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Arsenals Spieler und Fans feierten bis in die Morgenstunden

Der neue englische Meisters zelebrierte den ersten Titelgewinn seit 2004 im Trainingszentrum. Mit Premier Starmer war ein prominenter Fan mittendrin.

Arsenals Spieler und Fans feierten bis in die Morgenstunden Foto: © GEPA

Nach 22-jähriger Wartezeit waren die Fans nicht mehr zu halten. Nachdem Verfolger Manchester City beim AFC Bournemouth patzte, stand Arsenals erster Titelgewinn in der englischen Premier-League seit 2004 fest.

Die Anhängerschaft der "Gunners" stürmte in Tausenden auf die Straßen Londons. Zeitgleich sprangen die Arsenal-Profis jubelnd durchs Trainingszentrum des Clubs, sangen immer wieder "Campeones". Die Feiern rund um das Emirates-Stadion dauerten bis 5 Uhr Früh.

Als einer der Ersten meldete sich Premierminister und Arsenal-Fan Keir Starmer zu Wort. "22 lange Jahre für Arsenal. Aber endlich sind wir wieder dort, wo wir hingehören. Champions!"

Durch den Coup übertrumpfte Arsenal-Coach Mikel Arteta City-Coach Pep Guardiola, dessen Assistent er einst gewesen war.

Guardiola dürfte seinen Job nach zehn Jahren und u.a. sechs Liga-Titeln mit Saisonende beenden.

Laut der Boulevard-Zeitung "The Sun" hat der Spanier seine Spieler schon darüber unterrichtet.

Guardiola gratulierte Arteta und Arsenal

Offiziell vermied der 55-Jährige ein klares Bekenntnis zu seiner Zukunft. "Ich könnte sagen, dass ich noch ein Jahr Vertrag habe", sagte Guardiola im Interview mit Sky Sports. "Sie werden das verstehen: Die erste Person, mit der ich sprechen muss, ist mein Vorsitzender. Wir haben entschieden, dass wir am Ende der Saison schauen und reden. Dann treffen wir eine Entscheidung."

Jedenfalls zeigte der Iberer Größe und gratulierte seinem Landsmann Arteta: "Sie haben den Titel verdient." Er gratulierte im Namen von City "Arsenal, Mikel, dem Stab, allen Spielern und den Fans."

Diese waren von der Gegnerschaft nach dem am 19. April eingefahrenen 2:1-Heimsieg von Manchester City gegen Arsenal mit dem Transparent "Panik auf Londons Straßen" provoziert worden.

Denn drei Tage nach dem direkten Duell war Arsenal an der Tabellenspitze abgelöst worden. Es drohte die vierte Vize-Meisterschaft in Folge.

Ein 3:3 von City am 4. Mai gegen Everton brachte Arsenal zurück in die Pole Position und letztlich - ein Monat nach der Niederlage im direkten Duell - den Titel. "Party auf Londons Straßen" auf einem Banner war nun als Retourkutsche zu verstehen.

Am Anfang stand ein radikaler Umbruch

Das Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain am 30. Mai in Budapest soll Arsenal nun ein spezielles Double bescheren.

Ende 2019 bei der Amtsübernahme von Arteta schien ein solches Szenario undenkbar. Der Coach leitete einen radikalen Umbruch ein. "Arteta hat ein toxisches Chaos übernommen", schrieb der "Telegraph".

Ein Titelkandidat war Arsenal da schon lange nicht mehr. Arteta scheute sich nicht, formschwache oder egoistische Stars wie Mesut Özil und Pierre-Emerick Aubameyang auszusortieren.

Er baute eine neue Mannschaft auf, deren Leistungsträger nun Bukayo Saka, Martin Ödegaard oder Declan Rice heißen, stärkte den Zusammenhalt. "Trust the process" ("Vertraue dem Prozess") lautet sein Mantra.

Die Clubführung um Miteigentümer Josh Kroenke wurde für ihre Geduld belohnt. Kritiker sehen Artetas Fußball zu sehr auf Sicherheit und Ballbesitz angelegt, doch der Erfolg zählt. "Mikel Arteta hat seinen Platz in unserer Geschichte als einer der größten Trainer aller Zeiten gefestigt", hieß es nach dem Titelgewinn auf der Arsenal-Website.

Saisonfinale steht an

Sein letztes Liga-Spiel in der Saison des 14. Meistertitels bestreitet Arsenal am Sonntag (17.00 Uhr) bei Crystal Palace.

Auch für die Truppe von Coach Oliver Glasner geht es in der Meisterschaft da um nichts mehr, das Abstiegsgespenst wurde schon vor einigen Wochen verjagt. Speziell ist aber, dass es für beide Clubs die Generalprobe für ein Europacup-Finale ist.

Für Crystal Palace geht es nächsten Mittwoch in Leipzig gegen Rayo Vallecano um den Conference-League-Titel, für Arsenal eben drei Tage später in der Puskas-Arena um den ersten Champions-League-Triumph.

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