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Rangnick kontert den Kritikern

Ist die Mannschaft nicht fit genug? Bringt sie ihren bewährten Stil nicht auf den Platz? Das sagt der ÖFB-Teamchef:

Rangnick kontert den Kritikern Foto: © GEPA

Das ÖFB-Team hat zwar den Einzug in die K.o.-Phase der WM 2026 geschafft, die bisherigen drei Auftritte in den USA waren aber keine berauschenden Vorstellungen.

Deswegen sahen sich Ralf Rangnick und seine Schützlinge in den vergangenen Tagen auch Kritik ausgesetzt. Übten teilweise auch Selbstkritik.

Nicht fit genug?

Öffentlich die Fitness der Kicker infrage gestellt hat Andreas Herzog. "Ich glaube, dass wir nicht einen Spieler haben, der sagen kann, ich bin auf 90 oder 100 Prozent. Und das ist schade", so der Ex-Teamspieler im Podcast "HERZERL mit Janko".

Er habe beobachtet, dass so mancher Spieler gegen Algerien zur Pause schon platt gewesen sei. "Das ist meiner Meinung nach schon ein Zeichen, dass wir nicht die fitteste Mannschaft haben", so Herzog.

Vor dem Sechzehntelfinale gegen Spanien (heute, ab 21 Uhr im LIVE-Ticker) reagiert Rangnick darauf.

"Nicht in unserem Einflussbereich"

"Wir sind am Ende einer langen Saison. Wir haben die Spieler fünf Mal im Jahr. Die Frage, ob Mannschaften oder einzelne Spieler fit sind – ich glaube nicht, dass das hier bei der Nationalmannschaft in unserem Einflussbereich liegt", sieht der Deutsche nicht den ÖFB in der Verantwortung.

"Für den Fitnesszustand ist erstens jeder Spieler selber und zweitens die Vereine zuständig"

Ralf Rangnick

Rangnick weiter: "Nach meiner Erfahrung kannst du bei so einem Turnier im Training eher zu viel, als zu wenig machen. Für den Fitnesszustand ist erstens jeder Spieler selber und zweitens die Vereine zuständig."

Wo ist das Pressing hin?

Ein Kritikpunkt, den auch die Spieler selbst geäußert haben, ist der Umstand, dass der intensive, aggressive Spielstil, der dieses Team in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hat, bei der WM bisher nur äußerst selten zu sehen war.

Der für die Spanien-Partie verletzte Phillipp Mwene sagte: "Ich glaube, wir haben noch nicht unser wahres Gesicht gezeigt. Woran das genau liegt, ist schwer zu sagen. Wir müssen uns darauf besinnen, was uns hierher gebracht hat, was wir mit unserem Spielstil schon alles erreicht haben."

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Rangnick will seine Mannschaft "nicht auf dieses Anpressen reduziert" wissen
Foto: ©GEPA

Rangnick sieht es nicht so eng: "Ich finde, wir haben das in den drei Spielen schon in Phasen gezeigt und geschafft. Ansonsten wären wir nicht Zweiter geworden und hätten keine sechs Tore geschossen."

Und überhaupt: "Es entspricht nicht der Realität, wenn man diese Mannschaft nur auf dieses Anpressen reduziert. Wie hätten wir sonst sechs Tore schießen sollen? Wenn ich an die drei Tore gegen Algerien denke: die waren brillant rausgespielt, nach ganz klaren Mustern, die wir versucht haben, in den letzten Jahren der Mannschaft zu vermitteln. Gegen Jordanien war es im Prinzip genauso."

Der Ballast ist abgefallen, da geht nichts auf Knopfdruck

Nichtsdestoweniger sei "die Frage berechtigt", findet Rangnick.

Also hat er auch einen interessanten Erklärungsversuch parat: "In welchem Flow ist die Mannschaft diesbezüglich? Wir hatten ein ähnliches Spiel wie gegen Algerien schon gegen Bosnien, wo es um alles ging. Wir wussten zwar auch, dass uns ein Unentschieden reicht, dem Gegner aber nicht. Das Spiel war von der Drucksituation vergleichbar. Wir alle wissen, welcher Druck von uns gefallen ist, als wir es geschafft haben."

"Dann ist es nicht so auf Knopfdruck möglich, dass die Mannschaft so zusammenfindet und von Anfang an wieder wie aus dem Schulbuch den gleichen Fußball spielt"

Ralf Rangnick

"Da ist Ballast von den Spielern abgefallen, sie haben sich erstmal auf ihre Vereinsaufgaben konzentriert. Das ist normal. Dann ist es nicht so auf Knopfdruck möglich, dass die Mannschaft so zusammenfindet und von Anfang an wieder wie aus dem Schulbuch den gleichen Fußball spielt", so der Coach weiter.

Individuelle Situationen der Spieler

Außerdem: "Dazu kommt, dass die Spieler aus unterschiedlichen Situationen kommen. Es gibt einige Beispiele. Wir haben einige Spieler, die ausgefallen sind und dann nicht wieder in diesem Modus drinnen sind, den es dafür braucht."

Konkret spricht der 68-Jährige David Alaba, Sasa Kalajdzic und Florian Grillitsch an, die (verletzungsbedingt) einige Spiele in der Saison verpasst haben.

Es geht um Resultate

Am Ende geht es dem Teamchef vor allem um Resultate. Und die stimmen bei dieser WM.

"Wenn mir jemand vorher gesagt hätte, wir kommen mit vier Punkten als Gruppenzweiter weiter, hätte ich mich gar nicht dafür interessiert, wie das zustande gekommen ist. Ich hätte das sofort unterschrieben", sagt er.

"Brauchen Leistungssteigerung"

Letztendlich gibt sich Rangnick dann aber doch ein wenig einsichtig: "Dass wir jetzt eine Leistungssteigerung brauchen, dass wir nochmal einen Schritt nach vorne machen müssen, sehe ich zu 100 Prozent genauso. Darauf wird es ankommen."

David Alaba pflichtet ihm bei: "Uns ist klar, dass wir eine Schippe drauflegen müssen."

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