Belgien dreht dank VAR-Elfer in letzter Minute das Spiel
Déjà-Vu für den Senegal: Anders als im Afrika-Cup geht dieser Last-Minute Elfer aber ins Tor. Belgien springt dem WM-K.o. gerade noch von der Schaufel.
Belgien gewinnt mit 3:2 nach Verlängerung gegen den Senegal und steht im WM-Achtelfinale. Bis zur 85. lag noch der Senegal mit 2:0 in Führung.
Der Senegal beginnt gegen zunächst verhaltene Belgier mit mehr Schwung. Bis auf einen Fehlpass im Spielaufbau durch Moussa Niakhité, der Leandro Trossard den ersten Torschuss der Partie ermöglicht (8.), kontrollieren die Westafrikaner das Spiel gegen zeitweise sehr tief stehende Belgier.
Senegal mit dem besseren Start
In Minute 13 klopft der Senegal erstmals höchst gefährlich an: Sadio Manés Flanke wird noch leicht abgefälscht, Belgien-Keeper Thibaut Courtois segelt unter dem Ball hindurch. Ismaila Sarr an der zweiten Stange erbt so unerwartet das Spielgerät und hat ein praktisch leeres Tor vor sich, trifft aber nur die Stange.
Zur Mitte der ersten Hälfte ist es dann so weit, dem Senegal gelingt die verdiente Führung. Wieder ist es Mané, der die Flanke in den Sechzehner bringt, wo Sarr im Luftkampf gegen beide belgischen Innenverteidiger siegreich ist. Sein Kopfball landet zwar abermals an der Stange, Habib Diarra reagiert aber am schnellsten und bringt den Abpraller doch noch im Tor unter (25.).
Mané kommt nach einem Doppelpass mit Diarra zu einer weiteren guten Chance für den Senegal (36.), gegen Ende der ersten Hälfte kommt Belgien aber langsam in die Spur. Jérémy Doku mit einer abgefälschten Flanke (43.) und Maxim De Cuyper mit einem Schuss aus der zweiten Reihe (44.) scheitern aber beide an Torhüter Mory Diaw, sodass der Senegal die knappe und durchaus verdiente Führung mit in die Pause nimmt.
Die "Lions de la Teranga" legen nach
Im zweiten Durchgang das gleiche Bild: Der Senegal ist griffiger, energischer und ballsicherer. Niakhité hat schließlich tief in der eigenen Hälfte die nächste zündende Idee: Er drischt den Ball weit nach vorne, Sarr nimmt sich das hohe Zuspiel mit und kann sich auch Arthur Theate vom Leib halten. So taucht er alleine vor Courtois auf und jagt den Ball zum 2:0 für den Senegal ins Netz (51.).
Die "Roten Teufel" werden von Teamchef Rudi Garcia ordentlich durchgewechselt, können aber lange nicht mehr zurück ins Spiel kommen. Weder Romelu Lukaku noch Dodi Lukébakio können der belgischen Offensive neuen Schwung verleihen. Auf dem Weg zur zweiten Trinkpause geraten noch dazu Kapitän Youri Tielemans und Trossard in einen lautstarken Streit. Belgien taumelt auf das WM-Aus zu.
Spätes Comeback der "Roten Teufel"
Erst in der Schlussphase zeigt das belgische Team wieder Lebenszeichen. De Cuyper kann eine weite Hereingabe noch nicht ideal verarbeiten (77.), Lukébakio dreht mit einem Distanzschuss die bis dahin beste Chance der Belgier nach der Pause knapp am Kreuzeck vorbei (78.).
Auch Timothy Castagne per Kopf (83.) und Tielemans mit dem Fuß (84.) verfehlen den Kasten knapp.
Kurz vor Schluss dann der Schock für den Senegal. Die Belgier gewinnen den zweiten Ball, Meunier spielt von der rechten Seite den "Stanglpass" und Lukaku haut das Leder an der ersten Stange ins Tor.
Der Anschlusstreffer in Minute 85. Nur wenig später dann der zweite Streich: Senegal-Torwart Diaw springt ins Leere und Tielemans köpft ein (89.), Belgien hat noch vor Ablauf der regulären Spielzeit völlig überraschend ausgeglichen.
Last-Minute-Krimi
In der Verlängerung übernehmen die Belgier das Kommando auf dem Feld. Den Senegalesen liegt der späte Ausgleich schwer im Magen, inzwischen sind die meisten Routiniers im Team aus Westafrika großteils ausgetauscht.
Lukébakio touchiert mit seinem Schuss noch die Oberkante der Querlatte (117.), viel wichtiger wird aber ein mögliches Foul von Camara an Tielemans.
Nach langem Videostudium gibt der Schiedsrichter in allerletzter Minute den Elfmeter für Belgien, Tielemans tritt selbst an. Er versenkt den Strafstoß hoch im rechten Eck, es ist der 3:2-Siegtreffer für Belgien (125.).
Auf Belgien wartet nun der Sieger der Partie USA gegen Bosnien-Herzegowina. Der WM-Spielplan >>>