Cup-Finale? Kühbauer noch vorsichtig
Der LASK reist als Favorit ins Innviertel. Doch Dietmar Kühbauer, amtierender Cupsieger-Trainer, weiß: "Da wird harte Gegenwehr kommen." Die Rieder nehmen die "Rolle als Underdog gerne an".
Im emotional aufgeladenen Oberösterreich-Derby peilen die SV Ried und der LASK die Reise nach Klagenfurt an. Die Innviertler standen zuletzt vor vier Jahren im Finale des UNIQA ÖFB-Cups, für die Linzer wäre es das erste Endspiel seit 2021.
Der LASK tritt am Mittwochabend (20:30 Uhr/live in ORF 1 und im LIVE-Ticker >>>) als leichter Favorit in Ried an. Die jüngsten Aufeinandertreffen lassen ein ausgeglichenes Spiel vermuten.
Von den letzten sechs Aufeinandertreffen gingen fünf mit einem Remis zu Ende, eines entschied Ried für sich. Das jüngste Duell fand vor erst zweieinhalb Wochen in Ried statt. Die Gäste schafften dabei erst in der 103. Minute per Elfmeter den Ausgleich zum 1:1.
Der Schlager ist mit 7.336 Zuschauern seit Tagen ausverkauft. Im Vorfeld sorgten Bilder abseits des Sportlichen für Aufregung.
Aufregung um Fan-Schal
So wurde Ried-Präsident Thomas Gahleitner in einem nur wenige Sekunden langen Video gefilmt, wie er einen angesengten LASK-Schal hält.
Aufregung vor OÖ-Derby: Ried-Präsident hält brennenden LASK-Schal >>>
In den Sozialen Medien gingen die Wogen hoch. Gahleitner sprach im Nachgang von einer "sinnbefreiten" Aktion seinerseits, die im Zuge eines freundschaftlichen Schlagabtauschs mit Freunden aus der LASK-Fanlager passiert sei. "Da war keinerlei Boshaftigkeit oder Respektlosigkeit gegenseitig zu spüren", beteuerte Gahleitner am Wochenende auf "Sky".
Ried kann auf zwei Cup-Titelgewinne (1998, 2011) zurückblicken. Der LASK hat den Cup nur einmal gewonnen: 1965 als erster Klub, der nicht in Wien beheimatet war.
Nun soll es ein Cup-Held des Vorjahres richten: Dietmar Kühbauer führte den WAC 2025 überraschend an den Wörthersee, wo die Wolfsberger auch die Trophäe stemmten. Am 1. Mai soll für den Burgenländer im Optimalfall ein Deja-vu erfolgen.
Kühbauer stellte sich aber auf keinen leichten Gang im Innviertel ein. "Es ist eine Aufgabe, die sehr, sehr hart wird. Das hat man schon vor zwei Wochen gesehen, dass in Ried sehr viel benötigt wird, dass man da ins Finale einziehen kann", sagte der LASK-Coach. Sicher sei das Finale das Ziel. "Aber wir wissen, da wird harte Gegenwehr kommen."
Beide Klubs gehen sieglos ins Duell
Seit dem 1:1 sind die Athletiker sieglos geblieben. Beim 1:5 gegen Salzburg setzte es die erste Niederlage unter Kühbauer, am Wochenende gab es bei der Austria ein 2:2.
Auch Ried kann auf keine jüngeren Erfolge zurückblicken. Einem 1:1 bei der WSG Tirol folgte ein 1:2 beim GAK. Im Unterschied zum LASK ist die Meistergruppe für den Aufsteiger damit nur noch mit fremder Hilfe zu erreichen.
Pomer: "Haben gezeigt, dass wir eine große Gefahr sein können"
Ried hat auf dem Weg ins Halbfinale kein Gegentor hinnehmen müssen. Die routinierte Abwehr soll gegen Sasa Kalajdzic und Co. auch jetzt ein Trumpf sein. Vorne sollen Nadelstiche zum Erfolg führen.
"Wir haben beim letzten Heimspiel gegen den LASK gezeigt, dass wir für diese Mannschaft eine große Gefahr sein können", sagte Philipp Pomer. Der Linksverteidiger war 2022 im verlorenen Finale gegen Salzburg dabei.
Maximilian Senft sieht den Druck beim Gegner. "Die Rollen sind vor der Partie klar verteilt, und wir nehmen unsere Rolle als Underdog gerne an", so der Ried-Coach. Man wolle den LASK "über die volle Distanz fordern und schlussendlich besiegen".
Personell können beide Klubs auf ihr Stammpersonal zurückgreifen. Im Endspiel wartet der Sieger des Duells FC Red Bull Salzburg gegen den SCR Altach (18:00 Uhr/live in ORF1 und im LIVE-Ticker >>>).