Kontroverse FIFA-Idee: Verband erwägt U21-Pflicht auf dem Platz
Eine neue mögliche Regeländerung sorgt für viele Diskussionen.
Der FIFA denkt über eine weitreichende Regeländerung nach.
Künftig könnte es verpflichtend sein, dass Vereine in jedem Spiel, unabhängig vom Wettbewerb, jederzeit mindestens einen selbst ausgebildeten U20- oder U21-Spieler auf dem Platz haben.
Gespräche laufen
Der FIFA-Rat hat dafür einstimmig einen Konsultationsprozess beschlossen. Geprüft wird eine mögliche Vorgabe, wonach Profimannschaften nicht nur einen solchen Nachwuchsspieler im Kader führen, sondern ihn auch aktiv einsetzen müssen.
Gespräche soll es bereits mit Vertretern aller sechs Kontinentalverbände gegeben haben.
Bevor ein konkreter Vorschlag ausgearbeitet und dem Rat vorgelegt wird, sollen innerhalb der nächsten zwölf Monate alle relevanten Interessengruppen in den Entscheidungsprozess eingebunden werden.
Viel Kritik an Vorhaben
"Es mag erheblichen Widerstand geben, aber wir müssen alle Seiten des Fußballs anhören, damit dies bei jedem Vorschlag berücksichtigt werden kann", schreibt ein anonymer Insider der "Times".
Die geplante Regelung sorgt in sozialen Netzwerken und Fußballkreisen für viel Aufsehen.
Der frühere Profi Gregor Robertson, heute Co-Host des Podcasts "The Game" und Journalist für die "Times", äußerte sich in einem Kommentar scharf: "Welcher FIFA-Clown hat sich diese lächerliche U21-Idee ausgedacht?"
Die "Gazetta dello Sport" spricht hingegen von einer "faszinierenden Idee".
UEFA hat "Local-Player-Regel"
In Europa gibt es die sogenannte Local-Player-Regel der UEFA. Diese schreibt vor, dass in den Kadern für europäische Wettbewerbe eine bestimmte Anzahl an Spielern als lokal ausgebildet gelten muss, um die Nachwuchsförderung zu stärken.
Dabei müssen mindestens acht der 25 Kaderplätze mit sogenannten "Local Players" besetzt sein, die entweder beim Klub selbst oder im selben nationalen Verband ausgebildet wurden.
Dabei wird häufig kritisiert, dass Spieler nur zur Quotenerfüllung dabei sind.