 beendet Zwangspause

In Florida treten die ersten Regeladaptierungen in Kraft. McLaren und Co. versuchen, den Rückstand auf Mercedes zu verringern.

Antonelli in Miami der Gejagte - F1 beendet Zwangspause Foto: © GETTY

Miami markiert ab Freitag das Ende einer fast fünfwöchigen Zwangspause in der Formel-1-Weltmeisterschaft.

Nach dem - kriegsbedingten - Ausfall der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien wartet von Freitag bis Sonntag das volle Programm auf WM-Leader Kimi Antonelli (Mercedes) und Co.: Training, Sprint-Qualifikation, Sprint (Samstag, ab 18.00 im LIVE-Ticker), Qualifying und Grand Prix (Sonntag, ab 22.00 im LIVE-Ticker).

In Florida treten einige Regeländerungen in Kraft, die den Fahrern wieder bessere Rennbedingungen schaffen sollen.

Die Ausgangslage

Mercedes hatte die ersten drei Rennen des Jahres dominiert: Gewann George Russell in Melbourne, so siegte sein Teamkollege Antonelli in Shanghai und Suzuka.

Der 19-jährige Italiener setzte sich damit an die Spitze des WM-Klassements und führt mit 72 Punkten neun Zähler vor Russell (63) und den Ferrari-Piloten Charles Leclerc (49) und Lewis Hamilton (41). Erst dahinter folgt das Weltmeisterteam McLaren als dritte Kraft mit Champion Lando Norris (25) und Oscar Piastri (21).

Optimismus bei Mercedes

Russell konnte der langen Pause - ausgelöst durch die militärische Eskalation im Nahen Osten - durchaus positive Dinge abgewinnen. "Jetzt sind wir alle wieder aufgeladen", sagte der Brite.

"Ich habe viel Zeit mit dem Team verbracht. Die Leistung des Autos schaut sehr stark aus. Ich hoffe, dass wir dort weitermachen können, wo wir aufgehört haben." Der 28-Jährige erwartet, dass die Konkurrenz durch die Adaptionen der Rennregeln und Verbesserungen an den Boliden in Miami näher zusammenrücken wird. An "drastische Veränderungen" glaube er aber nicht.

Antonelli versucht nicht abzuheben

Antonelli versuchte derweil, dem Hype um seine Person aus dem Weg zu gehen. "Es war ein besserer Start für mich, als wir alle gedacht haben", meinte der Teenager. "Ich möchte mich einfach ganz auf die Gegenwart konzentrieren und darauf, wie ich das Beste aus dem Auto herausholen kann."

Er wolle Schritt für Schritt versuchen, die Messlatte höher zu legen. Antonelli, der als erster Italiener seit Alberto Ascari im Jahr 1953 zwei F1-Rennen in Folge gewann, hat in der Pause unter anderem am Simulator trainiert. "Ich glaube, insgesamt fühle ich mich stärker und habe das Geschehen besser im Griff", meinte der jüngste Formel-1-Spitzenreiter.

"Komplett neues Auto" bei McLaren

Bei McLaren hieß es, man reise mit einem "komplett neuen Auto" an. Bereits in Japan war der Rennstall mit Piastri auf Rang zwei näher an die dominierenden Mercedes-Boliden herangerückt.

Teamchef Andrea Stella sprach von "aerodynamischen Upgrades", die nun in Miami auf dem Kurs rund ums Hard Rock Stadium bessere Ergebnisse zeitigen sollen. In Florida und danach in Kanada werde man einen "neuen Rennwagen zu sehen bekommen, aber das erwarte ich von den meisten unserer Konkurrenten. Es wird im Grunde darum gehen, wer in der kurzen Zeit mehr Leistung gefunden hat", sagte Stella.

Die Regeladaptionen sehen Maßnahmen für mehr Sicherheit und Erleichterungen beim Energie-Management vor. Bei ersterem ging es laut Piastri vor allem darum, "Geschwindigkeitsunterschiede im Rennen an unerwarteten Stellen zu verringern".

Diese Unterschiede waren entstanden, wenn einige Fahrer aufgrund des neuen Reglements das Tempo zur Energierückgewinnung drosseln, während andere die ihnen zur Verfügung stehende Leistung voll ausschöpfen, um sich abzusetzen.

Längeres Freitagstraining

Die Piloten brauchen künftig weniger stark auf das Laden der Batterie für den Elektro-Anteil des Motors achten. Das war eigentlich Teil der neuen Motorenformel, mit der die Formel 1 seit 2026 unterwegs ist und umgehend viel Kritik von Topfahrern wie Max Verstappen und Norris geerntet hatte.

In Miami bekommen die Fahrer zudem am Freitag eine halbe Stunde mehr Trainingszeit als üblich. Begründet wurde dies mit der langen Pause, den Regeländerungen und weil durch die Sprint-Quali nur eine "Practice Session" am Freitag stattfindet.

So richtig schlecht ist unterdessen der Saisonstart bei Red Bull verlaufen. 16 magere Punkte stehen in der Konstrukteurs-WM zu Buche, Max Verstappen ist mit zwölf Zählern nur Neunter.

Der Vierfach-Weltmeister war in den bisherigen drei Rennen nicht in Podiumsnähe gekommen und hatte das neue Reglement als grundlegend fehlerhaft bezeichnet. Der Niederländer deutete gar Ausstiegsszenarien an, da ihm die Formel 1 in ihrer jetzigen Entwicklung überhaupt nicht mehr Spaß mache. Auch der "Bullen"-Rennstall setzt in den kommenden Rennen auf Upgrades.

Miami markiert indes das Heimdebüt des F1-Neulings Cadillac, für den Sergio Perez und Valtteri Bottas am Start stehen. Das von General Motors unterstützte Team tritt dabei in einer speziellen Lackierung im US-Stil an.

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