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Kansas City als ungewöhnlicher Turnier-Hotspot

Argentinien, England, Niederlande und Algerien haben am ÖFB-Spielort Quartiere bezogen. Die hohe Kriminalitätsrate soll nicht abschrecken.

Kansas City als ungewöhnlicher Turnier-Hotspot Foto: © IMAGO / Icon Sportswire

Kansas City ist die kleinste Stadt, in der bei dieser Fußball-WM Spiele stattfinden.

Dennoch hat sich die 500.000 Einwohner zählende Hauptstadt des Bundesstaates Missouri überraschend zu einem Hotspot des Turniers aufgeschwungen - nicht zuletzt wegen ihrer geografischen Lage im Zentrum der USA.

Gleich vier Teams haben in Kansas City ihr WM-Quartier aufgeschlagen. Neben den ÖFB-Gruppengegnern Argentinien und Algerien sind dort auch England und die Niederlande untergebracht.

Sechs WM-Partien

Keine andere Region beherbergt so viele WM-Teams auf engem Raum.

Dazu steigen im Arrowhead Stadium, dem Heimstadion des NFL-Topteams Kansas City Chiefs, inklusive eines Viertelfinales sechs WM-Partien - die erste davon am Dienstag (Mittwoch 3.00 Uhr MESZ) zwischen Titelverteidiger Argentinien und Algerien.

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Die Algerier haben dann am 27. Juni auch zum abschließenden Gruppenspiel gegen Österreich eine äußerst kurze Anreise.

Argentinien stach England aus

England hat sich gar für Kansas City entschieden, obwohl die "Three Lions" nicht einmal eine Partie in der Region bestreiten. In der Gruppenphase geht es nach Dallas, Boston und New York.

Angetan hatte es dem englischen Verband vor allem das außergewöhnliche Trainingszentrum des MLS-Teams Sporting Kansas City. Niemand Geringerer als David Beckham soll es als eines der drei besten weltweit angepriesen haben - Druckkammern und Unterwasserlaufbänder inklusive.

Am Ende machten die Argentinier den Engländern aber einen Strich durch die Rechnung. Nun könnte theoretisch Lionel Messi in einem der beiden angelegten Teiche im Compass Minerals National Performance Centre fischen gehen.

Hohe Kriminalitätsrate

Weil Argentinien auch ein Spiel in Kansas City absolviert, erhielt der Weltmeister von der FIFA das Vorrecht. Die Bande mit den englischen Funktionären waren da aber längst geknüpft - laut Medienberichten bei einem Abendessen in einem Nobellokal.

Die Engländer trainieren nun im Swope Soccer Village im größten städtischen Park von Kansas City. Vergangene Woche wurden laut Polizeiangaben nur wenige Kilometer davon entfernt bei einem Schusswechsel neun Personen verletzt.

Mit mehr als 1.500 Gewaltverbrechen je 100.000 Einwohnern zählte Kansas City laut FBI-Zahlen in den vergangenen Jahren zu den zehn US-Städten mit der höchsten Kriminalitätsrate. Die Region will mit einem großen Polizeiaufgebot entgegenwirken. 80 Mio. Dollar (69 Mio. Euro) an Bundesmitteln wurden dafür während der WM zusätzlich freigegeben.

Chiefs und Barbecue als Aushängeschilder

Fußball hat in Kansas City eine lange Tradition. Chiefs-Gründer Lamar Hunt hatte in den 1960er Jahren mitgeholfen, die United Soccer Association aus der Taufe zu heben.

Bei der WM 1994 ging man mit einer Bewerbung als Spielort noch leer aus. Seither wurde viel in sportliche Infrastruktur investiert, vor allem in Trainingsstätten. Die Niederländer trainieren auf dem Gelände des Frauenteams Kansas City Current. Algeriens Auswahl residiert rund 40 Kilometer westlich in Lawrence im Nachbarstaat Kansas.

Das große Aushängeschild der Region - und der große Stolz der Lokalbevölkerung - bleiben die Kansas City Chiefs. In den vergangenen sieben NFL-Saisonen erreichte das Traditionsteam fünfmal die Super Bowl und gewann sie dreimal.

"Die Leute kennen uns wegen der Chiefs, wegen Patrick Mahomes, auch wegen Travis Kelce und Taylor Swift", sagte Pam Kramer, die Geschäftsführerin des lokalen WM-Organisationskomitees, der APA. "Aber es gefällt ihnen dann wegen der Menschen. Die Gastfreundschaft hier ist riesig."

Kansas City ist für seine Kulinarik berühmt - speziell für die Barbecues mit besonders langsam geräuchertem Fleisch. ÖFB-Fans, die nicht auf ihr gewohntes Wiener Schnitzel verzichten wollen, können aber auch dieser Versuchung nachkommen. Kramers Empfehlung: das österreichische Restaurant Grünauer im Stadtzentrum.

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