"Viele würden nach so einer Erfahrung aufgeben und sagen: Danke, das war es für mich."
Xaver Schlager weiß: "Es gibt keinen, der so eine Leidenszeit hinter sich hat. Das ist nicht einfach, vor allem, wenn einen dann viele abschreiben und sagen, man ist nicht mehr so gut, der verletzt sich gleich wieder. Man wird nur mehr auf die Verletzung reduziert."
"Viele würden nach so einer Erfahrung aufgeben und sagen: Danke, das war es für mich. Aber er kämpft sich zurück. Es gibt keinen Menschen, dem ich das mehr vergönne als ihm", so Schlager weiter.
Einer der besten Tage
"Es war einer der besten Tage meines Fußballer-Lebens", sagt Kalajdzic. Welche denn da noch dazuzählen würden?
"Naja, ich habe zwei Titel gewonnen. Und das Spiel damals mit Stuttgart gegen Köln, wo wir in der letzten Minute den Klassenerhalt geschafft haben. Diese Erleichterung und Emotion, das war schon ähnlich", sagt er.
Was will der in Linz?
Zwei Titel. Mit dem LASK! Mit dem leihweisen Wechsel von Wolverhampton nach Linz Anfang September hat die unglaubliche Saison des Stürmers begonnen.
"Was soll der in der österreichischen Bundesliga?", haben sich viele gefragt. Dass der 2-Meter-Schlaks von seinem Können her der heimischen Liga längst entwachsen ist, ist allen klar.
Kühbauers Aufbauarbeit
Und doch saß er zunächst auf der Bank. Für seinen Geschmack viel zu lange. Doch Didi Kühbauer baute ihn behutsam auf.
Im Frühjahr war Kalajdzic dann der beste Spieler der Liga, wurde von Woche zu Woche besser, hatte maßgeblichen Anteil am sensationellen Doublegewinn der Athletiker.
"Vielleicht war ich von allem überwältigt – erstes WM-Spiel, du startest plötzlich mit dieser Geschichte."
Dann die Einberufung in den WM-Kader. Dann ein Startelf-Platz zum Auftakt gegen Jordanien. Doch der unfassbare Höhenflug wurde kurz gestoppt.
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"Er hatte ein unglückliches erstes Spiel, daran hatte er sicher ein bisschen zu knabbern", sagt Sabitzer rückblickend über das Jordanien-Spiel, in dem Kalajdzic zur Pause ausgewechselt wurde.
Längst vorbei
Der Angreifer selbst sieht es nicht so dramatisch: "Ich war überrascht, dass ich begonnen habe. Vielleicht war ich von allem überwältigt – erstes WM-Spiel, du startest plötzlich mit dieser Geschichte. Es war nicht mein bestes Spiel, aber auch nicht katastrophal."
Doch das ist längst vorbei. Was bleibt, ist dieser Kopfball in der allerletzten Spielsekunde gegen Algerien. Und der ekstatische Torjubel danach.
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Ein denkwürdiger Jubel
Kalajdzic lacht: "Ich habe nicht gewusst, was ich machen soll. Ich habe den Gregerl gesehen und bin einfach auf ihn gesprungen. Dann waren plötzlich 50 Leute um mich herum, jeder hat mir eine Watsche nach der anderen gegeben, mir ins Gesicht geschrien. Ich habe zehn Meter im Feld angefangen und bin am Ende fast außerhalb des Stadions gelandet."
Er hat jetzt jedenfalls etwas gut bei seinen Teamkollegen. Phillipp Mwene lächelt: "Wir werden ihn mal einladen. Er kann sich etwas aussuchen, egal was."