"Ich möchte alles, was in mir ist, in die Mannschaft reingeben."
Er wolle versuche, zu unterstützen, wo er könne. "Als Energiegeber, der die Gruppe gut kennt. Ich weiß was einzelne Spieler brauchen. Ich sehe, wenn jemandem etwas durch den Kopf geht, da kann man mit Gesprächen entgegenwirken", so Baumgartner. "Ich möchte alles, was in mir ist, in die Mannschaft reingeben."
Mit Teamchef Ralf Rangnick habe er in den letzten Tagen so viel telefoniert, wie noch nie. "Wir haben sehr oft über Facetime geredet."
Der schwierigste Teil der Reha werde es sein, auf der Tribüne beim Jubeln aufzupassen, scherzte er. "Ich werde der größte Fan der Mannschaft sein."
Kein Bock auf Vergleiche
Gemeinsam mit Baumgartner nahm auch Dejan Ljubicic Platz bei der Pressekonferenz. Wenn man so will, der Baumgartner-Ersatz. Aber ist er das überhaupt?
"Ich glaube, nicht, dass ich Baumi Eins-zu-Eins ersetzen kann. Er ist ein Unterschiedsspieler, nicht nur für Österreich sondern auch für Leipzig. Deshalb tut es mir unendlich leid, dass er nicht spielen kann", meinte der Schalke-Legionär selbst.
Auf Vergleiche ließ sich Baumgartner indes gar nicht erst ein. "Ich weiß, dass er sehr guter Spieler ist. Er ist auf sehr vielen Positionen einsetzbar, der Trainer beruft sicher keinen ein, der auf der Position gar nicht spielen kann. Wir haben im Kader viele unterschiedliche Profile - wer da spielt, wird es auf seine Art bekleiden, da werden wir gute Lösungen finden."
Wer auch immer auf seiner Position spiele, werde sie auf seine Weise interpretieren. "Ich will nicht, dass das mit mir verglichen wird. Die Leistung, die derjenige bringt, wird gut sein - auf seine Weise", stellte Baumgartner klar.
Genug bemitleidet
Was Baumgartner neben Vergleichen ebenfalls nicht will: noch mehr Mitleid. Der 26-Jährige, in seiner Karriere bislang von schlimmeren Verletzungen verschon, habe unfassbar viele Nachrichten gekriegt, die Situation habe er so gar nicht gekannt.
"Da bin ich auch sehr dankbar für jeden einzelnen. Es reicht jetzt aber auch mit Mitleid, das ist vorbei." Er wolle nach vorne schauen. "Ich bin keiner, der in ein Loch fällt. Das kriegen wir schon hin."
Dabei helfen soll auch das gewohnte Umfeld des Nationalteams. "Da habe ich genug Superschlaue, die mich unterstützen", sagte er. Und grinste.