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Verletzter Baumgartner positiv: "Es reicht jetzt mit Mitleid"

Nach seiner Ankunft im Teamquartier äußert sich der verletzte Offensivspieler zum Turnier-Aus, seinen Aufgaben - und gibt sich betont positiv.

Verletzter Baumgartner positiv: "Es reicht jetzt mit Mitleid" Foto: © GEPA

"Mir geht es richtig gut", sagte der verletzte Christoph Baumgartner auf der Pressekonferenz des ÖFB am Freitag.

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Es war nicht unbedingt erwartbar. Verletzung vor dem letzten WM-Test, schwere Muskelverletzung im Oberschenkel nach einem der letzten Schüsse beim Aufwärmen, den Stich habe er sofort gespürt, so eine große Verletzung habe er zunächst selbst nicht erwartet, die Diagnose Turnier-Aus kam Stunden später.

"Das war natürlich ein wahnsinniger Schlag für mich." Zurück am ÖFB-Campus habe seine Frau gewartet, er habe die ersten Tränen verdrückt. "Dann ist in mir relativ schnell der Entschluss gefasst, dass ich her möchte", so Baumgartner.

Am Freitag war er da, im ÖFB-Teamcamp in Santa Barbara. Und wirkte überraschend gut gestimmt. "Das hört sich vielleicht blöd an, wenn man vor wenigen Tagen die Diagnose gekriegt hat, dass man den größten Traums seines Lebens verpassen wird", meinte Baumgartner selbst.

Aufgabe eins: Fit werden

Beim ÖFB soll Baumgartner einerseits seine Reha absolvieren. "Am meisten helfe ich allen, wenn ich möglichst rasch fit bin."

Seinem Klub, RB Leipzig, habe er von Beginn an signalisiert, dass er dahingehend im Kreise des Nationalteams arbeiten möchte. Steine wurden ihm keine in den Weg gelegt. "In den letzten drei Jahren und speziell über die letzten Monate habe ich mir bei RB einen gewissen Status erarbeitet, dass man mir Vertrauen entgegenbringt und, dass man meine Meinung schätzt", so Baumgartner. Er wisse das zu schätzen und könne sorgfältig damit umgehen.

Und ohnehin: "Was Red Bull in den letzten Tagen für mich geleistet hat, war sensationell." Operiert wurde Baumgartner im finnischen Turku, die ersten Tage der Reha absolvierte er bei Red Bull in Salzburg.

Aufgabe zwei: Unterstützen

Baumgartner will aber nicht nur auf sich, sondern auch auf die Mitspieler achten. Nicht als Schiedsrichter bei Trainingsspielen, wie scherzhaft von Kollege Michael Gregoritsch angekündigt, weil "da bin ich zu emotional und würde mit den Jungs zu streiten beginnen", so Baumgartner lachend.

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Vielmehr als zusätzliche Unterstützung, als Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainerteam. Ähnlich wie David Alaba bei der EURO 2024, der die Rolle des "Non-Playing Captains" einnahm. "Ich weiß, was das mit mir gemacht hat. Es war eine spezielle Situation. Man weiß, derjenige verpasst etwas Großes, was ihm wichtig gewesen wäre und kommt trotzdem zu uns", erinnert sich Baumgartner.

"Ich möchte alles, was in mir ist, in die Mannschaft reingeben."

Christoph Baumgartner

Er wolle versuche, zu unterstützen, wo er könne. "Als Energiegeber, der die Gruppe gut kennt. Ich weiß was einzelne Spieler brauchen. Ich sehe, wenn jemandem etwas durch den Kopf geht, da kann man mit Gesprächen entgegenwirken", so Baumgartner. "Ich möchte alles, was in mir ist, in die Mannschaft reingeben."

Mit Teamchef Ralf Rangnick habe er in den letzten Tagen so viel telefoniert, wie noch nie. "Wir haben sehr oft über Facetime geredet."

Der schwierigste Teil der Reha werde es sein, auf der Tribüne beim Jubeln aufzupassen, scherzte er. "Ich werde der größte Fan der Mannschaft sein."

Kein Bock auf Vergleiche

Gemeinsam mit Baumgartner nahm auch Dejan Ljubicic Platz bei der Pressekonferenz. Wenn man so will, der Baumgartner-Ersatz. Aber ist er das überhaupt?

"Ich glaube, nicht, dass ich Baumi Eins-zu-Eins ersetzen kann. Er ist ein Unterschiedsspieler, nicht nur für Österreich sondern auch für Leipzig. Deshalb tut es mir unendlich leid, dass er nicht spielen kann", meinte der Schalke-Legionär selbst.

Auf Vergleiche ließ sich Baumgartner indes gar nicht erst ein. "Ich weiß, dass er sehr guter Spieler ist. Er ist auf sehr vielen Positionen einsetzbar, der Trainer beruft sicher keinen ein, der auf der Position gar nicht spielen kann. Wir haben im Kader viele unterschiedliche Profile - wer da spielt, wird es auf seine Art bekleiden, da werden wir gute Lösungen finden."

Wer auch immer auf seiner Position spiele, werde sie auf seine Weise interpretieren. "Ich will nicht, dass das mit mir verglichen wird. Die Leistung, die derjenige bringt, wird gut sein - auf seine Weise", stellte Baumgartner klar.

Genug bemitleidet

Was Baumgartner neben Vergleichen ebenfalls nicht will: noch mehr Mitleid. Der 26-Jährige, in seiner Karriere bislang von schlimmeren Verletzungen verschon, habe unfassbar viele Nachrichten gekriegt, die Situation habe er so gar nicht gekannt.

"Da bin ich auch sehr dankbar für jeden einzelnen. Es reicht jetzt aber auch mit Mitleid, das ist vorbei." Er wolle nach vorne schauen. "Ich bin keiner, der in ein Loch fällt. Das kriegen wir schon hin."

Dabei helfen soll auch das gewohnte Umfeld des Nationalteams. "Da habe ich genug Superschlaue, die mich unterstützen", sagte er. Und grinste.

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