Thomas Goiginger: Wie dringlich ist ein Wechsel?

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Gibt es im Nationalteam zwei Debütanten vom LASK binnen vier Tagen?

Nicht auszuschließen. Nachdem Alexander Schlager bei der EM-Party gegen Nordmazedonien erstmals das ÖFB-Tor hüten durfte, hofft in Lettland Thomas Goiginger auf seine Länderspiel-Premiere. Mit Reinhold Ranftl haben die Linzer einen dritten Vertreter im rot-weiß-roten Kader.

"Für den Verein wäre es eine super Sache und für uns Spieler auch", meint Goiginger, der sich aus gutem Grund sehr mit Schlager gefreut hat, schließlich geht ihre Freundschaft weit über die Zusammenarbeit beim LASK hinaus:

"Ich habe bereits in Grödig mit ihm zusammengespielt, kenne ihn wirklich schon lange, war auch auf seiner Hochzeit. Wenn dann in so einem Spiel ein Kindheitstraum in Erfüllung geht, freut man sich natürlich mit."

Nicht für Gedankenspiele gemacht

2015/16 spielten die beiden gemeinsam für den SV Grödig. Von einer gemeinsamen Zeit im Nationalteam hat das Duo damals wenig überraschend nicht geträumt.

"Ich versuche das, was ich auch beeinflussen kann, zu beeinflussen. Über den Rest mache ich mir eigentlich weniger Gedanken, weil das nur Gedankenspiele sind - und dafür bin ich nicht so gemacht."

"Das war weniger ein Thema, muss ich ehrlich sagen", grinst Goiginger, "man muss schon immer auch realistisch sein. Aber wir haben uns beide sehr gut entwickelt, geben immer Gas und dann werden ab und zu auch Träume erfüllt."

Nun hofft der 26-Jährige, dass mit einem ÖFB-Debüt auch sein "Kindheitstraum" in Erfüllung geht: "Davon träumt jeder Fußballer. Wenn du dabei bist, willst du natürlich auch versuchen, dass du Minuten bekommst. Aber ich bin immer positiv gestimmt und versuche das, was ich auch beeinflussen kann, zu beeinflussen. Über den Rest mache ich mir eigentlich weniger Gedanken, weil das nur Gedankenspiele sind - und dafür bin ich nicht so gemacht."

Der Wunsch sei natürlich vorhanden, aber auch das müsse man realistisch einordnen können. "Die Aufstellung macht der Trainer", so Goiginger.

Nicht vor den besten Fußballern Österreichs verstecken

Realistisch eingeordnet ist in Lettland aufgrund der Abwesenheit diverser Stammkräfte die Chance auf einen Einsatz so groß wie bisher noch nie in der ÖFB-Laufbahn des Flügelflitzers.

Es wäre ein weiteres Highlight in einer durchaus ungewöhnlichen Karriere. Goiginger hat nie eine Akademie von innen gesehen und sich von seinem Jugendverein Köstendorf über Eugendorf, Vöcklamarkt, Neumarkt, Grödig und Blau-Weiß Linz bis in die Bundesliga zum LASK gekämpft, bei dem er sich zu einem der Protagonisten entwickelt hat.

Im November 2018 schaffte er noch im Rahmen der Nations League erstmals den Sprung ins ÖFB-Aufgebot. Seit diesem Herbst ist er durchgehend dabei, was bislang fixe Kadermitglieder wie Peter Zulj oder Florian Kainz nicht von sich behaupten können. Teamchef Franco Foda scheint also Gefallen an den Qualitäten des Salzburgers gefunden zu haben.

Auch wenn das erste Länderspiel auf sich warten lässt, alleine die Einheiten beim ÖFB-Team würden ihn weiter bringen: "Das Training mit den besten Spielern Österreichs ist immer sehr gut, du bist auch ein Teil davon und musst dich nicht unbedingt verstecken."

Wechsel ins Ausland notwendig?

Dass es Bundesliga-Kicker, die nicht beim FC Red Bull Salzburg unter Vertrag stehen, in der ansonsten von Legionären dominierten ÖFB-Auswahl nicht immer einfach haben, ist kein Geheimnis.

"Gerüchte gibt es immer wieder, aber die kommen nicht von mir. Ich versuche, dass ich meine Leistung beim Verein so gut wie möglich bringe. Wenn ich das mache, wird auch irgendwann der nächste Schritt kommen."

Auch um Goiginger gab es immer wieder Auslands-Gerüchte, sei es im Frühjahr Southampton oder zuletzt Borussia Mönchengladbach. Ob er im Hinblick auf das Nationalteam eine gewisse Dringlichkeit verspüre, selbst zum Legionär zu werden?

"Nein, nicht unbedingt. Gerüchte gibt es immer wieder, aber die kommen nicht von mir. Ich versuche, dass ich meine Leistung beim Verein so gut wie möglich bringe. Wenn ich das mache, wird auch irgendwann der nächste Schritt kommen. Beim LASK spielen wir auch international, das ist auch nicht so schlecht."

Die Europacup-Belastung war eines der Argumente, warum einige ÖFB-Stammspieler in Lettland von Foda eine Pause verordnet bekommen haben. Für Goiginger war es logischerweise kein Thema, den Trip nach Riga auszulassen:

"Ich fühle keine Müdigkeit, sondern fühle mich sehr, sehr gut. Ich bin froh, wenn ich beim Nationalteam sein kann. Wenn ich eine Chance bekomme, versuche ich sie zu nutzen."

Textquelle: © LAOLA1.at

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