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Real hofft auf "Zidane-Effekt" - Neue Chance für Alaba?

Alvaro Arbeloa soll, wie einst der Franzose, das Ruder beim spanischen Mega-Klub herumreißen.

Real hofft auf "Zidane-Effekt" - Neue Chance für Alaba? Foto: © GETTY

Nach dem raschen Aus von Xabi Alonso hofft Real Madrid auf den "Zidane-Effekt".

Mit Alvaro Arbeloa soll wie damals mit dem Franzosen der Coach der zweiten Mannschaft das Ruder beim strauchelnden Großklub herumreißen.

Alonso scheiterte an zuletzt durchwachsenen Vorstellungen, auch die Rückendeckung des mächtigen Klubchefs Florentino Perez soll gefehlt haben. Inwiefern der Trainerwechsel eine neue Chance für David Alaba bedeutet, ist offen.

Arbeloa sprach mit Alonso - "Marca" stichelt gegen Spieler

Nach der ersten Trainingseinheit sagte Arbeloa, er betrachte sich nicht als Notnagel. Er trete den Job mit viel Vorfreude, aber nicht mit hohen Ansprüchen an. "Ich werde bleiben, solange der Klub mich will. Ich habe keine Angst vor dem Scheitern." Aber Arbeloa weiß auch: "Hier zählen nur Siege. Real Madrid heißt: gewinnen, gewinnen und noch mehr gewinnen."

Er habe nach der Entscheidung des Klubs "natürlich mit Xabi gesprochen". "Ihr alle hier wisst, welche Freundschaft mich mit ihm verbindet. Ich schätze ihn sehr, und ich weiß, dass das auf Gegenseitigkeit beruht. Und so wird es bleiben. Er hat mir alles Gute gewünscht." Den Rest des Gesprächs behalte er für sich, so Arbeloa.

Die nur kurze Ära von Alonso war am Montag nach nur 232 Tagen zu Ende gegangen - einen Tag nach dem 2:3 im spanischen Supercup-Finale gegen Barcelona.

Kommentar zum Alonso-Aus: Dieses Real Madrid ist kaputt

Dass Alonso der Alleinschuldige für die Krise war, wird in Madrid aber nicht überall geteilt. Alonso sei ja bekanntlich in erster Linie Opfer von "bequemen und wenig engagierten Spielern" gewesen, hieß es in einer Kolumne der Madrider Sportzeitung "Marca".

Zwist mit Spielern und wenig Siege

Ein Zwist mit Ex-Weltfußballer Vinicius Junior köchelte dahin, schon seit der Klub-WM sollen die Methoden von Alonso die Mannschaft nicht überzeugt haben.

Dass der Baske die Zügel im Star-Ensemble etwas strenger zog als Vorgänger Carlo Ancelotti, wurde schon länger festgestellt. Dazu fehlten dem ehemaligen Meistermacher von Bayer Leverkusen auch die Ergebnisse.

"Nur sieben Siege in den letzten 14 Spielen. Eine Siegquote von 50 %, die dem Verein nicht würdig ist. Ein Zusammenbruch. Ein Notruf", rief das Konkurrenzblatt "AS" die Vorstellungen der vergangenen Wochen ins Gedächtnis.

Alonso selbst schrieb auf Instagram: "Dieses Kapitel meiner Karriere ist nun zu Ende, und es ist nicht so verlaufen, wie wir es uns gewünscht hätten. Trainer von Real Madrid zu sein, war mir Ehre und Verantwortung zugleich." Er gehe "mit Respekt, Dankbarkeit und dem Stolz, mein Bestes gegeben zu haben."

Alonso selbst schrieb auf Instagram: "Dieses Kapitel meiner Karriere ist nun zu Ende, und es ist nicht so verlaufen, wie wir es uns gewünscht hätten. Trainer von Real Madrid zu sein, war mir Ehre und Verantwortung zugleich." Er gehe "mit Respekt, Dankbarkeit und dem Stolz, mein Bestes gegeben zu haben."

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Arbeloa ein "moderner" Trainer

Nun soll es mit Arbeloa ein anderer Erfolgsfaktor vergangener Tage richten. Die "Marca" erhob den 42-Jährigen gleich zum "neuen Zinedine Zidane".

Der Franzose fing nach einer erfolgreichen Profikarriere bei Real auch als Coach des B-Teams, bevor er Real nach seiner Bestellung zum Cheftrainer im Jänner 2016 dreimal in Serie zum Champions-League-Triumph führte.

Innerhalb des Klubs wird Arbeloa für seine moderne Herangehensweise geschätzt. Das B-Team führte der ehemalige Rechtsverteidiger auf Platz vier der dritten Liga. Ihm wird seine enge Verbindung zu mehreren Profis und seine Erfahrung als ehemaliger Spieler zugute gehalten, die ihm - wie es in Madrid heißt - Glaubwürdigkeit und Autorität im Kader verschaffen. Als Internationaler hat Arbeloa alles gewonnen: mit Spanien wurde er zweimal Europameister und einmal Weltmeister.

Neue Chance für Alaba?

Für David Alaba könnte der Wechsel eine neue Chance bedeuten. Unter Alonso hatte Österreichs Teamkapitän wenig Spielzeit - auch, weil ihn Verletzungen bremsten.

Im Supercup-Finale am Sonntag im saudischen Jeddah wurde er immerhin 20 Minuten vor Schluss eingetauscht. Alabas hoch dotierter Vertrag bei Real endet im Sommer, eine Verlängerung mit dann 34 Jahren ist unwahrscheinlich. Ein sofortiger Wechsel, um Spielpraxis vor der WM im Sommer zu sammeln, war medial zuletzt kaum Thema.

Mit Blick auf den Sommer soll Alabas Berater Pini Zahavi angeblich in Saudi-Arabien wieder Gespräche geführt haben. Auch die US-Liga MLS wurde als mögliche Destination genannt. Nach Alonsos Abgang schrieb Alaba auf Instagram: "Mister, ich werde immer dankbar sein für die Zeit, in der wir gemeinsam gearbeitet haben. Alles Gute."


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