Marko Arnautovic wollte Kritiker ruhig stellen

 

Nach seinem China-Wechsel ist Marko Arnautovic auf einer Mission.

Und zwar geht es dem ÖFB-Goalgetter darum, seine Kritiker, die sich negativ über den Transfer zu Shanghai SIPG äußerten, zu widerlegen. Schon unter der Woche wartete er bei seinem Medientermin nur auf die passende Frage wegen seines Gehalts, um seine Kritiker rügen zu können.

Beim 6:0-Kantersieg Österreichs gegen Lettland gab er mit seinem Doppelpack die einzig richtige Antwort auf dem Platz. Sein Torjubel enthielt jeweils eine Botschaft an so manchen Experten.

Der Jubel habe "den Leuten, die viel reden" gegolten.

Tor um Tor! Die Highlights von Österreichs Gala gegen Lettland:

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

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Arnautovic: "Ich beweise es immer wieder!"

"Ich beweise es immer wieder! Wenn sie über mich reden, muss ich sie ruhig stellen, und ich hoffe, sie bleiben auch ruhig. Denn ich bin kein 19-jähriges Kind mehr, dass sie nonstop auf mich draufhauen und so viel über mich reden müssen."

Konkret bedeutet dies folgendes: "Es wurde viel gesprochen. Das war ja natürlich für den ganzen Fußball ein Schock, dass ich nach China gegangen bin. Viele Leute, von denen man gar nichts mehr gehört hat, sind wach geworden und haben viel gesprochen. Aber ich beweise es immer wieder! Wenn sie über mich reden, muss ich sie ruhig stellen, und ich hoffe, sie bleiben auch ruhig. Denn ich bin kein 19-jähriges Kind mehr, dass sie nonstop auf mich draufhauen und so viel über mich reden müssen."

"Ich habe schon viel für die österreichische Nationalmannschaft gemacht, und das will ich auch weiter tun! Ich bin nicht müde, ich habe keinen Jetlag. Wahrscheinlich fühlen den die anderen, die so viel über mich reden, mehr. Ich spüre es nicht. Jedes Mal, wenn ich ins Nationalteam komme, bin ich ready", so der 30-Jährige weiter.

Wen konkret er meint, möchte Arnautovic weiterhin nicht preis geben: "Die wissen das! Und ihr könnt es euch wahrscheinlich auch vorstellen - ihr seid ja alle von den Medien, ihr wisst, wer viel gesprochen hat. Ich brauche keine Namen erwähnen. Ich habe schön öfter angeboten: Wenn es irgendetwas gibt, können sie gerne mit mir reden, wir können gerne am Tisch sitzen und darüber sprechen. Aber man muss nicht immer durch die Medien gehen, damit man weiß, dass sie eh noch da und wichtig sind. Das interessiert keinen!"

Dieses Gesprächsangebot, damit besagte Kritiker ihm ihre Meinung ins Gesicht sagen können, hat der Wiener schon am Dienstag ausgesprochen. Die Frage, ob sich daraufhin jemand bei ihm gemeldet habe, lässt sich für Arnautovic kurz und knackig beantworten: "Na!"

Seine Bitte: "Ich sage es nochmal: Man muss die Entscheidung eines jeden Fußballers respektieren. Das ist meine Entscheidung! Mir braucht kein Außenstehender etwas sagen. Meine Familie und ich sprechen über alles. Es war unsere Entscheidung, und ich bin glücklich mit dieser Entscheidung. Man sieht ja, wir haben nichts verlernt, oder?"

Arnautovic holt Sindelar und Herzog ein

Wie schon in Israel und Nordmazedonien gelang Arnautovic ein Doppelpack, womit er im Laufe dieser EM-Qualifikation in der ewigen Schützenliste des ÖFB einen großen Sprung gemacht hat.

"Ich will sicher nicht bei 25 oder 26 Toren aufhören. Ich will einfach mehr und mehr Tore haben."

Mit seinen Länderspiel-Toren Nummer 25 und 26 holte er die beiden Legenden Matthias Sindelar und Andreas Herzog ein und teilt sich nun mit ihnen den siebenten Platz. Noch zwei weitere Treffer und er liegt auf dem geteilten dritten Rang.

"Es ist natürlich schön, da oben mit dabei zu sein, aber ich will noch mehr Tore machen! Ich will sicher nicht bei 25 oder 26 aufhören. Ich will einfach mehr und mehr Tore haben", ist Arnautovic durchaus motiviert, im Ranking noch weiter nach oben zu klettern.

Wie weit er nach oben klettern will? "Das könnt ihr euch denken", meint Arnautovic zuerst kryptisch, um schließlich doch noch sehr konkret zu werden: "Es sind noch ein paar Leute vor mir, und wenn es so weitergeht und ich noch ein paar Tore mache, werde ich versuchen, den Rekord einzustellen."

Muss sich Toni Polster fürchten?

Österreichs Rekordtorschütze ist derzeit Toni Polster mit 44 Toren vor Hans Krankl mit 34 - diese beiden gehören mutmaßlich auch zu jenen Kritikern, die Arnautovic meint. Zumindest äußerten sich die beiden früheren Goalgetter in der Öffentlichkeit nicht gerade begeistert über den China-Deal des aktuellen ÖFB-Torjägers.

Ob sich Polster fürchten müsse, dass er seinen Rekord verliert? "Keine Ahnung, ob er sich fürchten muss. Wenn ich dieses Ziel erreiche, ist es natürlich sehr schön und ein Bonus für mich. Aber das Wichtigste für mich ist die Mannschaft - das ist das Ausschlaggebende!"

Und besagte Mannschaft hat gegen Lettland bestens performt. Ob es selbst bei solch einem dominanten Auftritt irgendetwas geben würde, was man besser machen hätte können, hielt Arnautovic spürbar für eine kuriose Frage - eingefallen ist ihm trotzdem etwas:

"Mehr Tore! Wir hatten noch mehr Chancen, die wir vielleicht verwerten hätten können. Aber im Großen und Ganzen war das schon sehr überlegen und sehr gut. Was wir gegen Lettland gezeigt haben, müssen wir weiter zeigen. Wenn wir weiter so spielen, denke ich, dass gute Sachen passieren können."

Arnautovic trauert Hattrick nach

"Ich wollte natürlich ein drittes Tor für einen Hattrick. Es ist schon mehrmals der Fall gewesen, dass ich zwei Tore gemacht habe, aber ein Hattrick ist mir im Nationalteam noch nie gelungen. Ich wollte ihn unbedingt haben!"

Auch er selbst hätte mehr Tore erzielen können, findet Arnautovic: "Wir hatten viel Spaß, aber ich muss ehrlich zugeben: Ich wollte natürlich ein drittes Tor für einen Hattrick. Es ist schon mehrmals der Fall gewesen, dass ich zwei Tore gemacht habe, aber ein Hattrick ist mir im Nationalteam noch nie gelungen. Ich wollte ihn unbedingt haben!"

Das 1:0, als der Stürmer den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste, war tendenziell eines der einfacheren Tore seiner Karriere. "Das mir das auch einmal passiert", grinst Arnautovic und erläutert die Vorgeschichte dieses Treffers:

"Ich habe gestern im Training mit 'Jules' (Julian Baumgartlinger) gesprochen und gemeint: Wenn wir den Innenverteidiger frei lassen, den Sechser auch ein bisschen frei lassen und dann auf ihn drauf gehen, bin ich mir sicher, dass wir den Ball erobern und eine Torchance haben. Genau so ist das erste Tor passiert. Wir waren einfach bissig und wollten jeden Ball erobern. Das war einfach sehr gut!"

Jeder muss einen Einser kriegen

31:1 lautete am Ende das Torschuss-Verhältnis. "Das war ungefähr wie bei Manchester City gegen Tottenham, da gab es auch eine Partie mit 30:3-Torschüssen", erinnert sich Arnautovic und lobt: "Nur zwei oder drei Spieler von uns haben nicht aufs Tor geschossen. Jeder wollte ein Tor machen. Aber trotzdem waren wir nicht irgendwie überheblich."

Deshalb auch seine Forderung: "Ich gebe jedem einen Einser für ein sehr gutes Spiel. Ihr braucht's nicht irgendwem einen Zweier geben, das ist unnötig. Bei einem 6:0 muss man jedem einen Einser geben, dann passt das!" Dieser Wunsch ist in Sachen Mannschaftsdienlichkeit nachvollziehbar, konnte in der LAOLA1-Einzelkritik aber nicht erfüllt werden. Die Noten sind trotzdem durchgehend gut.

Am Montag in Polen geht Arnautovic wieder auf Torejagd. Wenn er Polster und Krankl erneut näher rückt, sollte dies kein Nachteil für das Nationalteam sein. Ob er eigentlich so lange für Österreich spielen wolle, bis er Rekordnationalspieler und -torschütze sei?

"Kommt drauf an, wie lange ihr mich sehen wollt! So lange? Okay, dann wird das so passieren! Ich hoffe, der liebe Herrgott weiß, ob ich gesund bleibe."

Textquelle: © LAOLA1.at

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