Lars Kornetka ist für das Spiel gegen den Ball zuständig, Onur Cinel für das Spiel mit dem Ball, Oesen für die Standardsituationen.
"Da sagt man, zu welchem Spieler das gut passen würde. Man tauscht die eine oder andere Position, Magnete kommen weg, weil sich Dinge herauskristallisieren", so Oesen.
Der 41-Jährige verrät: "Das ist überraschend harmonisch. Man könnte schon glauben, dass da mal gestritten wird, wird es aber überhaupt nicht."
Kein Denkverbot
"Es gibt kein Denkverbot, es darf jeder alles sagen, es wird dir nie über deine Meinung drübergefahren", berichtet er.
Doch einfach nur eine Idee zu haben, ist dem Teamchef zu wenig. Es muss auch etwas dahinterstecken.
"Stell dir vor, wir würden in einer Welt leben, in der nur noch alle mitreden, die sich etwas dazu gedacht haben. Dann wären manche richtig ruhig."
Oesen: "Wenn du eine Meinung in den Raum wirfst, muss eine Erklärung folgen. Wenn du eine Idee bringst, solltest du vorher darüber nachgedacht haben – das ist nicht so verkehrt. Es werden Argumente mehr als die Namen an sich diskutiert."
Nachsatz mit einem Grinsen: "Stell dir vor, wir würden in einer Welt leben, in der nur noch alle mitreden, die sich etwas dazu gedacht haben. Dann wären manche richtig ruhig."
Rangnick arbeite sich dann im Laufe der Tage mit den Infos und Meinungen seiner Assistenten zu einer Startelf hin.
Der Zeitplan
Für das Dienstags-Spiel gegen Jordanien wusste Rangnick schon am Donnerstag, wen er aufstellen werde. Am Samstag erfuhr die Mannschaft die Startelf. So viel Vorlaufzeit ist für die kommenden Spiele natürlich nicht gegeben.
Ab Tag vier vor dem Spiel wird für gewöhnlich im Training dann sehr spezifisch auf den jeweiligen Gegner hin trainiert.
In den Trainings ist dann auch Zeit, um mit Spielern Einzelgespräche zu führen, Entscheidungen nicht zu rechtfertigen, aber zu erklären. "Federführend ist da der Teamchef", sagt Oesen.
Auch zwischenmenschlich schwierig
Es werde keine "Dankbarkeits-Entscheidungen" geben, sagte Rangnick vor der WM. Wer in der Vergangenheit maßgeblich zu Erfolgen beigetragen hat, hat also nicht zwangsläufig einen Stein im Brett.
Oesen meint: "Natürlich wächst dir in dieser Zeit so ziemlich jeder ans Herz. Du hast zu jedem einen Draht. Es tut dir für jeden weh, der nicht eingewechselt werden kann. Das ist sehr schwierig."