Was Buffon zum 40er keiner schenken kann

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Es hätte ein grandioses Jahr werden können für Gianluigi Buffon.

Er hätte als erster Fußballer in der Geschichte zu seiner sechsten Weltmeisterschaft fahren können. Doch die WM in Russland 2018 wird für Italiens Torhüter-Legende für immer eine Wunde bleiben. Wenn "Super-Gigi" am Sonntag 40 Jahre alt wird, kann ihm eines niemand mehr schenken: eine Teilnahme bei der kommenden WM.

Buffon war der Erste, der nach dem Ausscheiden Italiens in der WM-Qualifikation gegen Schweden die Konsequenz zog: Der 1,92-Meter-Mann von Juventus Turin trat tränenreich als Kapitän der Nationalmannschaft ab.

Dass er in Russland nicht dabei sein kann - was der Höhe- und zugleich Schlusspunkt seiner Karriere hätte werden können - schmerzt besonders.

"Eineinhalb Monate untertauchen"

"Das Schlimmste kommt noch im nächsten Juni. Ich hoffe, dass ich beim Anpfiff zum Eröffnungsspiel bereits mit meinem Schnorchel unter Wasser bin, irgendwo - und eineinhalb Monate lang nicht mehr auftauche", sagte Buffon dem deutschen Magazin "Der Spiegel". Das Ausscheiden gegen Schweden werde er "bis zum Lebensende bereuen". Seinem Ansehen tat die Schmach jedoch keinen Abbruch.

Nicht nur in Italien wird der in Carrara in der Toskana geborene Sohn einer Diskuswerferin und eines Gewichthebers als Führungsfigur und Weltklasse-Torhüter verehrt. In einer Umfrage unter italienischen Studenten gaben die meisten sogar Buffon als ihr Berufsvorbild an - noch vor Amazon-Gründer Jeff Bezos und Google-Chef Larry Page.

Buffon hat mehr als 1.000 Pflichtspiele und 175 Länderspiele absolviert, er wurde im Dauer-Wettstreit mit dem Deutschen Manuel Neuer und dem Spanier Iker Casillas fünf Mal Welttorhüter des Jahres. Er hat Depressionen genauso überstanden wie schwere Rückenverletzungen. Er hat Skandale und Skandälchen ausgestanden und war bei einigen der prägendsten Momente der Fußballgeschichte dabei.

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Seinen größten Triumph feierte Buffon mit dem WM-Titel 2006 in Berlin. Danach kam jedoch der Nackenschlag: Juventus wurde wegen eines Wettskandals zum Abstieg in die Serie B verdonnert. Außerdem wurden den Turinern zwei Meistertitel aberkannt. Buffon blieb Italiens Rekordmeister, bei dem er seit 17 Jahren spielt, dennoch treu.

Zukunft bleibt weiter offen

Im Sommer soll nun Schluss sein - oder auch nicht. Seinen mit Saisonende auslaufenden Vertrag hat Buffon bis dato nicht verlängert. Bisher wurde erwartet, dass sein Karriereende vor der Tür steht. Gegenüber der Zeitung "La Repubblica" gab Buffon am Freitag jedoch bekannt, dass er mit Club-Chef Andrea Agnelli darüber noch sprechen werde. "Mir geht es um das Beste für die Mannschaft. Ich will wissen, welche Rolle ich spielen kann und ob Juventus denkt, dass ich weiter wichtig bin", sagte die Vereinsikone.

Er wolle "kein Problem" werden, "nicht für Juve und nicht für die Mannschaft". Eines stellte der seit Anfang Dezember verletzt ausgefallene Buffon außerdem fest: "Juventus oder gar keinen", meinte er auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, für einen anderen Club zu spielen. Am Samstagabend (20.45 Uhr) könnte er im Ligaspiel gegen Chievo Verona sein Comeback geben.

Mit der "Alten Dame" kann Buffon diese Saison immerhin noch von einem lange ersehnten Titel träumen: einem Sieg in der Champions League. Dieser blieb ihm nach 2003 und 2015 auch im Vorjahr verwehrt. Mit Juve unterlag Buffon im Endspiel der Königsklasse gegen Real Madrid mit 1:4.

Textquelle: © APA

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