Wimmer als Feindbild der Stoke-Fans

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Im Sommer 2017 ließ sich Stoke City die Dienste von ÖFB-Teamspieler Kevin Wimmer rund 20 Millionen Euro kosten.

Im Winter 2018 folgte mit Moritz Bauer ein zweiter rot-weiß-roter Nationalspieler zu Stoke, für den Rechtsverteidiger überwiesen die „Potters“ knapp 6,5 Millionen Euro an Rubin Kazan.

Kurz schien es so, als ob Stoke City eine Hochburg für ÖFB-Legionäre in der Premier League werden könnte. Doch der Traum platzte schnell. Der Verein stieg am Ende der Saison als Tabellenletzter in die zweitklassige Championship ab.

Und damit änderte sich auch die Situation der von Wimmer und Bauer drastisch. Wimmer wurde in der vergangenen Spielzeit an Hannover 96 ausgeliehen, wo er sich nicht beweisen konnte. Bauer durfte seither in lediglich acht Liga-Spielen ran.

Im Gespräch mit LAOLA1 erklärt Martin Spinks, Stoke-City-Chefreporter beim „Stoke Sentinel“, den schweren Stand der ÖFB-Legionäre: „Es hat ganz klar mit ihren Leistungen zu tun. Speziell bei Wimmer, dessen Fitnesszustand eine große Enttäuschung für den Klub war. Bauers Fitness ist kein Problem, aber seine mangelnde defensive Disziplin hat dazu geführt, dass ihn sowohl Gary Rowett als auch Nathan Jokes (Trainer, Anm.) ausrangiert haben.“

Wimmer als Feindbild der Fans

Fakt ist, sowohl Wimmer als auch Bauer spielen bei Stoke City keine Rolle mehr und sollen den Verein lieber früher als später verlassen.

Die Sommer-Vorbereitung durften die Ex-Teamspieler nicht mit der Profi-Mannschaft absolvieren. „Stimmt, sie haben separat mit jüngeren Spielern trainiert. Wimmer durfte am Anfang des Sommers auch eine Zeit lang beim 1. FC Köln mittrainieren“, erzählt Spinks.

Wimmers Leihe bei Hannover 96 war nicht von Erfolg gekrönt
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Dass der Verein Wimmer, immerhin erst 26 Jahre alt, nicht mehr zutraut, auf sein Niveau wie bei Tottenham und Köln zu kommen, hat auch Gründe abseits des Rasens. Besonders bei den Fans ist der Innenverteidiger in Ungnade geraten, wie der Journalist verrät: „Wimmer wird von den Fans als Symbol für all das, was bei Stoke City in den letzten Jahren schief gelaufen ist, gesehen.“

„Wimmer hat auch für viel Aufregung gesorgt, als er einen Tottenham-Sieg gegen Stoke City im Dezember 2017 (5:1) mit einem Social-Media-Post fast schon bejubelt hat. Und erst neulich war er bei Tottenham im Stadion, während Stoke City ebenfalls in London gegen Charlton gespielt hat“, war Wimmers Außendarstellung alles andere als glücklich.

Bei Bauer gibt es dagegen andere Gründe: „Er gehörte zu den besseren Spielern nachdem er im Jänner 2018 zu Stoke kam und der Verein im Mai 2018 abstieg. Im Sommer kam dann Trainer Gary Rowett zum Verein und schien schnell eine Abneigung gegen Bauer zu haben, als Spieler und Person. Ab da ging es steil bergab für ihn.“

Die Probleme bei der Vereinssuche

Obwohl der Verein die beiden Spieler unbedingt loswerden möchte, gestaltet sich die Vereinssuche ausgesprochen schwierig. „Ihre sehr lukrativen Verträge, plus ihre mangelnde Spielpraxis, machen sie sehr unattraktiv. Speziell für einen dauerhaften Transfer. Daher ist ein Leihgeschäft, bei dem Stoke weiterhin ein Teil des Gehalts zahlt, am wahrscheinlichsten, sollten sie überhaupt gehen“, so Spinks.

Bei Wimmer kursierten zuletzt Gerüchte um ein Interesse von Besiktas Istanbul (ALLE Infos>>>). Besonders konkret soll dies aber nicht sein, wie der Insider erklärt: „Mir wäre nicht bekannt, dass es ein offizielles Angebot gibt und die Gerüchte kamen aus der Türkei, nicht aus England.“

Bauer besitzt einen guten Vertrag bei Stoke City
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„Mir wurde gesagt, dass es für beide Spieler keine Angebote gegeben hat. Der Klub bleibt aber optimistisch, dass ein Verein ein Angebot, vermutlich eine Leihe, für Bauer vor dem Ende der Transferzeit am 2. September abgeben wird“, steht die Aktie des 27-jährigen Rechtsverteidigers aktuell höher.

„Kurioserweise wurde Bauer nach dem Abstieg und vor der Ankunft von Rowett ein neuer, besserer Vertrag vorgelegt“, so Spinks.

Kein Weg zurück

Der Saisonstart in die Championship ging bei Stoke City bereits in die Hose, nach vier Spieltagen steht man mit nur einem Zähler am Tabellenende. Könnte sich bei einem möglichen Trainerwechsel die Situation der beiden ÖFB-Legionäre ändern?

„Das weiß man nie genau, es geht immer um persönliche Meinungen. Aber es ist schwierig sich vorzustellen, dass speziell Wimmer, wegen der zuvor genannten Gründe, sich noch einmal das Stoke-Trikot überzieht“, glaubt Spinks nicht an eine Rückkehr.

Vor allem sitzt Trainer Nathan Jokes noch fest im Sattel: „Die Besitzer haben viel Zeit, Geld und Vertrauen in ihn gesteckt, also wird er nicht sehr bald gehen. Schade für Bauer und Wimmer.“

Und so müssen die beiden ÖFB-Legionäre hoffen, dass sie bis zum 2. September doch noch einen neuen Verein finden. Ansonsten warten lange Monate auf der Tribüne auf sie.

Textquelle: © LAOLA1.at

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