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Warum Laimer gegen Argentinien der ideale Zehner ist

Konrad Laimer nahm gegen Jordanien die Baumgartner-Rolle ein. Seine Qualitäten und die Zahlen sprechen dafür, dass das so bleibt.

Warum Laimer gegen Argentinien der ideale Zehner ist Foto: © Imago

Konrad Laimer in der Rolle von Christoph Baumgartner. Diese Lösung hatten – vor allem für den WM-Auftakt gegen Jordanien – nur ganz wenige am Schirm.

ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick hat sich für den 29-Jährigen hinter Solo-Spitze Sasa Kalajdzic entschieden, erst mit der Einwechslung Carney Chukwuemekas in der 59. Minute rückte Laimer zurück auf die Linksverteidiger-Position.

Dass der Bayern-Profi gegen Argentinien abermals als Zehner aufläuft, ist aktuell sehr wahrscheinlich.

Andere Tugenden gefragt

Das Spiel gegen den Weltmeister wird selbstredend ein anderes als jenes beim 3:1-Sieg zum Auftakt. Die Argentinier setzen auf Ballbesitz und kombinieren gerne durch die Mitte.

Vom ÖFB-Team sind altbekannte Tugenden deshalb mehr denn je gefragt.

Assistenz-Coach Stefan Oesen sagt: "Uns zeichnet das Spiel gegen den Ball als Mannschaft aus. Wir nehmen in Anspruch, dass wir das anders machen als viele andere Nationalmannschaften, das ist ein Alleinstellungsmerkmal."

Erster Sprint muss sitzen

Wer pressen will, braucht einen Pressing-Auslöser. Also jemanden, der allen Mitspielern mit einem Lauf das Signal zum Draufgehen gibt.

Oesen erklärt es so: "Es gibt in Salzburg den Satz: 'Erster Sprint muss sitzen!' Das ist tatsächlich so. Wenn du keinen guten Auslöser findest, ist es brutal schwer, dass ein Netz überhaupt zu sprinten beginnt."

"Laimer ist in der Rolle, den Auslöser zu finden und den ersten Sprint zu setzen, wahrscheinlich unter den Besten der Welt."

Stefan Oesen

Diese Qualität hat Christoph Baumgartner. Diese Qualität hat aber auch Laimer, vermutlich sogar noch ausgeprägter.

"Er ist in der Rolle, den Auslöser zu finden und den ersten Sprint zu setzen, wahrscheinlich unter den Besten der Welt", sagt Oesen über den Salzburger.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Die Statistiken aus dem Jordanien-Spiel belegen Laimers Rolle. Kein anderer Spieler lief so oft den Gegner an, bevor dieser in Ballbesitz gekommen ist, kein anderer ging anschließend so oft in direktes Pressing über, wenn der Gegner den Ball bekam.

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Er läuft und läuft und läuft
Foto: ©IMAGO / STEINSIEK.CH

Kein anderer Österreicher konnte so viele zweite Bälle erobern. Kein anderer Österreicher fing so viele Pässe ab.

Die personifizierte Pferdelunge

Dass all diese Dinge mit viel Laufarbeit verbunden sind, ist klar.

Aber Laimer ist die personifizierte Pferdelunge, das ist nichts Neues. Nach der Jordanien-Partie sagte er: "Es war ein sehr intensives Spiel, gefühlt bin ich 74 Mal gesprintet."

Tatsächlich hat er mit 67 Sprints hinter Marcel Sabitzer (69) die zweitmeisten aller ÖFB-Kicker angezogen. 1,23 Kilometer hat er mit einer Geschwindigkeit von über 20 km/h zurückgelegt.

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Luft nach oben mit dem Ball?

Und doch hatte man im Spiel mit dem Ball das Gefühl, dass noch Luft nach oben wäre.

"Er kam nicht so gut ins Spiel. Er hat nicht den Effekt erzielt, den wir uns vorgestellt haben", sagte Rangnick unmittelbar nach dem Spiel.

"Ich bleibe dabei: Laimers beste Position ist im zentralen Mittelfeld."

Ralf Rangnick

Oesen erklärt, warum: "Dass wir im Zehnerraum nicht so viele Aktionen hatten, lag nicht daran, dass er sie nicht verarbeiten konnte, sondern daran, weil wir den Raum in der ersten Halbzeit noch nicht perfekt bespielt haben."

"Wenn du dort reinspielst, birgt dieser Pass ein gewisses Risiko, weil sie drei Innenverteidiger hatten, die alle extrem nach vorne gestochen sind – da droht immer eine Kontersituation. Deswegen hatte er nicht so viele Aktionen, wie wir es gerne von einem Zehner hätten", sagt der Co-Trainer.

Oft anspielbar, aber...

Die Daten bestätigen das. 77 Mal hat sich Laimer gegen Jordanien für ein Zuspiel angeboten, nur Nicolas Seiwald (71) kommt annähernd an diesen Wert heran.

Tatsächlich wurde Laimer aber nur 20 Mal davon auch wirklich angespielt, seltener als einige seiner Teamkollegen.

Ein Zentrum mit Pressing-DNA

Gegen Argentinien sind aber sowieso mehr die defensiven Qualitäten Laimers gefragt. Ein zentrales Mittelfeld, bestehend aus Laimer auf der Zehn und Xaver Schlager sowie Nicolas Seiwald dahinter, hat Pressing fest in seiner DNA verankert und kann den "Gauchos" wohl am meisten wehtun.

"Ich bleibe dabei: Laimers beste Position ist im zentralen Mittelfeld", stellte Rangnick nach dem Jordanien-Spiel nochmal klar.

Nur die Verletzung Stefan Poschs könnte die Pläne durchkreuzen. Doch es gibt auch andere Alternativen als Laimer auf der Außenverteidiger-Position. Hier nachlesen >>>

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