Oliver Glasner zeigt sich nach Cup-Blamage ratlos
"Ich habe keine Erklärung für das, was ich heute gesehen habe", grübelt der Crystal-Palace-Coach.
Was sich am Samstagnachmittag im Moss Rose Stadium abspielte, ging in die Geschichte des FA Cups ein – und zwar in eine, die Crystal Palace wohl lieber schnell vergessen möchte.
Oliver Glasners "Eagles“ scheiterten in der 3. Runde sensationell mit 1:2 am Sechstligisten Macclesfield FC (zum Spielbericht>>>) und sorgten damit für eine Blamage historischen Ausmaßes.
Erstmals seit 1909 verabschiedete sich ein amtierender FA-Cup-Sieger gegen ein Team unterhalb der Profiligen aus dem Bewerb. Damals traf es Wolverhampton ausgerechnet gegen das nun Leidtragende Crystal Palace.
Glasner ratlos: "Ich habe keine Erklärung“
Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Oliver Glasner sichtlich geschockt. "Ich habe keine Erklärung für das, was ich heute gesehen habe“, zitierte der "Guardian" den Österreicher.
Über weite Strecken präsentierten sich die Londoner erschreckend ideenlos, ohne Tempo, ohne Durchschlagskraft – und vor allem ohne die nötige Haltung.
Bis kurz vor Schluss lag der Favorit sogar 0:2 zurück, der späte Freistoßtreffer von Yeremy Pino (90.) war nicht mehr als kosmetische Ergebniskorrektur.
"Wir haben jedwede Qualität vermissen lassen“, wurde Glasner deutlich. "Ich habe niemanden gesehen, der sich im Dribbling durchgesetzt hat. Wir haben kaum klare Chancen kreiert, kassieren das erste Tor aus einem Standard und das zweite ist ein Slapstick-Tor. Gratulation an Macclesfield zum Sieg. Wir haben es verdient, zu verlieren."
Rooney-Bruder bleibt cool
Während bei Palace die Köpfe hingen, blieb Macclesfields Trainer John Rooney, Bruder von England-Legende Wayne Rooney, bemerkenswert ruhig. "In der ersten Halbzeit haben wir nur eine Chance zugelassen“, analysierte der 35-Jährige nüchtern. "Wir haben verdient gewonnen.“
Macclesfield schreibt mit diesem Erfolg eines der großen FA-Cup-Märchen der jüngeren Geschichte. Crystal Palace hingegen steht vor einem Scherbenhaufen – und Oliver Glasner vor der Aufgabe, seiner Mannschaft nach dieser historischen Blamage schnell wieder Stabilität und Selbstvertrauen einzuhauchen.
Denn eines ist klar: Diese Niederlage wird noch länger in den Köpfen der Spieler herumspuken.