"Trump-Karte ausgespielt!" - die Pressestimmen zur Causa Balogun
Folarin Balogun ist nach seiner Roten Karte gegen Bosnien-Herzegowina gegen Belgien spielberechtigt - weil Donald Trump sich eingemischt hat.
Die FIFA WM 2026 hat wohl schon ihren größten Aufreger.
Folarin Balogun ist am Dienstag (2:00 Uhr im LIVE-Ticker >>>) im Achtelfinal-Spiel der USA gegen Belgien spielberechtigt, obwohl der Stürmer gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte sah.
Die FIFA setzte seine Sperre jedoch zur Bewährung aus, nachdem US-Präsident Donald Trump mit FIFA-Boss Gianni Infantino telefoniert und eine Aufhebung erwirkt haben soll. Berichte: Trump kontaktierte Infantino wegen Balogun >>>
Die internationale Presse reagiert darauf mit Unverständnis und Verwunderung. "Stellt alles infrage!" - Klopp attackiert Trump und Infantino >>>
Die Pressestimmen zur Causa Balogun:
USA
New York Times: "Präsident Donald Trump war während dieser Weltmeisterschaft eine schwer greifbare Persönlichkeit. Oder zumindest war er das bis Mitte letzter Woche, als er zum Telefon griff, um Gianni Infantino, den FIFA-Präsidenten, anzurufen und um eine Überprüfung der Sperre für ein Spiel zu bitten, die gegen den US-Stürmer Folarin Balogun verhängt worden war, nachdem dieser beim 2:0-Sieg der Mitausrichter im Sechzehntelfinale wegen eines Fouls an Tarik Muharemovic aus Bosnien und Herzegowina die Rote Karte erhalten hatte."
New York Post: "Er hat die Trump-Karte ausgespielt! Präsident Trump bat den FIFA-Präsidenten, die Sperre des Shootingstars der US-Nationalmannschaft nach einer Roten Karte zu überprüfen – noch bevor der Verband überraschenderweise bekannt gab, dass dieser im entscheidenden Spiel am Montag gegen Belgien spielen dürfe."
CNN: "Die FIFA hat die Fußballwelt verblüfft, indem sie dem US-Amerikaner Folarin Balogun am Montag den Einsatz gestattet hat. Trumps Rolle steht nun im Fokus der Aufmerksamkeit."
DEUTSCHLAND
Bild: "Infantino-Eklat bei der WM. Sogar Blatter ist fassungslos."
Abendblatt: "Trump befiehlt, Infantino gehorcht: Wenn schlechte Menschen ihr Süppchen kochen. Die Begnadigung Baloguns zeigt die Verdorbenheit von US-Präsident Trump und FIFA-Chef Infantino. Sie treten die Integrität des Fußballs mit Füßen - es juckt sie nicht einmal."
Berliner Zeitung: "Rot-Sperre aufgehoben! Trump mischt sich in die WM ein. Diese FIFA-Entscheidung entwickelt sich zu einem handfesten Polit-Skandal."
BELGIEN
Het Laatste Nieuws: "Empörung bei der WM. Die FIFA hat die Sperre von Folarin Balogun aufgehoben, sodass der US-Stürmer nun doch gegen die Roten Teufel antreten darf. Bemerkenswert: Wenige Tage vor dieser Entscheidung telefonierte US-Präsident Donald Trump mit FIFA-Präsident Gianni Infantino. Mehreren Quellen zufolge, darunter der New York Times, drängte er dabei darauf, die Sperre zu revidieren."
Nieuwsblad: "Damit hatte Rudi Garcia nicht gerechnet. Das Team USA kann gegen Belgien doch auf den Torjäger Folarin Balogun zurückgreifen. Moment mal, war der Stürmer nicht gesperrt? Nicht mehr – möglicherweise dank eines Anrufs von … Donald Trump."
GROßBRITANNIEN
Guardian: "Trump setzte sich bei der FIFA dafür ein, die Sperre von Folarin Balogun für das WM-Spiel gegen Belgien aufzuheben. Der überraschende Schritt, durch den der US-Stürmer als spielberechtigt eingestuft wurde, erfolgte, nachdem der amerikanische Präsident sich an den Weltverband gewandt hatte, um auf diese Änderung zu drängen."
Telegraph: "Für Infantino ist keine Demütigung zu peinlich, wenn es darum geht, dem Anführer der freien Welt zu schmeicheln. Und so erleben wir nun einen der bisher beschämendsten Momente: Balogun kommt gerade noch rechtzeitig davon – genau so, wie Trump es von Anfang an wollte."
Daily Mail: "Der schamlose Donald Trump und seine unterwürfige Marionette Gianni Infantino haben diese Weltmeisterschaft in eine Jauchegrube gezogen, als sie die Sperre für Folarin Balogun aufgehoben haben. Jetzt wissen wir ganz sicher, dass es ein Regelwerk für die USA gibt und ein anderes für alle anderen."
The Sun: "Jetzt wissen wir, wie viel der FIFA die Integrität des Fußballs wirklich bedeutet: absolut gar nichts. Indem sie vor der offensichtlichen Forderung des Weißen Hauses eingeknickt ist, ihr eigenes Regelwerk über den Haufen zu werfen und dem US-Stürmer Folarin Balogun die Spielberechtigung für die Partie gegen Belgien zu erteilen, hat die FIFA die Vorstellung, dass der Fußball an erster Stelle steht, für immer zerstört."
"The Times": "Am Sonntag hat der Fußball-Weltverband sein eigenes Turnier ruiniert."
FRANKREICH
Le Parisien: "Hätte sich Folarin Balogun jemals vorstellen können, dass er einmal im Mittelpunkt eines Anrufs von Donald Trump stehen würde? Wahrscheinlich nicht."
ITALIEN
La Gazetta dello Sport: "Nach der Ankündigung, den Kontroversen, den Erklärungen und sogar Trumps Dank bleibt nur eine Frage: War das wirklich notwendig? Die Entscheidung der FIFA, die Sperre von Folarin Balogun auszusetzen und damit dem Stürmer der US-Nationalmannschaft zu ermöglichen, heute Abend gegen Belgien zu spielen, geht über jede Logik hinaus und vor allem über Gerechtigkeit und die Einhaltung der Regeln."
SPANIEN
Marca: "Ungewöhnliche Maßnahme: Die FIFA hebt Baloguns Rote Karte auf – und Trump bedankt sich dafür!"
AS: "Der größte Skandal überhaupt bei einer WM!"
Schweden
Aftonbladet: "So weit sind wir also gekommen; so läuft die Weltmeisterschaft heutzutage. 48 Länder nehmen teil, Fußball wird zur Schau gestellt, die ganze Welt schaut zu. Donald Trump gibt die Anweisungen; die FIFA setzt sie um."