FIFA-Chef Infantino beschwichtigte in WM-Boykott-Debatte
Zudem versprach der UEFA-Präsident Ceferin günstigere Tickets für die EM.
Gianni Infantino glaubt ungeachtet der jüngsten Boykott-Debatten an einen großen Erfolg der Fußball-WM in Amerika. "Die WM muss und wird ein Symbol für Einheit und Solidarität sein", sagte der FIFA-Präsident in seiner Ansprache beim UEFA-Kongress in Brüssel am Donnerstag.
Das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada werde in einer "friedlichen und fröhlichen Atmosphäre stattfinden", versicherte der Weltverbandschef vor den europäischen Fußball-Delegierten.
Man lebe in einer "geteilten Welt, einer aggressiven Welt", in der es "viele Dinge gibt, mit denen wir nicht einverstanden sind", sagte Infantino.
Er erwarte aber "eine Party, ein Fest, das die Welt in Frieden und Freude vereint". In seiner Rede erwähnte Infantino den Namen von US-Präsident Donald Trump nicht.
Infantino setzt in Boykott-Debatte auf Verbände
Zuletzt waren in Deutschland und auch auf der politischen Bühne der Europäischen Union Forderungen nach einem Boykott der WM angesichts der Trump-Politik laut geworden.
Die europäischen Fußball-Verbände müssten mit gutem Beispiel vorangehen, damit der Fußball seine vereinende Kraft entfalten könne, forderte Infantino nun. "Ich zähle auf jeden einzelnen von Euch", sagte der Schweizer.
Keine neuen Aussagen machte Infantino zu einer möglichen Rückkehr russischer Mannschaften zu internationalen Wettbewerben. Zuletzt hatte der FIFA-Chef eine Wiederaufnahme trotz des andauernden Krieges in der Ukraine nicht kategorisch ausgeschlossen.
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin gilt als Befürworter, zumindest Jugend-Teams aus Russland eine Perspektive zu bieten. Man müsse immer "Lösungen finden, den Ball am Rollen zu halten", sagte Ceferin in Brüssel, ohne explizit auf die russische Situation einzugehen.
UEFA-Chef kündigt günstige EM-Tickets an
Ceferin erlaubte sich auch einen verbalen Seitenhieb in Richtung der FIFA. Der Slowene versprach den Fans günstige Tickets bei der nächsten Fußball-Europameisterschaft 2028. Fußball sei "Identität, es ist keine Industrie, und es ist Gemeinschaft, es ist keine Ware", sagte der UEFA-Chef.
"Wir werden Familien nicht durch hohe Preise ausschließen und Loyalität nicht in Luxus verwandeln", versicherte Ceferin.
Die EM in zwei Jahren findet in England, Wales, Schottland und Irland statt. Zuletzt hatte es massive Kritik an hohen Ticketpreisen bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada in diesem Sommer gegeben.