Sturm: Grazer Ortstafeln in Klagenfurt?

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Man muss Steirern nicht zwingend die größte Affinität zu Kärnten nachsagen, aber Klagenfurt ist für Fans des SK Sturm Graz seit 2010 durchaus ein besonderer Ort.

Das Cup-Finale gegen den SC Wiener Neustadt hat sich nicht nur wegen des Sieges in den Geschichtsbüchern der "Blackies" verewigt. Auch die Show, die die Grazer Fans abzogen, fällt unter die Kategorie unvergessen.

Acht Jahre später ist angesichts der erneuten Endspiel-Teilnahme wieder mit einer "Völkerwanderung" über die Pack zu rechnen.

Stefan Hierländer, gebürtiger Kärntner, baut jedenfalls darauf: "Ich weiß ganz genau, dass viele Grazer dabei sein werden. Von mir aus können sie auch wieder die Klagenfurter Ortstafeln abbauen und Grazer aufstellen."

Sein Hinweis: "Ich rate jedem, das Spiel anzuschauen und ins Stadion zu kommen. Dann wird jeder sehen, welchen Stellenwert der Cup für uns hat."

Hierländer: "Bewiesen, dass wir Salzburg Paroli bieten können"

Mit Serien-Double-Gewinner FC Red Bull Salzburg ist die Final-Hürde für Sturm in diesem Jahr jedoch deutlich höher als 2010.

Anknüpfungspunkte zum damaligen Spiel oder zum aktuellen Endspiel-Gegner finden sich im schwarz-weißen Lager genügend - zum Beispiel Hierländer, der mit den "Bullen" 2012 und 2014 den Cup erobern konnte.

"Ich weiß, wie es ist, im Finale zu stehen, aber ich weiß nicht, wie sich das als Spieler von Sturm Graz anfühlt. Aber ich denke, dass es ein wirklich geiles Spiel wird. Das Finale in meinem Heimatstadion war mein Ziel", erklärt der 27-Jährige, der hofft, die Salzburger "Serientäter" stoppen zu können:

"Wir haben schon oft bewiesen, dass wir Salzburg Paroli bieten können. Wir wissen alle, dass wir eine sehr gute Leistung zeigen müssen, und das werden wir auch."

Für Jantscher schließt sich ein Kreis

Für Jakob Jantscher wiederum schließt sich in gewisser Art und Weise ein Kreis. Das Finale 2010 war sein letztes Spiel im Sturm-Dress, ehe er ausgerechnet zum jetzigen Kontrahenten nach Salzburg übersiedelte.

Nun könnte er rechtzeitig zum nächsten Cupsieg zurückgekehrt sein: "Das ist eine schöne Story. 2010 bin ich nach dem Cup-Sieg gegangen, jetzt bin ich wieder zurück. Aber bevor wir uns auf das Finale konzentrieren, stehen noch andere wichtige Aufgaben an."

Den Triumph gegen Wiener Neustadt hat Jantscher unverändert als einen der emotionalsten Tage seiner Sturm-Karriere abgespeichert: "Es war ein geiler Titel! Es waren 25.000 Grazer in Klagenfurt, das wird uns jetzt wieder bevorstehen, und genau da wollten wir hin. Es freut mich für den ganzen Verein und die Fans, dass wieder die Möglichkeit eines Finales besteht. Wir werden wahrscheinlich mehr Unterstützung haben als die Salzburger, und deswegen bin ich jetzt schon richtig geil auf das Spiel."

"In einem Spiel ist alles möglich! Es wird sicherlich eine interessante Geschichte. Ich denke, dass im Cup-Finale die zwei besten Mannschaften in Österreich aufeinandertreffen."

Jakob Jantscher

Seine Devise: "In einem Spiel ist alles möglich! Es wird sicherlich eine interessante Geschichte. Ich denke, dass im Cup-Finale die zwei besten Mannschaften in Österreich aufeinandertreffen."

Das Halbfinale gegen Rapid bot bereits Final-Flair, und Sturm gelang es dabei, einen starken Gegner noch zu übertrumpfen – ein Vorgeschmack darauf, was im Finale wartet.

"Gegen Rapid war es eine richtig geile Partie. Für solche Spiele spielen wir Fußball, für solche Matches gehen die Leute ins Stadion. Es war sicherlich etwas Besonderes, was in dieser Partie passiert ist", strahlt der Rückkehrer.

Siebenhandl und Kreissl 2010 auf Seiten von Wiener Neustadt

Neben Torhüter-Urgestein Christian Gratzei ist Jantscher das einzige aktuelle Kadermitglied, das bereits beim Cupsieg 2010 mit von der Partie war. Zwei schwarz-weiße Erfolgsgaranten verdienten ihr Geld damals noch beim Gegner.

Torhüter Jörg Siebenhandl war zwar nicht im Einsatz, zeigte sich vom schwarz-weißen Support aber dennoch nachhaltig beeindruckt: "Ich habe es als Kadermitglied von Wiener Neustadt als Gegner schon einmal miterleben dürfen. Die Kulisse war überragend. Es waren sicher 25.000 Sturm-Fans im Stadion. Ich hoffe, dass uns wieder so viele begleiten."

Als sein damaliger Tormanntrainer fungierte ein gewisser Günter Kreissl, inzwischen Geschäftsführer Sport bei Sturm: "Ich verspüre riesige Vorfreude, weil ich weiß, welche Völkerwanderung von der Steiermark nach Kärnten stattfinden wird. Wir können uns jetzt schon auf ein sehr stimmungsvolles Cupfinale freuen."

Alleine an die damalige Niederlage wird er tendenziell nicht so gerne erinnert, zumindest grinst er lapidar: "Eigentlich kann Sturm ruhig wieder gewinnen, so wie damals."

Vogel mit allergrößtem Respekt vor Salzburg

Keinen Berührungspunkt mit dem Endspiel 2010 weist naturgemäß Trainer Heiko Vogel auf. Seine Aufgabe in den kommenden Wochen wird es sein, die Erwartungshaltung in realistischen Dimensionen zu halten.

Dass Salzburg der Favorit ist, dürfte jedem im Sturm-Umfeld klar sein. Doch Träume sind nicht verboten. Der Hinweis, dass die Salzburger "Serientäter" nach vier Cupsiegen in Folge nun einmal fällig seien, kostet Vogel dennoch nur ein Schmunzeln:

"Das ist leicht dahin gesagt, aber schwer in die Tat umzusetzen. Ich habe den allergrößten Respekt vor Marco Rose und seiner Truppe. Immer so zu performen, immer so zu liefern, egal welche Umstände, in diesem Rhythmus - es ist schon sensationell, was sie für den österreichischen Fußball machen. Wir sind ein würdiger Finalgegner, aber mit Red Bull kommt natürlich die beste Mannschaft Österreichs."

Textquelle: © LAOLA1.at

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