Der Druck auf Julian Nagelsmann nach dem überraschenden Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft gegen Paraguay ist groß gewesen - nun ist das Kapitel offiziell zu Ende.
Der 38-Jährige tritt als Teamchef der deutschen Nationalmannschaft zurück. Das gibt der DFB in einem Social-Media-Posting bekannt. Ausschlaggebend dafür dürfte das Krisengespräch mit der DFB-Führungsriege gewesen sein.
Trostpflaster für Nagelsmann: Abfindung in Millionenhöhe
"Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen. Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient", wird Nagelsmann zitiert.
Ein kleines Trostpflaster dürfte die Abfindung sein: So soll er laut Medienberichten als Kompensation sieben Millionen Euro erhalten - die Hälfte seines ausstehenden Salärs über die nächsten beiden Jahre.
Nagelsmann ist 2023 auf Hansi Flick gefolgt, unter dem Deutschland - wie 2018 mit Jogi Löw - nicht über die Gruppenphase hinausgekommen ist. Nach dem Viertelfinal-Aus bei der Heim-EM gegen Spanien hat das DFB-Team nun zum dritten Mal in Folge den Einzug ins WM-Achtelfinale verpasst.
Kritik an Nagelsmann auf mehreren Ebenen
Die Kritik an Nagelsmann ist bereits im Vorfeld zur Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko aufgekommen. Speziell die Kommunikation des 38-Jährigen, Kaderzusammenstellung sowie taktische Inflexibilität werden dem Bayer vorgeworfen.
So hat es unter anderem Kritik an der schnippischen Art bei Interviews gegeben. Außerdem hat er an Leroy Sane trotz unzureichender Leistungen bei Galatasaray festgehalten.
Unterdessen ist Kapitän Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger aufgeboten worden, während kein einziger Backup einberufen worden ist. Auch der Verzicht auf Youngster Said El Mala vom 1. FC Köln hat für Aufruhr gesorgt.