Erster Co-Gastgeber out! Abgezocktes Marokko im Viertelfinale
Die Kanadier spielen eine tolle erste Hälfte, belohnen sich dafür aber nicht. Anders Marokko, das an diesem Abend durch hohe Effizienz und gutes Umschaltspiel besticht.
Die erste Mannschaft im Viertelfinale der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 heißt Marokko! Der Semifinalist von vor vier Jahren bezwingt Kanada mit Coach Jesse Marsch mit 3:0.
Ein Doppelpack von Azzedine Ounahi (50., 82.) mit den ersten beiden Torschüssen sorgt für die Vorentscheidung, Soufiane Rahimi macht in der Nachspielzeit das Ergebnis zu deutlich (90.+8).
Auch ohne Heimvorteil mutig
Die Kanadier sind zwar Co-Gastgeber dieser Weltmeisterschaft - weil es in der Gruppe aber Rang zwei hinter der Schweiz wurde, müssen die "Ahornblätter" im Achtelfinale im mehr als 1.700 Kilometer von der kanadischen Staatsgrenze entfernten Houston antreten.
Dementsprechend fällt der Heimvorteil gering aus, wovon Kanada, wo der weiterhin angeschlagene Alphonso Davies nicht zum Zug kommt, sich aber nicht beeindrucken lässt.
Jonathan David prüft schon nach wenigen Minuten Marokko-Goalie Bono, nur wenig später ist der Schlussmann bei einer starken Fußabwehr gegen Tani Oluwaseyi auf dem Posten.
Kanada vor der Pause mit gutem Pressing
Marokko hat zwar viel Ballbesitz, kommt gegen die giftigen Kanadier aber nicht in Schwung. Stattdessen folgt ein Verletzungsschock: der bei dieser WM bislang starke Ismael Saibari, der nach der WM zum FC Bayern wechseln wird, muss in der 23. Minute mit einer Oberschenkelverletzung vom Feld.
Nach der Trinkpause kommen auch die Nordafrikaner zu ihrem ersten Abschluss, Kanada-Tormann Maxime Crépeau hat beim Versuch des für Saibari gekommenen Soufiane Rahimi aber keine großen Probleme.
Danach gibt es viele Zweikämpfe und Fouls, die auch oft mit Gelben Karten geahndet werden, Marokko stellt sich bis zur Pause defensiv besser ein, kommt offensiv gegen weiterhin hellwache Kanadier jedoch nicht zur Geltung.
Gute Freistoßvariante bringt Wende
Aus der Kabine kommt Marokko aber deutlich besser raus, und das lohnt sich gleich: Achraf Hakimi spielt einen Freistoß flach zur Mitte, wo Kanada auf Azzedine Ounahi vergisst, der an der Strafraumgrenze abzieht und mit der Innenseite präzise ins rechte Eck abzieht (50.).
Die Kanadier scheinen in der zweiten Hälfte dem hohen Aufwand aus den ersten 45 Minuten etwas Tribut zu zahlen, es gelingen deutlich weniger gefährliche Umschaltmomente, somit gibt es auch weniger Torchancen. Die "Löwen vom Atlas" dagegen stehen hinten kompakt, ohne vorne viel zu investieren.
Zu Beginn der Schlussviertelstunde finden die Nordamerikaner eine hervorragende Freistoßposition vor, David lupft den Ball aber von einem Meter hinter der Strafraumgrenze übers Tor. Doch Kanada gibt sich noch nicht auf, Tajon Buchanan zwingt Bono mit einem guten Weitschuss zu einer Parade.
Starkes Umschaltspiel sichert Einzug ins Viertelfinale
Jetzt sind die effizienten Marokkaner aber wieder eiskalt, ein blitzsauberer Konter über Hakimi geht zu Brahim Diaz, der die Übersicht behält und auf Ounahi ablegt, und der lässt Crépeau im Tor keine Chance - Doppelpack (82.)!
Kanada muss nun riskieren, Marokko kontert wieder, Rahimi trifft diesmal per Kopf aber nur die Latte. Trotzdem wirft der Co-Gastgeber in der Schlussphase alles nach vorne, eine wirklich gefährliche Torchance bleibt ihm aber verwehrt.
Stattdessen setzen die Marokkaner den Schlusspunkt, wieder wird ein Konter mit hohem Tempo gespielt, Rahimi vollendet vor dem gegnerischen Torhüter eiskalt und schiebt den Ball ins lange Eck (90.+8).
Damit zieht Marokko als erste Mannschaft ins Viertelfinale ein und trifft dort am Donnerstag in Foxborough auf den Sieger aus Paraguay gegen Frankreich.