Warum Red Bull und Ferrari jetzt im Dilemma sind

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Mit Beginn der zweiten Saisonhälfte der Formel 1 am Wochenende in Spa-Francorchamps (Rennen am So. ab 15:10 Uhr im LIVE-Ticker) beginnen die "letzten Chancen" für Red Bull Racing, sprich Max Verstappen, und Ferrari, die bisherige Dominanz von Mercedes und Lewis Hamilton doch noch zu stören und eigene Ambitionen zu wahren.

Doch gleichzeitig müssen sich Chefs der Spitzenteams zu Personalentscheidungen für die Zukunft durchringen, die durchaus ein Dilemma sein können.

Mercedes

Toto Wolff hat wie angekündigt noch im August seinen zweiten Piloten für 2020 benannt: Den heuer in der Form sehr schwankenden Valtteri Bottas. Der schon bewies, siegfähig zu sein. Das Talent in der zweiten Reihe, Ersatzfahrer Esteban Ocon, bekommt seine große Chance neben Hamilton noch nicht. Ausweg: Der Wiener Mercedes-Boss verleiht Ocon an Renault, wo der Franzose den Platz von Nico Hülkenberg einnehmen wird. Der deutsche Le-Mans-Sieger von 2015 könnte bei Haas landen, wo Romain Grosjean überzählig wird.

Red Bull Racing

Nach dem Cockpit-Tausch zwischen Pierre Gasly, der im Einser-Team eine enttäuschende erste Hälfte absolvierte, und Überraschungsmann Alex Albon muss Letzterer beweisen, dass er die Chance verdient und besser ist als Gasly. Gelingt ihm dies, würden Christian Horner und Helmut Marko mit diesem Duo auch in die Saison 2020 gehen. Und Gasly wird bei Toro Rosso um seinen Weiterverbleib in der Formel 1 kämpfen müssen.

Doch Alternativen hat die Red-Bull-Führung praktisch keine: In der eigenen Nachwuchspyramide klafft ein Loch. Lucas Auer, der im September 25 Jahre alt wird, bietet in der japanischen Super Formula solide Leistungen, wartet aber noch auf einen Sieg – und hätte nicht die nötigen Punkte für die FIA-Superlizenz. Noch weniger käme der erst kürzlich aus der IndyCar-Serie nach Japan geholte Mexikaner Patricio O’Ward (20) in Frage. Und weitere Red-Bull-Junioren sind in Formel-4-Engagements Lichtjahre von einer Formel-1-Chance entfernt.

Das hieße: Marko und Horner müssten sich außerhalb der RB-Familie umsehen – oder einen einst Verstoßenen zurückholen, wie schon bei Brendon Hartley und Albon praktiziert.

Ferrari

Das hätte vor dieser Saison niemand geglaubt: Nicht Charles Leclercs Zukunft in Maranello wird in Frage gestellt, sondern die von Sebastian Vettel, der auch im fünften Ferrari-Jahr nicht seinen fünften Titel und den ersten in Rot holen wird. Doch wer wäre wirklich besser als der Deutsche, wenn weder Hamilton noch Verstappen verfügbar sind?

Und auf ein Abenteuer mit Mick Schumacher, das zwar medienmäßig einen Hype kreieren würde, wird sich Ferrari noch nicht einlassen. Für Schumi jun. wäre eher zumindest ein Lernjahr bei Alfa Romeo wahrscheinlich. Doch nicht wenige Insider meinen: Mick ist nach nur einem F2-Jahr noch nicht reif für die Topklasse. Also wird sich auch bei Ferrari 2020 wohl nichts ändern, es sei denn: Vettel zieht selbst die Notbremse und begibt sich in eine Auszeit.

Dann aber würde der Transfermarkt so richtig Fahrt aufnehmen. Und die Ferrari-Führung mit Stellengesuchen bombardiert werden.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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