Uruguay-Coach zu Trinkpausen: "Nehmen dem Fußball viel weg"
Anders als etwa ÖFB-Coach Ralf Rangnick sieht der Teamchef Uruguays nicht viel sportlichen Wert hinter den neuen Trinkpausen. Profitabel seien sie nur in finanzieller Hinsicht.
In der Debatte um die Sinnhaftigkeit der Trinkpausen bei der Fußball-WM hat Uruguays Trainer Marcelo Bielsa die neue Regelung stark kritisiert.
"Sie bringen nichts und nehmen dem Fußball viel weg. Ich möchte nur sagen, dass der Fußball vor dieser Entscheidung einen bestimmten Charakter hatte, jetzt hat er einen anderen", zitierten verschiedene Medien wie die "L'Equipe" den Argentinier, der von einem "Kulturwandel" sprach.
Das Modell wurde eingeführt, um die Belastung der Spieler zu reduzieren und sieht in jeder Halbzeit eine dreiminütige Unterbrechung vor. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Pausen ihren ursprünglichen Zweck verfehlten und der Gesundheitsschutz der Spieler in den Hintergrund gerate.
Gewinn vor allem für TV-Sender?
Stattdessen dienten sie vor allem dem Weltverband FIFA und den TV-Sendern zur Generierung zusätzlicher Werbeeinnahmen. Viele Trainer nutzen die Unterbrechungen für taktische Anweisungen. So auch Österreichs Teamchef Ralf Rangnick, er begrüßt die Einführung der Trinkpausen.
Zudem haben die milden Temperaturen in mehreren Spielen sie bisher überflüssig gemacht. "Wir haben nicht an die Folgen für den Sport gedacht, sondern eher an eine andere Art von Auswirkung", sagte Bielsa weiter und spielte wohl auf die immensen Gewinne an, die durch Fernsehwerbung in diesem Zeitraum erzielt werden.
Das britische TV-Netzwerk ITV erwartet etwa die kommerziell erfolgreichste Fußballübertragung seiner Geschichte. In Australien haben die Trinkpausen sogar einen eigenen Sponsor und werden als "Maccas Match Break" bezeichnet, finanziert von McDonald's.