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Antonelli demütig: "Ein bisschen zu früh, um über WM zu reden"

In Suzuka übernimmt der 19-Jährige die WM-Führung von Teamkollege George Russell und avanciert zum jüngsten WM-Leader der Geschichte. Dennoch bleibt der Italiener demütig.

Antonelli demütig: "Ein bisschen zu früh, um über WM zu reden" Foto: © GETTY

Kimi Antonelli hat nach dem Großen Preis von Japan viel Grund zur Freude.

So sichert sich der 19-Jährige nicht nur seinen zweiten Grand-Prix-Sieg (zum Rennbericht >>>), sondern avanciert zum jüngsten WM-Führenden in der Formel-1-Geschichte.

Ganz so emotional wie noch vor zwei Wochen in Shanghai, wo der Italiener erstmals ganz oben auf dem Podest stand, ist er diesmal nicht. "Es fühlt sich ganz gut an", sind seine ersten Worte im Interview mit Damon Hill. "Ich bin absolut happy, auf so einer besonderen Strecke vor diesen großartigen Fans gewonnen zu haben. Hier zu fahren, ist ein einmaliges Erlebnis. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr", wendet er sich später an die Fans.

Durch den vierten Platz seines Teamkollegen George Russell springt Antonelli in der WM am Briten vorbei und liegt mit 72:63 Zählern voran. An den WM-Sieg will er aber auf keinen Fall denken.

Demut und Selbstkritik bei Antonelli

"Es ist ein bisschen zu früh, jetzt schon an die WM zu denken, aber wir sind auf einem guten Weg", hält er fest. Er bleibt aber auch selbstkritisch. Nach verpatztem Start findet sich der Teenager zunächst nur auf dem sechsten Platz wieder, kann aber vom Safety Car profitieren und nach dem Restart in souveräner Manier ungefährdet zum Sieg fahren.

"Ich hatte einen grausamen Start, wir müssen prüfen, was da passiert ist. Dann habe ich natürlich Glück mit dem Safety Car, wo ich dann nach vorne gekommen bin. Danach war die Pace einfach unglaublich. Es war wirklich schön, den zweiten Stint hinzulegen, ich habe mich im Auto gut gefühlt", freut sich Antonelli. Was ohne Safety Car passiert wäre, könne man nicht sagen.

In der nun langen Pause - aufgrund der kriegsbedingten Absagen der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien geht es erst Anfang Mai in Miami weiter - will der Italiener weiter an sich arbeiten.

"Ich habe jetzt ein paar Wochen Zeit, um das Kupplungsverhalten genauer zu trainieren und da ein besseres Gefühl zu entwickeln. Das war bislang eine Schwäche. Da kannst du tatsächlich ein Rennen gewinnen oder verlieren", meint Antonelli.

Wiederauferstehung von McLaren

Nach den ersten beiden Rennwochenenden war die Stimmung im Lager von Weltmeister McLaren nicht berauschend. Man hinkte der Konkurrenz hinterher, Oscar Piastri absolvierte vor dem Sonntag in Suzuka nicht mal einen Rennkilometer. In Japan präsentierten sich die Papayas erstarkt, zwischendurch sah es sogar so aus, als könne Piastri das Rennen gewinnen. Wäre da nicht das Safety Car gewesen...

"Es fühlt sich gut an", so Piastri, der nun endlich auch seinen ersten Start im Jahr 2026 zu verbuchen hat. Auf "X" scherzte er nach China mit einer Fotostrecke und der Unterschrift "Zwei Wochen Formel 1 schauen".

"Es wäre interessant gewesen zu sehen, was ohne das Safety Car passiert wäre. Ich konnte George (Anm., Russell) bis dahin durchaus hinter mir halten und kurz vor dem Boxenstopp sogar wegziehen. Schade, dass wir nicht herausgefunden haben, was da hinterher noch passiert wäre", so der Australier.

"Aber auf der Zwei hereinzukommen, da darf ich im Moment nicht enttäuscht sein. Großes Danke an das Team", lobt er seine Mannschaft. Dass man aber noch mehr Performance aus dem Boliden holen müsse, sei dem Rennstall ebenso bewusst.

Leclerc erkämpfte sich Podest

Als Dritter im Bunde durfte Charles Leclerc auf dem Podest Platz nehmen. Sein dritter Platz war hart erkämpft. "Es war ein bisschen schweißtreibend, mit dem Safety Car hatte ich auch ein bisschen Pech und ab dem Moment wusste ich, dass ich etwas im Hintertreffen bin, vor allem gegenüber Kimi und Lewis", so der Ferrari-Pilot.

"Es war gar nicht so ein großer Nachteil, die Reifen waren ganz okay. Wir haben einfach beim Boxenstopp ein paar Positionen verloren. Dann hat es Spaß gemacht. Am Ende hat es zwar nicht gereicht, um Oscar zu holen, aber es war trotzdem ein gutes Rennen", bilanziert der Monegasse.

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