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So schätzt Legende Toni Polster die Chancen des ÖFB-Teams ein

Der Ex-Goalgetter lobt die Quartier-Auswahl und sieht einen Umbruch in der ÖFB-Auswahl kommen.

So schätzt Legende Toni Polster die Chancen des ÖFB-Teams ein Foto: © GEPA

Geht es nach Toni Polster, dann sollte einem Aufstieg des österreichischen Nationalteams aus der WM-Gruppenphase nichts im Wege stehen.

Angesichts der Gruppengegner und des Modus sieht der einstige ÖFB-Goalgetter die Truppe von Ralf Rangnick zumindest im Sechzehntelfinale. "Bei aller Liebe, aber bei diesem aufgeblähten Teilnehmerfeld müssten wir das schaffen. Diese Klasse haben wir", sagte Polster der APA.

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Gut aufgestelltes Team

Schon ein Sieg im Auftaktmatch in Santa Clara gegen Jordanien dürfte wohl zum Einzug in die K.o.-Phase reichen. Danach ist laut Polster alles möglich. Selbst vor Spanien, einem möglichen Rivalen im Sechzehntelfinale, müsse man nicht in Ehrfurcht erstarren.

"Weil wir eine gute Mannschaft haben. Man muss sich nur anschauen, bei welchen Vereinen unsere ersten elf spielen - das liest sich wie das A und O, da brauchen wir uns vor niemandem zu verstecken."

Auch im Angriff sieht Polster das ÖFB-Team gut aufgestellt. Marko Arnautovic und Michael Gregoritsch verfügen über viel Klasse und Routine, betonte der Wiener. "Und Gott sei Dank ist Sasa Kalajdzic gut in Form gekommen. Dadurch haben wir vorne mehr Möglichkeiten."

Warnung vor Selbstzufriedenheit

Trotz aller Qualität müsse man aber auch vorsichtig sein, warnte Polster. "Alle erzählen immer, wie super unsere Nationalmannschaft ist. Wenn man das regelmäßig hört, wird man vielleicht ein bisschen träge und holt nicht das letzte Quäntchen aus sich heraus, um erfolgreich zu sein."

Polster nahm an zwei Weltmeisterschaften teil, 1990 und 1998 war jeweils nach der Gruppenphase Endstation. Speziell 1998 war man mit hohen Erwartungen angereist, doch nach Unentschieden gegen Kamerun und Chile und einer Niederlage gegen Italien trat man vorzeitig die Heimreise an.

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Die Stimmung beim Training ist gut.
Foto: ©GEPA

Das enttäuschende Abschneiden führte Polster zumindest teilweise auf den Standort des Mannschaftshotels zurück - damals wohnten die ÖFB-Kicker in aller Abgeschiedenheit eine knappe Autostunde von Bordeaux entfernt.

"Wir waren viel zu abgeschottet, da war rundherum gar nichts", erinnerte sich der 62-Jährige.

Diesmal logiert das Nationalteam in einer luxuriösen Unterkunft direkt an der kalifornischen Pazifikküste in unmittelbarer Nähe zu Santa Barbara, Besuche von Verwandten und Freunden sind möglich.

"Der ÖFB hat alles richtig gemacht. Man kann dort auch einmal rausgehen und ich finde es gut, dass die Familien eingebunden werden. Das hätte bei uns auch so gemacht werden sollen", erklärte Polster.

Weiterhin Ärger über nicht zugesprochene Länderspiele und Tore

In einer anderen Angelegenheit ist der frühere Köln-Publikumsliebling weniger gut auf den ÖFB zu sprechen. Dass Polster die von ihm eingeklagten zusätzlichen drei Länderspiele und drei Länderspieltore nicht zugesprochen wurden, liegt ihm noch immer schwer im Magen. "Das waren ganz normale Spiele. Das nicht anzuerkennen, ist meiner Meinung nach ekelhaft."

Polster musste in dieser Causa vor Gericht zwei Niederlagen einstecken. "Der Richter hat gesagt, er versteht mich, aber er kann den ÖFB nicht dazu zwingen, seine eigene Statistik zu ändern. Wenn er das vor der ersten Verhandlung gesagt hätte, wären wir alle heimgegangen und hätten uns viel erspart."

Theoretisch könnte Polster in dieser Angelegenheit noch den Obersten Gerichtshof anrufen. "Aber das mache ich nicht. Für mich ist die Sache erledigt."

Der aktuelle Trainer von Regionalligist Wiener Viktoria hält damit offiziell bei 95 Länderspielen und 44 Toren - Arnautovic hat derzeit drei Treffer mehr auf dem Konto. Diese Bestmarke ist nicht für die Ewigkeit, vermutet Polster. "Rekorde sind da, um gebrochen zu werden. Es kommt immer einer, der es besser macht."

Umbruch im ÖFB-Team? "Haben damals auch Krankl und Prohaska ersetzt"

Allzu viele Arnautovic-Tore werden nicht mehr dazukommen, denn der 37-Jährige verabschiedet sich nach der Endrunde aus dem ÖFB-Team.

Einige weitere Routiniers könnten folgen. "Es wird sicher nach der WM eine Art Umbruch geben, aber ich sehe das nicht als Problem. Wir haben es damals auch geschafft, einen Krankl oder Prohaska zu ersetzen", sagte Polster.

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