Laporte: "Es hängt viel von der Schiedsrichterleistung ab"
Vor dem WM-Finale gegen Argentinien kritisiert Spaniens Innenverteidiger die Gangart des Gegners. Der 32-Jährige nimmt vor allem den Schiedsrichter in die Pflicht.
Wenige Stunden vor dem WM-Endspiel zwischen Spanien und Argentinien (21:00 Uhr im LIVE-Ticker) sorgt Aymeric Laporte mit deutlichen Aussagen für Aufsehen. Der spanische Innenverteidiger hat im Gespräch mit der "Marca" die Zweikampfführung des Gegners kritisiert und vor einer harten Gangart der Argentinier gewarnt.
"In den letzten Spielen haben wir Dinge gesehen, die uns wirklich überrascht haben. Vor allem bei Argentinien, einer Mannschaft, die mit ihren Zweikämpfen viele kleine Botschaften sendet", sagte Laporte.
Für den 32-Jährigen überschreitet der Weltmeister von 2022 dabei teilweise eine Grenze: "Das sollte in Wettbewerben wie diesem nicht erlaubt sein, weil es dich aus dem Spiel bringen und dazu führen kann, dass du die Kontrolle über deine Emotionen verlierst."
"Es hängt viel von der Schiedsrichterleistung ab"
Laporte sieht vor allem den Unparteiischen in der Verantwortung. Der slowenische Final-Schiedsrichter Slavko Vincic müsse dafür sorgen, dass die Partie nicht aus dem Ruder läuft.
"Es ist die Aufgabe des Schiedsrichters, solche Situationen unter Kontrolle zu halten", erklärte der Spanier.
Gleichzeitig betonte der Abwehrspieler, dass Spanien bewusst einen anderen Ansatz verfolge: "Seit Beginn des Turniers waren wir in dieser Hinsicht eine faire Mannschaft. Wir sind kein Team, das herumläuft, Gegner tritt oder rücksichtslos foult."
Auch im Finale wolle Spanien seiner Linie treu bleiben: "Ich glaube, dass wir auch dieses WM-Finale so angehen müssen. Aber es stimmt, dass viel von der Schiedsrichterleistung abhängen wird."
Argentinien mit den meisten Fouls der WM
Laportes Kritik kommt nicht von ungefähr. Argentinien führt die Foul-Statistik bei dieser Weltmeisterschaft deutlich an. In sieben Spielen beging die Mannschaft insgesamt 88 Fouls – mehr als jedes andere Team im Turnier.
Besonders auffällig war die Gangart in den K.o.-Duellen: Gegen die Schweiz im Viertelfinale wurden 14 Fouls und drei Gelbe Karten verzeichnet, im Halbfinale gegen England waren es sogar 15 Fouls bei ebenfalls drei Verwarnungen. Auch in den vorherigen Runden gegen Ägypten (13 Fouls) und Kap Verde (13 Fouls) agierte Argentinien körperlich.
Auffällig: Trotz der 88 Fouls kassierte Argentinien bislang lediglich acht Gelbe Karten. Die Schiedsrichter ließen viele Situationen laufen und ahndeten auch härtere Attacken häufig nicht mit einer Verwarnung.
Auch Spanien nicht zimperlich – aber weniger bestraft
Allerdings ist auch Spanien in dieser Statistik nicht weit entfernt. Die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente beging im bisherigen Turnierverlauf insgesamt 80 Fouls und sah dafür sechs Gelbe Karten.
Der Unterschied liegt vor allem in der Wahrnehmung der Spielweise: Während Spanien stärker über Ballbesitz und Kontrolle kommt, setzt Argentinien traditionell auch auf aggressive Zweikämpfe und taktische Fouls, um den Rhythmus des Gegners zu brechen.