Brasilien: Freude im Herzen dank Geduld auf dem Rasen
Die "Selecao" bezwang Japan spät und wurde für ihre Geduld dank Joker Martinelli doch noch belohnt. Ancelotti verrät, warum er ins Spiel kam und nicht Neymar.
Die Überlegenheit im Fußball nicht in Tore umzumünzen, wird häufig bestraft. Und beinahe wäre es für Brasilien gegen Japan so gekommen.
Doch die "Selecao" drehte die Partie gegen mutige Japaner und siegte zwar erst in letzter Minute, aber absolut verdient mit 2:1 (zum Spielbericht>>>).
Geduld ist eine Tugend
19:5 lautete am Ende das Schuss-Verhältnis, doch lange taten sich die Samba-Kicker gegen gut organisierte Japaner schwer. Teamchef Carlo Ancelotti ließ durchklingen, dass man mit einem zähen Ringen gerechnet habe. Deswegen habe man von Anfang an Druck machen wollen.
Der Plan, einen daraus resultierenden Fehler der Japaner zu nutzen und zum Torerfolg zu kommen, erhielt in Minute 29 einen Dämpfer. Sano brachte die Japaner entgegen dem Spielverlauf in Führung.
"Aber wir haben nicht die Geduld verloren", betonte Ancelotti, der gegenüber seinem Team in der Pause die richtigen Worte fand. Denn erst dann gelang es wirklich, Japan mehr unter Druck zu setzen.
"In der zweiten Halbzeit haben wir etwas mehr für das Spiel gemacht und im Endeffekt wurde das belohnt", lobte der Teamchef. Der Sieg sei am Ende verdient.
"Kann es gar nicht in Worte fassen"
Geholt hat man den Sieg dank Joker Martinelli, der in der sechsten Minute der Nachspielzeit traf. "Mir fehlen die Worte, um die Freude in meinem Herzen zu beschreiben", so der Goldtorschütze nach dem Spiel.
"All diese Fans zu sehen, die aufgesprungen sind, meine Eltern, meine Freunde … Ich kann es gar nicht in Worte fassen", jubelte er und betonte noch im selben Atemzug, dass es für ihn am wichtigsten sei, "der Mannschaft zu helfen".
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Dass er ins Spiel kam und nicht Neymar, mag so manchen verwundert haben. Doch Ancelotti hatte andere Pläne. "Ich habe Neymar für die Verlängerung geschont. Er hätte in der 105. Minute eingewechselt werden sollen, falls wir kein zweites Tor erzielt hätten", verriet er.
Japan am Boden
Große Trauer herrscht freilich bei den Japanern. "Ich bin sehr enttäuscht. Ich bin momentan einfach nur am Boden zerstört", sagte Japans Teamchef Hajime Moriyasu, der seinen Spielern aber keinerlei Vorwürfe zu machen gedachte. "Sie haben heute alles gegeben, so wie sie es auch schon am Weg hierher getan haben".
Er wolle das Ergebnis akzeptieren und "es nutzen, um als Mannschaft noch stärker zu werden."
Vielleicht hilft da ja auch ein wenig das Lob des Gegners. "Japan war gut organisiert und hat mit großer Intensität gespielt. Sie waren kein einfacher Gegner, haben intensiv, aber fair verteidigt", meinte Carlo Ancelotti.
Auch wenn das für Japan wohl nur ein schwacher Trost ist.