Keine Überraschung? Foda-Antwort an Ruttensteiner

Keine Überraschung? Foda-Antwort an Ruttensteiner Foto: © GEPA
 

Nach Andreas Herzog bekommt nun mit Willi Ruttensteiner der nächste Teamchef Israels aus Österreich die Gelegenheit, sein Heimatland mehr als nur zu ärgern (Samstag, 20:45 Uhr im LIVE-Ticker).

Die 2:4-Pleite des ÖFB-Teams im März 2019, damals ebenfalls im Sammy Ofer Stadium in Haifa, ist in beiden Fußball-Nationen nicht vergessen.

Dass Ruttensteiner das ÖFB-Team ausgezeichnet kennt, liegt auf der Hand, schließlich war er auch viele Jahre Sportdirektor des Fußball-Bundes. Dass der Oberösterreicher gemeint hat, dass ihn Franco Foda deshalb kaum überraschen könnte, lässt der ÖFB-Teamchef so jedoch nicht stehen.

"Er kennt das Nationalteam sehr, sehr gut, er kennt auch viele Spieler des Nationalteams, aber wir haben gerade auch in den letzten Wochen und Monaten variabel und flexibel gespielt, insofern glaube ich nicht, dass er sich zu 100 Prozent auf uns einstellen kann", stellt Foda klar.

Zittern um Baumgartner

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Man darf gespannt sein, welche Variante, die Ruttensteiner überraschen könnte, sich Foda ausgedacht hat.

Alles andere als überraschend käme es indes, wenn auch diesmal die medizinische Abteilung ein Wörtchen bei der Aufstellung mitreden würde.

Foda verkündet zwar nicht nur, dass David Alaba in die Startelf zurückkehren wird, sondern auch, dass alle Akteure sich rechtzeitig für das Abschlusstraining fit gemeldet hätten.

Dies heißt jedoch noch nicht, dass es auch bei allen Akteuren für einen Startelf-Einsatz reicht. Besonders groß ist das Zittern um Christoph Baumgartner nach dessen Knöchelblessur aus dem Spiel in Moldau. Gerade die Präsenz des Hoffenheim-Legionärs wäre für das ÖFB-Team natürlich sehr wertvoll.

Wie intensiv rotiert Foda?

Wie intensiv Foda rotiert, wird sich weisen. Zumindest mit der einen oder anderen Umstellung ist jedoch zu rechnen. Der in Moldau geschonte Routinier Aleksandar Dragovic sollte in die Anfangsformation zurückkehren.

Im Prinzip ist bei einem derart intensiven Lehrgang auf jeder Position eine Schonungsmaßnahme denkbar. Interessant wäre etwa ein ÖFB-Debüt von Eindhoven-Legionär Phillipp Mwene, der auf beiden Außenverteidiger-Positionen aufgeboten werden kann.

2019 jubelte in Haifa Israel
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Inwiefern Konrad Laimer, Florian Grillitsch oder Louis Schaub in der Startelf bleiben, hängt wohl auch von ihrer körperlichen Verfassung ab. Nicht auszuschließen, dass der ÖFB-Trainerstab diesmal wie beim 3:1-Heimsieg gegen Israel im Oktober 2019 auf Stefan Ilsanker im Mittelfeld-Zentrum baut.

2019 probierte es Foda in Haifa mit einer Dreierkette, diesmal erscheint eine Viererkette wahrscheinlicher. Aber wer weiß - Stichwort Überraschung.

Einsatzzeit für Yusuf Demir?

Durchaus eine gelungene Überraschung wäre es, wenn sich Foda diese Partie für Yusuf Demir in der Startelf aufgehoben hätte.

Die Moldawien-Partie wurde von vielen Beobachtern als ideal auserkoren, um dem Neo-Barcelona-Legionär weitere ÖFB-Spielpraxis zukommen zu lassen.

Foda begründete es mit System und Spielanlage mit zwei Stürmern, dass der Ex-Rapidler in Chisinau auf der Bank blieb. Und diesmal?

"Jeder, der im Kader steht, hat die Möglichkeit von Anfang an zu spielen oder im Laufe des Spiels reinzukommen. Ich habe schon nach dem letzten Spiel betont, dass es auch immer davon abhängt, mit welchem System und welcher taktischen Ausrichtung wir spielen wollen. Das werden wir der Mannschaft am Matchtag mitteilen."

So ordnet Foda Israel ein

Wie der Gegner spielt, wurde der ÖFB-Mannschaft am Freitag vorgestellt. Am Abend erfolgte im Abschlusstraining das inhaltliche Finetuning auf dem Platz.

"Zahavi hat eine extrem gute Schusstechnik aus der zweiten Reihe. Das bedeutet für uns, dass wir ihn 20, 30 Meter vor dem Tor sehr eng decken müssen, wir dürfen ihn und Dabbur nie ins Spiel kommen lassen."

Franco Foda

"Wir kennen Israel ja aus der EM-Qualifikation. Wir haben uns ihre letzten Spiele noch einmal intensiv angeschaut. Sie agieren nach wie vor mit Dreierkette, dort allerdings sehr variabel, sie spielen einmal 3-4-3, einmal 3-5-2. Mal mit Zahavi und Dabbur als zwei echte Spitzen, Solomon geht immer wieder mit in die Spitze. Beide Außenverteidiger agieren extrem hoch", referiert Foda.

Munas Dabbur kennt man aus seiner Salzburg-Zeit bestens, mit Eran Zahavi hat Österreich bereits leidvolle Erfahrung gesammelt - in Haifa netzte der Routinier damals drei Mal, im Rückspiel in Wien schoss er Israel in Führung.

Mehr als Zahavi und Dabbur

Ob Israel letztlich aber mehr als Zahavi und Dabbur sei?

"Natürlich, beide sind klarerweise auch von ihren Mitspielern abhängig", betont Foda, "aber beide haben ihre Qualitäten auch im Eins-gegen-Eins, Zahavi hat zudem eine extrem gute Schusstechnik aus der zweiten Reihe. Das bedeutet für uns, dass wir ihn 20, 30 Meter vor dem Tor sehr eng decken müssen, wir dürfen sie nie ins Spiel kommen lassen."

Auf der anderen Seite betont Foda gebetsmühlenartig, dass die Basis zwar eine gute Defensive, das Wichtigste jedoch wie gehabt die Konzentration aufs eigene Spiel sei: "Wir wollen Akzente nach vorne setzen, aktiv sein, im Ballbesitz gut agieren und nach Balleroberungen gut umschalten."

2019 als Warnung

Beim ersten Versuch in Haifa ging Österreich früh durch Marko Arnautovic in Führung und versäumte es danach, nachzusetzen und Israel erst gar nicht mehr ins Spiel finden zu lassen.

Die Pleite 2019 könnte dem ÖFB-Team so oder so helfen, schließlich sollte jeder gewarnt sein, was auf das Nationalteam zukommen kann.

"Es ist ein super Stadion, die Gegebenheiten dort sind richtig gut. Aber wir müssen unsere Qualitäten auf den Platz bringen und mit dem Anspruch reingehen, dass wir gewinnen wollen", meint Florian Grillitsch, der 2019 die Ersatzbank drückte und deshalb grinst:

"Ich war damals zwar dabei, habe aber nicht gespielt. Vielleicht war das der Grund, warum wir verloren haben."

Alaba freut sich auf Ruttensteiner

Wiedersehen in Haifa: Alaba und Ruttensteiner
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Ebenfalls nicht dabei war 2019 David Alaba, der aufgrund einer Muskelverletzung passen musste.

"Aber ich habe es mir natürlich angeschaut. Das Spiel ging hin und her. Wir können sicherlich sehr viel mitnehmen, dementsprechend wollen wir auch auftreten. Wir sind hierher gekommen, um erfolgreich zu sein und Punkte mitzunehmen", bekräftigt der Real-Legionär.

Foda oder Ruttensteiner - letztlich wird man sehen, welcher Teamchef den anderen überrascht. Alaba freut sich jedenfalls auf einen jahrelangen Wegbegleiter:

"Ich kenne Willi mittlerweile sehr lange und freue mich natürlich aufs Wiedersehen. Dementsprechend ist es ein spezielles Spiel für uns und sicherlich auch für ihn. Nichtsdestotrotz wollen wir als Sieger vom Platz gehen."

Mögliche Aufstellungen:

Israel: Marciano (Feyenoord/NED/28 Länderspiele) - Dasa (Vitesse Arnheim/NED/37/0 Tore), Degani (Beitar Jerusalem/16/0), Bitton (Celtic Glasgow/SCO/33/2), Tibi (Hapoel Beer Sheva/54/1), Menachem (Maccabi Haifa/11/0) - Glazer (Maccabi Tel Aviv/8/0), Natcho (Partizan Belgrad/SRB/79/3), Solomon (Schachtar Donezk/UKR/20/3) - Zahavi (PSV Eindhoven/NED/65/29), Dabbur (TSG 1899 Hoffenheim/GER/30/9)

Ersatz: Harush (Hapoel Beer Sheva/20), Nitzan (Beitar Jerusalem/1) - Elmahed (Hapoel Beer Sheva/12/0), Dahan (Maccabi Haifa/0), Davidzada (Maccabi Tel Aviv/12/0), Atzili (Maccabi Haifa/2/0), Arad (Maccabi Haifa/6/0), Kinda (Sporting Kansas City/USA/2/1), Haziza (Maccabi Haifa/4/0), Abu Fani (Maccabi Haifa/8/0), Abu Abaid (Hapoel Beer Sheva/1/0), Abada (Celtic Glasgow/SCO/2/0), Abu Hanna (Legia Warschau/POL/5/0), Haziza (Maccabi Haifa/4/0), Weissman (Real Valladolid/ESP/15/0)

Es fehlt: D. Peretz (verletzt)

Österreich: Bachmann (Watford/ENG/7) - Trimmel (Union Berlin/GER/15/0), Dragovic (Roter Stern Belgrad/SRB/94/2), Hinteregger (Eintracht Frankfurt/GER/60/4), Alaba (Real Madrid/ESP/86/14) - Grillitsch (TSG Hoffenheim/GER/27/1), Ilsanker (Eintracht Frankfurt/GER/56/0) - Laimer (RB Leipzig/GER/14/1), Schaub (1. FC Köln/GER/23/6), Baumgartner (TSG Hoffenheim/GER/15/5), - Arnautovic (Bologna/ITA/92/28)

Ersatz: Lindner (FC Basel/SUI/28), A. Schlager (LASK/6) - Lienhart (SC Freiburg/GER/7/0), Mwene (PSV Eindhoven/NED/0), Posch (TSG Hoffenheim/GER/11/1), Ulmer (Red Bull Salzburg/27/0), D. Ljubicic (1. FC Köln/GER/0), Jantscher (Sturm Graz/23/1), Kainz (1. FC Köln/17/0), Schöpf (Arminia Bielefeld/GER/30/5), Demir (FC Barcelona/ESP/1/0), Gregoritsch (FC Augsburg/GER/30/5), Kara (Rapid Wien/2/0)

Es fehlen: X. Schlager, Baumgartlinger (beide Knieverletzung), Lainer (Knöchelbruch), Kalajdzic (Schulterverletzung), Sabitzer (Adduktorenprobleme)

Fraglich: Baumgartner (Sprunggelenksblessur)

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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