Marko Arnautovic? "Wäre extrem herber Verlust"

Marko Arnautovic? Foto: © getty
 

Aus der ursprünglichen unwillkommenen Ablenkung wird zunehmend ein Problem.

Die UEFA leitete am Dienstag bezüglich der Vorkommnisse rund um seinen Torjubel beim 3:1 gegen Nordmazedonien Ermittlungen gegen Marko Arnautovic ein.

Dies kann nach der Beschwerde des nordmazedonischen Verbands "ein völlig normaler Vorgang" sein, wie ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer betont.

So lange ein Urteil der UEFA aussteht, ist jedoch auch eine Sperre nicht ausgeschlossen. Nordmazedonien fordert jedenfalls die "härteste Strafe".

Fakt ist, dass Arnautovic und sein Gegenspieler Ezgjan Alioski bereits nach dem Schlusspfiff Kontakt hatten (siehe Bild) und sich der ÖFB-Star später auch in der Kabine entschuldigt hat. Zudem distanzierte sich der 32-Jährige am Montag deutlich vom Vorwurf des Rassismus.

Video: Arnautovic? "Würde mich als Gegner anscheißen"

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Disziplinar-Inspektor eingesetzt

Im Fairplay-Reglement der UEFA heißt es unter Artikel 7.02: "Von den Spielern wird erwartet, dass sie ihren Gegnern gegenüber Respekt zeigen und sicherstellen, dass ihre Mitspieler und alle anderen Mitglieder des Teams den Fairplay-Geist beachten."

Vorsitzender der UEFA-Disziplinar-Kommission ist mit Thomas Partl ein Österreicher. In der "Kleinen Zeitung" erläutert er das Prozedere:

"Wenn der nordmazedonische Fußballverband, wie den Zeitungen zu entnehmen ist, eine Beschwerde an die UEFA bezüglich rassistischer Aussagen von Arnautovic eingereicht hat, läuft es folgend weiter - die UEFA beauftragt einen Disziplinar-Inspektor mit Arbeit. Der beginnt mit Erhebungen und erstattet dann Bericht an die Disziplinar-Kommission. Sollte sich herausstellen, dass der Rassismus-Vorwurf berechtigt ist, muss die Kommission urteilen. Das Strafausmaß reicht von einer Verwarnung bis zu einer Sperre. Ich werde bei der Urteilsfindung nicht dabei sein, weil ich als Österreicher als befangen gelte."

Besagter Disziplinar-Inspektor ist nun eingesetzt. Nun heißt es abzuwarten, was dessen Ermittlungen ergeben.

Hinteregger: "Wäre extrem herber Verlust"

Aus Sicht des ÖFB-Teams wäre ein Fehlen von Arnautovic beim zweiten Gruppen-Spiel in den Niederlanden naturgemäß äußerst ungünstig.

"Wenn uns Marko fehlen würde, wäre das ein extrem herber Verlust. Wir hoffen das Beste. Wir brauchen Marko sehr", streicht Martin Hinteregger hervor.

Der ÖFB-Innenverteidiger kam am Dienstag bei seinem Medientermin zum Handkuss, die Causa Arnautovic quasi stellvertretend für die Mannschaft kommentieren zu müssen.

"Ich würde mich anscheißen"

Unlängst erklärte der Kärntner, dass er sich als gegnerischer Innenverteidiger "anscheißen" würde, wenn ein Offensivspieler der Klasse von Arnautovic als Joker aufs Feld käme. Diesen etwas deftigen Sager wiederholte er unter anderen Voraussetzungen:

"Marko, Marcel Sabitzer und David Alaba - das sind unsere besten Spieler, vor allem auch was die Kreativität und offensive Spielideen angeht. Deswegen wäre es ja eigentlich nicht clever, ihn nur 30 Minuten zu bringen, wenn er 90 Minuten für Gefahr sorgen kann."

Martin Hinteregger

"Ich würde mich auch anscheißen, wenn Marko von Anfang an spielen würde", so Hinteregger, der sich - sofern er zur Verfügung steht - den China-Legionär sehr gut in der Startelf vorstellen kann:

"Marko, Marcel Sabitzer und David Alaba - das sind unsere besten Spieler, vor allem auch was die Kreativität und offensive Spielideen angeht. Deswegen wäre es ja eigentlich nicht clever, ihn nur 30 Minuten zu bringen, wenn er 90 Minuten für Gefahr sorgen kann."

Dies sei natürlich die Entscheidung des Trainers:" Aber Fakt ist, jeder weiß, dass er einer unserer absoluten Schlüsselspieler ist."

Hinteregger: "Bin auch kein Kind von Traurigkeit"

Die Jubel-Causa sei innerhalb der Mannschaft natürlich ein Thema: "Das ist ja logisch. Wenn wir nicht darüber reden würden, wären wir keine intakte Mannschaft. Deswegen besprechen wir intern, was gesagt wurde und was los war."

Aber alles in allem hält Hinteregger die Aufregung - wie am Tag zuvor schon Michael Gregoritsch - für übertrieben.

"Ich denke mal, in 90 Minuten passieren auch in verbaler Hinsicht ganz andere Dinge. Ich bin da in der deutschen Bundesliga oder woanders auch nicht immer ein Kind von Traurigkeit - und ich bekomme das auch oft zurück. Nach den 90 Minuten gibt man sich die Hand und es ist okay. So soll es auch sein, davon lebt der Sport."

Nicht ablenken lassen

Für Arnautovic, dessen Durchbruch im Profi-Bereich einst in den Niederlanden bei Twente Enschede gelang, wäre ein Fehlen in diesem Match wohl aus allen nur erdenklichen Gründen extremst bitter.

Aber so weit ist es noch nicht. Und zu sehr ablenken lassen will man sich davon auch nicht.

"Wenn man am Trainingsplatz steht, ist es ja logisch, dass es für das Team überhaupt kein Ding ist. Wir konzentrieren uns auf unsere Aufgaben und wie wir den Gegner besiegen können. Wie gesagt: Intern haben wir natürlich darüber gesprochen, aber wenn es uns beschäftigen würde, dann würde es alle zwei, drei Tage irgendein Thema geben, das uns aus dem Rhythmus bringt."

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