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"Verdammtes Elend" – Italien nach erneutem WM-Debakel am Boden

Die Italiener verpassen zum dritten Mal in Folge eine Fußball-Weltmeisterschaft. Die "Squadra Azzurra" wird von den Medien zerrissen.

"Verdammtes Elend" – Italien nach erneutem WM-Debakel am Boden Foto: © GETTY

Italien verpasst zum dritten Mal in Folge eine Weltmeisterschaft. In Bosnien und Herzegowina unterliegt der Europameister von 2021 nach einem 1:1 im Elfmeterschießen (Spielbericht >>>).

Der Frust bei der so großen Fußballnation ist groß, seit 2014 wartet der Weltmeister von 2006 auf eine Teilnahme. Jedes Mal war in den Playoffs Schluss.

"Ich entschuldige mich, weil ich es nicht geschafft habe, Italien zur Weltmeisterschaft zu führen. Es wird Zeit brauchen, diesen für mich sehr schweren Schlag zu verdauen", zeigt sich Teamchef Gennaro Gattuso maximal enttäuscht.

Bleibt der Teamchef?

Über seine Zukunft will er nicht sprechen, erst im vergangenen Jahr hat er den Posten von Luciano Spalletti übernommen.

Verbandspräsident Gabriele Gravina meint dazu: "Ich habe ihn gebeten, zu bleiben, er ist ein großartiger Trainer. Habt ihr nicht diesen Moment großer Menschlichkeit in der Umkleidekabine zwischen ihm und den Jungs gesehen, mit denen er sich hervorragend versteht? Sie haben Heldentaten vollbracht, sie haben alles gegeben – ihr werdet euch selbst ein Urteil bilden, aber der technische Bereich muss auf jeden Fall erhalten bleiben."

Durch Moise Kean waren die Italiener sogar in Führung gegangen, nach Bastoni-Ausschluss setzte man sich mit einem Mann weniger zur Wehr, Ex-Austrianer Haris Tabakovic konnte aber ausgleichen. In der Verlängerung hielt man in Unterzahl das Ergebnis.

"Die Jungs hätten diese Niederlage angesichts ihrer Leistung, ihres Einsatzes und ihrer Leidenschaft nicht verdient. Wir hatten drei Großchancen, das tut weh, aber so ist Fußball. Ich bin stolz auf meine Jungs. Es schmerzt, denn diese Weltmeisterschaft hätte uns, unseren Familien, ganz Italien und unserem Sport gutgetan", reagiert Gattuso.

Medien zerreißen Italien

So bleibt nur eine Schmach für die Italiener. "Apokalypse Italien", ist in der "Corriere della Sera" zu lesen. Die spanische "Marca" nennt Italien "das größte Drama im Welt-Fußball".

"Verdammtes Elend" geht die "AS" hart ins Gericht. Gianluigi Buffon, der 2006 noch den WM-Pokal in den Himmel streckte, meint als Teamkoordinator jetzt: "Wir müssen mit kühlem Kopf und in aller Ruhe darüber nachdenken. Jetzt müssen wir diesen Abend erst einmal verdauen; das Ziel war die WM-Teilnahme, und das haben wir nicht geschafft. Nicht alles ist verloren, aber darüber können wir jetzt noch nicht sprechen."

Seit dem Triumph in Berlin 2006 gab es zweimal ein Ausscheiden in der Gruppenphase (2010 und 2014) sowie drei verpasste Teilnahmen (2018, 2022 und 2026).

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