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Herzog vor WM: "Auch gegen Argentinien ist etwas möglich"

Österreichs letzter WM-Torschütze spricht über die Erwartungshaltung an das ÖFB-Team, zieht einen Vergleich zu den WM-Mannschaften von 1990 sowie 1998 und lobt das ÖFB-Quartier.

Herzog vor WM: "Auch gegen Argentinien ist etwas möglich" Foto: © GEPA

Andreas Herzog sieht Österreichs Fußball-Nationalmannschaft für die bevorstehende WM in Nordamerika gut gerüstet.

Das Team verfüge über Qualität und Routine, daher sollte zumindest der Aufstieg ins Sechzehntelfinale machbar sein, sagte der einstige ÖFB-Rekordspieler der APA.

Allerdings dürfe man an die ÖFB-Auswahl keine überzogenen Ansprüche stellen. "Die Erwartungshaltung ist schon relativ hoch", erklärte der 57-Jährige.

Schlechte Erfahrungen mit Jordanien

Herzog führt dies unter anderem darauf zurück, dass die ÖFB-Equipe bei der EURO vor zwei Jahren in einer Gruppe mit Frankreich, den Niederlanden und Polen als Erster ins Achtelfinale aufstieg.

"Alle glauben, weil du bei der EM aus einer brutal schweren Gruppe rausgekommen bist, wird es diesmal leicht gelingen. Aber leicht wird es nicht."

Das gilt laut Herzog schon für das ÖFB-Auftaktmatch gegen Jordanien. Mit dem vermeintlich krassen Außenseiter machte Herzog bereits unliebsame Erfahrungen – im Februar 2024 schied er als Teamchef-Assistent von Jürgen Klinsmann mit Südkorea überraschend im Semifinale des Asien Cups gegen die Jordanier mit 0:2 aus.

"Die haben gefightet, haben eine richtig gute taktische Disziplin und können aus Kontern sehr gefährlich werden."

ÖFB-Team gegen Argentinien nicht chancenlos

Sollte Österreich dennoch gewinnen, "macht das vieles einfacher, weil alles stark vom ersten Spiel abhängt", meinte Herzog. Mit drei Punkten auf dem Konto könnte man gegen Argentinien ohne großen Druck agieren.

"Wenn man da verliert, sagt ganz Österreich, wir haben gegen den Weltmeister verloren. Aber auch gegen Argentinien ist etwas möglich."

Dass es den Österreichern entgegenkommen könnte, wenn Lionel Messi auf dem Platz steht und Argentinien dadurch leichter auszurechnen ist, glaubt Herzog nicht.

"Auf der einen Seite wäre es in Ballbesitz ein bisschen einfacher – da würden wir gegen einen weniger spielen, weil Messi nicht verteidigen will und kann. Doch er kann mit zwei Hakerln und einem Schlenzer jederzeit ein Traumtor schießen."

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Messi oder Ronaldo?

Messi ist laut Herzog "vielleicht einen Schuss genialer" als Cristiano Ronaldo. "Aber von der Persönlichkeit her taugt mir Ronaldo mehr, weil er sich in mehr Ligen bewiesen hat."

Dabei gibt es einen Spieler, der die zwei prägenden Figuren des Weltfußballs durchaus in den Schatten hätte stellen können. "Ich glaube, Neymar ist noch talentierter als die beiden, aber er hat sein Potenzial verschleudert", sagte der 103-fache ÖFB-Internationale.

Herzog sieht aktuelles Team besser als jene von 1990 und 1998

Kicker dieser Güteklasse sucht man im ÖFB-Team vergebens, dennoch könne sich die Qualität der heimischen Auswahl sehen lassen, so Herzog. "Das ist eine routinierte Mannschaft, die mit Druck umgehen kann."

Die Truppe von Teamchef Ralf Rangnick sei über jene heimischen Nationalmannschaften zu stellen, die – mit Herzog im Kader – an den Weltmeisterschaften 1990 und 1998 teilnahmen. "Das aktuelle Team hat den Vorteil, dass fast alle im Ausland spielen und Erfahrungen auf höchstem Niveau und von Europameisterschaften haben."

Und noch einen Vorteil gibt es – das top ausgestattete ÖFB-Quartier in Goleta. "Man muss den Spielern gewisse Freiheiten lassen, kann sie nicht nur einsperren. Wir waren damals 1998 im Niemandsland, da fällt einem die Decke auf den Kopf", erinnerte sich Herzog.

Herzog Österreichs bisher letzter WM-Torschütze

Das Turnier in Frankreich verlief nicht nach Wunsch, doch immerhin reichte es für den einstigen Mittelfeld-Regisseur zum 1:2-Ehrentreffer gegen Italien aus einem Elfmeter.

Damit ist Herzog der bis dato letzte Österreicher, der bei einer WM getroffen hat. "Aber Nachfolger wird es hoffentlich ein paar geben", sagte der Ex-Deutschland-Legionär.

Davon kann sich Herzog vor Ort ein Bild machen. Der Wiener befindet sich seit (dem heutigen) Dienstag als ORF-Experte in Santa Barbara und wird die Österreich-Partien aus den jeweiligen Stadien analysieren.

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