Aber die Mexikaner konnten sich nichts vorwerfen. Nach vier Siegen in vier Spielen ohne Gegentor lieferten sie sich mit Titelmitfavorit England ein episches Duell. Sie verlangten den Three Lions den bisher besten und beeindruckendsten Auftritt bei dieser WM ab. "Hut ab vor Mexiko", sagte Englands Doppeltorschütze Jude Bellingham.
Dennoch wurde diese Niederlage eine für die Historie: Noch nie hatte Mexiko bis dahin bei den bisherigen Weltmeisterschaften 1970, 1986 und 2026 im eigenen Land in seiner Festung verloren. Das Aztekenstadion hat nun einen Teil seines Schreckens verloren.
"Du musst das perfekte Spiel machen, um England zu schlagen", sagte Trainer Javier Aguirre am Ende seiner dritten WM mit den Mexikanern.
Drei Fehler fordern einen hohen Preis
Sie seien nach den beiden Gegentoren durch Bellingham (36., 38.) zurückgekommen. "Wir dachten, wir könnten ausgleichen", sagte Aguirre, dessen Mannschaft auch in der finalen Druckphase immer wieder an Englands Keeper Jordan Pickford scheiterte.
Das dritte Tor, erzielt von Harry Kane per Elfmeter (60.), habe sie aber "gekillt", betonte Aguirre: "Wir haben drei Fehler gemacht und einen sehr hohen Preis bezahlt."
Daran vermochten auch die Tore von Julián Quiñones (42.) und Raúl Jiménez (69./Elfmeter) nichts zu ändern.
Eine Ikone übernimmt
Und so wurde der 5. Juli in Mexiko-Stadt auch zum Datum des Abschieds. "Ich sage auf Wiedersehen zum Fußball. Auf Wiedersehen zum Aztekenstadion. Ich gehe mit Stolz", betonte Aguirre.
Der 67-Jährige die Nationalmannschaft 2001 zum ersten Mal übernommen und blieb damals nur ein Jahr. Die zweite Amtszeit dauerte von April 2009 bis Ende Juni 2010. Die dritte begann im Sommer 2024.
Der Trainerposten geht nun wie geplant an Rafael Marquez. Die 47 Jahre alte Fußball-Ikone, viele Jahre beim FC Barcelona, arbeitete bereits seit zwei Jahren im Betreuerstab der Nationalmannschaft.
Marquez hat 147 Länderspiele bestritten und war bei fünf WM-Endrunden Kapitän der Mexikaner.