Das sind Demirs schärfste Konkurrenten

Das sind Demirs schärfste Konkurrenten Foto: © GEPA
 

Der Schock beim FC Barcelona sitzt nach dem endgültigen Abschied von Lionel Messi weiterhin tief. 21 Jahre verbrachte "La Pulga" bei den Katalanen, avancierte nach seinem Debüt am 16. Oktober 2004 gegen Stadtrivale Espanyol Barcelona in den darauffolgenden Jahren zum absoluten Superstar.

977 Torbeteiligungen und 778 Pflichtspiele später hinterlässt der 34-jährige Argentinier, der wohl in Kürze bei Paris Saint-Germain seine neue Heimat finden wird, eine große Lücke, die vorerst kaum zu kompensieren sein wird.

Einer, der vielleicht nicht auf das Level von Messi kommt, dennoch eine tragende Rolle in der Zukunft der "Blaugrana" einnehmen wird, ist Yusuf Demir. Die Rapid-Leihgabe lebt ihren Traum, wagte vor rund einem Monat den Sprung nach Barcelona.

Ursprünglich für die zweite Mannschaft der Katalanen geholt, spielte sich der 18-Jährige in den Vorbereitungsspielen in die Herzen der Fans. Die Lobeshymnen auf den ÖFB-Youngster überschlugen sich, einige sehen in ihm den prädestinierten Nachfolger Messis. Kein Wunder, sind sich Demir und der Argentinier in der Spielweise ähnlich.

Beide kommen vorwiegend über den rechten Flügel, ziehen mit ihren Tempodribblings mehrere Verteidiger auf sich. Dazu kommt ein atemberaubendes Gefühl für das runde Leder und die nötige Übersicht für die Teamkollegen. In Sachen Torgefahr hinkt Demir noch etwas nach, aber Messi war zu Beginn seiner Karriere ebenfalls kein ausgewiesener Torgarant. Vergleiche zwischen den beiden sind aber freilich mit großer Vorsicht zu genießen, während Demir eben erst am Anfang seiner Laufbahn steht, ist Messi für viele Experten der beste Fußballer aller Zeiten.

Ein Stammplatz ist in Reichweite

Spätestens mit dem Abgang von "La Pulga" und dem abschließenden Testspiel gegen Juventus Turin, in dem Demir erneut in der Startelf stand und einen Assist gab, ist klar: Der Österreicher wird kaum in die zweite Mannschaft beordert werden, das deutete Trainer Ronald Koeman nach dem Juve-Spiel auch an.

Absolute Klarheit herrscht zwar erst in den kommenden Tagen, es wäre aber keinesfalls vermessen, zu behaupten, dass Demir zu Saisonbeginn sogar ein Stammplatz am rechten Flügel winken könnte.

Wer sind seine größten Konkurrenten auf einen Platz in der ersten Elf? LAOLA1 zeigt die aktuellen und zukünftigen schärfsten Konkurrenten Yusuf Demirs auf:

Antoine Griezmann

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Noch ist unklar, auf welches Spielsystem Trainer Ronald Koeman in dieser Spielzeit setzen wird. In den Vorbereitungsspielen kristallisierte sich wieder ein 4-3-3 bzw. 4-2-3-1 heraus. Ende der vergangenen Saison setzte der Niederländer noch vorwiegend auf eine Dreierkette.

Die Spielweise wird auch vom jeweiligen Gegner abhängen, schon am ersten Spieltag steht mit Real Sociedad der erste größere Gradmesser bevor. Dass Antoine Griezmann dabei gesetzt sein wird, steht außer Frage. Fraglich ist, auf welcher Position der Franzose aufgeboten wird.

Der 30-Jährige fühlt sich grundsätzlich als hängende Spitze oder am linken Flügel wohl, rutschte in der Vorbereitung aber immer wieder auf den rechten Flügel. Mit seiner Abschlussstärke ist Griezmann für diese Position maßgeschneidert, gilt der linke Fuß doch als seine größte Waffe.

Koeman setzte den 94-fachen Nationalspieler bei der 1:2-Testspielniederlage gegen Red Bull Salzburg auf eben jener Position ein, wirkliche Gefahr wusste der Torschützenkönig der WM 2018 allerdings nicht auzustrahlen. Gegen Juventus wurde der Franzose als Zehner aufgestellt, rotierte immer wieder mit Demir.

Am linken Flügel scheint Memphis Depay, der nach seinem Transfer von Olympique Lyon voll einschlug, einen Stammplatz zu haben. Um die Position in der Sturmzentrale kämpft der Niederländer noch mit Martin Braithwaite. Im 4-3-3 ist durchaus denkbar, dass Koeman vorerst auf das erfahrene Sturmtrio Griezmann-Braithwaite-Depay setzt.

Danach steht Demir schon parat und würde als Einwechselspieler garantiert Einsatzminuten sammeln. Im 4-2-3-1 wäre der Österreicher vermutlich sogar gesetzt.

Alex Collado

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Alex Collado ist aufgrund seiner Wunschposition wohl als schärfster Konkurrent Demirs zu betrachten. Der 22-jährige Spanier stellt nach drei Jahren beim FC Barcelona B nun den Anspruch, dem Profi-Kader anzugehören.

Dieser Wunsch wird, gerade nach dem Abgang Messis, wohl auch erhört werden. Dennoch wird sich das Eigengewächs vorerst hinter dem 18-jährigen Demir anstellen müssen. In der Spielweise sind sie quasi ident, auch Collado kommt vorwiegend über den rechten Flügel, brilliert mit einem starken linken Fuß.

Daher wird es für den ehemaligen U19-Teamspieler auch schwer werden, am Österreicher vorbeizukommen. Schon im ersten Testspiel gegen Gimnastic de Tarragona musste Collado Demir den Vortritt lassen, dies änderte sich im Verlauf der Vorbereitung nicht.

Der Flügelspieler zeigte sich in Anbetracht dessen unzufrieden, reiste vorzeitig aus dem Trainingslager in Donaueschingen ab, um "sich um seine Zukunft zu kümmern." Eine Leihe zu Club Brügge stand im Raum. Derzeit ist aber fraglich, ob Barcelona den 22-Jährigen angesichts der aktuellen Lage überhaupt ziehen lassen würde.

Forciert Collado jedoch weiterhin einen leihweisen Transfer, werden die Katalanen diesem Wunsch auch nachgehen. Bereits das Hick-Hack um Top-Talent Ilaix Moriba zeigt auf, dass mit Klub-Präsident Joan Laporta derzeit nicht zu spaßen ist (Alle Infos >>>).

(Artikel wird unter dem VIDEO fortgesetzt)



Philippe Coutinho

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Philippe Coutinho und der FC Barcelona - das war von Beginn an ein Missverständnis. Im Jänner 2018 überwies die "Blaugrana" unfassbare 135 Millionen Euro an den FC Liverpool und sicherte sich die Dienste des Brasilianers.

Sein Einstand bei den Katalanen verlief zufriedenstellend, 16 Torbeteiligungen in 22 Pflichtspielen konnten sich sehen lassen. Nach einer unbefriedigenden Saison 2018/19 verlor Coutinho allerdings jeglichen Kredit in Barcelona.

Eine Leihe zum FC Bayern stand an, wo der 29-Jährige sein Können aufblitzen ließ und mit den Münchnern die Champions League gewann - inklusive dem 8:2-Kantersieg gegen Barca im Viertelfinale, an dem er mit zwei Treffern und einem Assist maßgeblich beteiligt war.

Es schien so, als wollte Coutinho sich mit dieser Partie erneut für Barca zu empfehlen. Es trat das Gegenteil ein. Erst zwang ihn eine Oberschenkelverletzung zu einer rund einmonatigen Pause, seit Ende Dezember war der Rechtsfuß mit einem Meniskuseinriss außer Gefecht.

Erst im Testspiel gegen Juventus Turin stand er wieder im Kader, wurde jedoch als einziger Spieler neben Miralem Pjanic und Keeper Inaki Pena nicht eingesetzt. Koeman gilt nicht gerade als größter Fan Coutinhos, in Barcelona will man ihn schleunigst von der Gehaltsliste streichen. Interessenten gäbe es zuhauf, wirklich konkret wurde es bisher aber nicht.

Damit wird Coutinho, der auch auf der rechten Flügelposition spielen könnte, eher nicht als Konkurrent von Yusuf Demir auftreten.

Ousmane Dembele

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Ousmane Dembele zählt bereits zur Kategorie der zukünftigen Konkurrenten Yusuf Demirs. Bei der vergangenen Europameisterschaft verletzte sich der Franzose schwer, fällt nach einer Knie-OP vermutlich noch bis Ende Oktober aus.

Dann will der 24-Jährige auf schnellstem Wege wieder in die Stammelf der "Blaugrana" zurückfinden. Denn je länger die vergangene Saison lief, desto öfters fand sich der beidbeinige Flügelstürmer in der Startformation wieder - und das zumeist auf dem rechten Flügel.

Dembele bringt alle Anforderungen für die Position des Flügelstürmers mit. Beeindruckendes Tempo, starke Dribblings und im Abschluss wird der Franzose ebenso immer stärker. Einziges Manko? Seine Verletzungsanfälligkeit.

Seit seinem 135-Millionen-Transfer von Borussia Dortmund musste Dembele schon über 600 Tage pausieren - Tendenz steigend. Der Flügelflitzer gilt nicht gerade als Vorzeigeathlet, lieferte sich bereits die eine oder andere Eskapade, gilt als trainingsfaul. Vor einem Jahr wollte Barca ihn unbedingt verkaufen, unter Koeman avancierte Dembele dann zur Stammkraft.

Wie die Zukunft des Franzosen im Verein aussieht, ist unklar. Restlos überzeugt ist man bei den Katalanen nicht, vermutlich auch ob seiner Verletzungspausen. Würde sich der richtige Abnehmer finden, wäre Klub-Boss Laporta wohl nicht abgeneigt, Dembele zu verkaufen. Dadurch könnte man einen von vielen Großverdienern von der Gehaltsliste streichen.

Und: Demir hätte einen hochkarätigen Kontrahenten um einen Stammplatz weniger.

Ansu Fati

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Das Supertalent beim FC Barcelona. Auf den Schultern von Ansu Fati ruhen in Zukunft die Offensiv-Hoffnungen des FC Barcelona. Der Eigenbauspieler ist seit 2012 Teil der Katalanen, kämpfte sich in Windeseile in die Kampfmannschaft hoch.

Mit seinen 18 Jahren hat der Spanier bereits viel erlebt, schon 43 Profi-Pflichtspiele hinter sich. Dazu kommen noch vier Einsätze in der spanischen Nationalmannschaft, die er, wäre nicht eine schwere Knieverletzung dazwischengekommen, wohl auch zur EM und Olympia begleitet hätte.

Fati bringt alles mit, um der nächste Superstar zu werden. Seine jugendliche, unbekümmerte Art gewann ihm bereits die Herzen der Fans und brachte ihm zahlreiche Rekorde ein. So ist Fati der aktuell jüngste Torschütze des FC Barcelona und in LaLiga aller Zeiten. Auch in der UEFA Champions League und im spanischen Nationalteam wurde dem Flügelflitzer diese Ehre zuteil.

Lange Zeit wurde Barcas Jugendschmiede "La Masia" kritisiert, keine großen Talente mehr zu produzieren. In den vergangenen zwei Jahren spielten sich speziell Fati und auch Pedri hervor, weitere Youngsters stehen bereits Schlange.

Die Rückkehr des in Guinea-Bissau geborenen Rechtsfuß' wird sehnlichst erwartet, ob er allerdings mit Demir um einen Platz am rechten Flügel kämpft, steht in den Sternen. Zwar kann Fati so gut wie alle Offensivpositionen bekleiden, am wohlsten fühlt er sich aber auf dem linken Flügel.

Mit Memphis Depay ist diese Position aber besetzt - gut möglich, dass Fati, der Medienberichten zufolge erst nach der Länderspiel-Pause Anfang September zurück im Kader erwartet wird, dann auf den rechten Flügel ausweichen und damit zum direkten Konkurrenten Demirs wird.

Pedri

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Der zuvor schon angesprochene Pedri könnte ebenfalls mit Demir die Klingen kreuzen. Nämlich dann, wenn der Österreicher im offensiven Mittelfeld aufgeboten werden sollte. Gänzlich unmöglich ist dies nicht, gegen Juventus rotierte die Rapid-Leihgabe immer wieder mit Griezmann auf der Zehner-Position und zog die Fäden im Offensivspiel der Katalanen.

Der 18-jährige Pedri dürfte seinen Stammplatz jedoch sicher haben. Bei der vergangenen Europameisterschaft wurde das Juwel als Youngster des Turniers ausgezeichnet, dirigierte das Spiel Spaniens. Viele vergleichen den Ball-Virtuosen bereits mit Xavi, der eine ähnliche Ruhe am runden Leder ausstrahlte.

Bei Barca setzte sich der Rechtsfuß schnell durch, startete die vergangene Saison noch als Ersatzspieler, erkämpfte sich aber in beinahe schwindelerregender Geschwindigkeit einen Fixplatz in der ersten Elf von Ronald Koeman.

52 Pflichtspiele absolvierte der Mittelfeldspieler 2020/21 für die "Blaugrana", dazu kommen noch 20 Länderspiele für diverse spanische Auswahlmannschaften, unter anderem auch bei den Olympischen Spielen.

Pedri hat eine wahre Marathon-Saison hinter sich, kündigte aber bereits an, dass er sofort für Barcelona bereit wäre, sofern Ronald Koeman ihn benötigt. Nicht nur deshalb hält man riesige Stücke auf das Top-Talent, das gemeinsam mit Fati und Co. das neue Gesicht des FC Barcelona darstellen soll.

Als Achter fühlt sich der bei UD Las Palmas ausgebildete Spanier am wohlsten, auch als Zehner kann er seine Stärken im Spiel einbringen. Pedri ist zwar als Konkurrent Demirs anzusehen, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch größer, dass sie in Zukunft gemeinsam auf dem Feld stehen werden.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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