Schon Alonsos Leverkusen-Stint zeigte, dass sein Spiel nicht von den ersten Wochen an funktionierte. Natürlich übernahm er mit Bayer ein Team am Boden, die Ansprüche waren nicht vergleichbar mit jenen der Königlichen. Und trotzdem zeigte sich unterm Bayerkreuz eine stetige Entwicklung, die letztendlich im Doublegewinn 2023/24 gipfelte.
Außerdem: Wie gut kann eine Entwicklung denn sein, wenn der Trainer in der Defensive ständig Löcher stopfen muss? Große Teile der Saison spielte Alonso ohne gelernten Rechtsverteidiger. Überhaupt mehrten sich die Ausfälle in der Defensive. Rüdiger, Alaba, Mendy, Trent und Alaba verpassten allesamt mehr als zehn Ligaspiele.
Alonsos größtes Problem waren aber nicht die verletzten Spieler, sondern die Stars.
Ständige Grabenkämpfe
Vinicius Junior, Jude Bellingham, Kylian Mbappe, Rodrygo und viele mehr, in kaum einer Mannschaft gibt es so viele Stars - und so viele Egos. Und genau das wurde Alonso zum Verhängnis.
Rodrygo spielte lange kaum eine Rolle bei den Königlichen, kokettierte mit einem Wechsel und verbreitete Unruhen in der Kabine. Noch eklatanter wurde es bei Vini Jr., nachdem dieser öfter früh ausgewechselt wurde. Die Situation eskalierte nach einer Auswechslung im El Clasico, woraufhin der Brasilianer ausrastete und aufgebracht in die Kabine stürmte.
Vini und Co. setzten sich durch
Eine Sanktion blieb aus, Alonso wollte die Sache intern klären. Das gelang ihm nicht. Später entschuldigte sich Vini bei der Mannschaft, dem Verein und dem Präsidenten - nicht aber beim Trainer.
Schon früh entwickelten sich zwei Lager in der Real-Kabine. Das Pro-Alonso Camp (Bellingham, Güler, Courtois, Carreras, Huijsen), zu dem auch lange Mbappe gezählt habe. Nach den Szenen im Anschluss der Supercopa wirkt es nicht so, als hätte der Star noch dazugehört.
Das Anti-Alonso Lager (angeführt von Vini Jr., Rodrygo und Valverde) hat sich am Ende sichtlich durchgesetzt.
Perez, Spieler, Trainer - in dieser Reihenfolge
Trotz der galaktischen Erwartungen ist das Alonso-Aus nämlich sportlich kaum zu begründen.
In erster Linie ist es ein doppeltes Eingeständnis: Die Spieler sind im Klub mächtiger als der Trainer - und Real-Boss Perez schenkte ihnen mehr Gehör als Alonso. Frei nach Gareth Bale heißt es: Perez, die Spieler, der Trainer - in that Order.
Außerdem ist diese Trennung ein weiterer Beweis für eine Vermutung, die schon länger besteht. Dieser Real-Kader ist verwöhnt, vielleicht sogar untrainierbar. Zumindest dann, wenn die Startruppe von einem Mann trainiert wird, der wirklich etwas verändern will.
Es ist Zeit, dass sich auch Real Madrid an den Goldstandard im Weltfußball anpasst.
"Der Trainer ist der wichtigste Mitarbeiter des Vereins" - Das haben PSG, ManCity, Arsenal und Barca realisiert. Wollen die "Königlichen" wieder der absoluten Weltelite angehören, müssen auch sie diese Erkenntnis realisieren.